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News Gespräch mit einem Geläuterten: RB Leipzigs Anthony Jung über seine persönliche Wandlung
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10:30 17.09.2014
Jung, schnell, talentiert: Anthony Jung stand vor zwei Jahren bei Eintracht Frankfurt bereits vor dem Sprung in die Bundesliga. Quelle: GEPA pictures
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Leipzig

Als er im Sommer 2013 zu RB stieß, war für Jung klar: Alexander Zorniger liebt mich! Alsbald entliebte sich der Coach und setzte den pomadigen Linksverteidiger auf die Bank. Erst gegen Ende der Aufstiegssaison war er zurück, schoss das 1:0-Siegtor gegen impertinente Darmstädter. Gespräch mit einem Geläuterten.

Sechs Pflichtspiele, sechs Mal über 90 Minuten im Einsatz und gut unterwegs. Fühlen Sie sich als Stammspieler?

Bei uns sollte man derartige Gefühle weder haben noch ausleben. Man muss in jedem Spiel und in jedem Training um seinen Platz kämpfen, darf nie nachlassen. Wer nicht will oder kann, muss sich das Ganze von draußen betrachten.

In der Vorsaison kamen Sie auf bescheidene 24 von 38 möglichen Einsätzen, wurden beim 1:3 in Chemnitz nach 22 Minuten ausgewechselt. Der Tiefpunkt?

Chemnitz war der absolute Tiefpunkt, da hing ich bei zwei Toren drin.

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Sind Sie danach in sich gegangen? Und wen oder was haben Sie da angetroffen?

Mir wurde klar, dass ich so keine Chance habe, der Mannschaft zu helfen.

So pomadig?

In unserem Spiel hat man immer einen Auftrag, ist man immer unterwegs. Entweder defensiv oder offensiv. Und der Kopf muss auch immer eingeschaltet sein. Das habe ich nicht alles unter einen Hut gekriegt.

Was unterscheidet den neuen Jung vom alten Jung?

Ich habe mehr Konstanz in meine Leistung gebracht. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich am Limit bin.

Wer das behauptet, wird vom Coach mit dem nassen Waschlappen gejagt.

Das jetzt nicht. Aber keiner ist am Limit oder schon an irgendeinem Ziel. Wir als Mannschaft

...und jeder Einzelne muss sich ständig verbessern. Mannomann, Herr Jung.

Wenn Sie schon alles wissen, müssen Sie mich ja nicht fragen. Bei uns wird hart gearbeitet für den Erfolg, die elf Punkte sind uns nicht zugeflogen.

Sie wirken dynamischer und fitter. Ernährung umgestellt? Abgenommen? Freundeskreis und Abendgestaltung neu sortiert?

Nein, mit den Spielen und Erfolgen kommen Selbstvertrauen und Kraft.

Das stete Ball-Jagen zehrt. Wie oft begegnet Ihnen im Spiel der innere Schweinhund und sagt: Tony, Du musst doch nicht jedem Ball hinterherrennen!

Der Schweinhund kommt, sagt aber nix. Es gibt in jedem Spiel Situationen, in denen man beißen muss und es weh tut. Wir haben aber die Power, unser Spiel eine Saison lang durchzuziehen.

Am Sonntag geht es zu Union Berlin in die legendäre Alte Försterei. Seid Ihr eigentlich favorisiert?

Ist mir völlig wurscht. Oder bekommt der Favorit neuerdings irgendetwas geschenkt? Wir freuen uns auf ein geiles Spiel in einem geilen Stadion.

Guido Schäfer

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