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News RB Leipzig will gegen Problemfans vorgehen – Kimmich fällt beim Duell mit Bochum aus
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14:55 22.10.2014
RB-Trainer Alexander Zorniger ist in der Ergebniskrise Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Zur sportlichen Mini-Krise gesellt sich auch noch Ärger im Fanblock. In Nürnberg hatten Leipziger Fans diskriminierende Slogans skandiert, die Polizei ermittelt wegen Verbrennens eines gegnerischen Schals. Zwei Tage später fielen Teile der RB-Anhängerschaft beim Oberliga-Derby gegen den 1. FC Lok negativ auf, waren homophobe Sprechchöre aus der Bullenkurve zu hören.

„Wir werden die Vorfälle evaluieren und analysieren, die Täter ermitteln. Dann greifen wir hart durch und werden Hausverbote aussprechen, gegebenenfalls auch Geldstrafen durchreichen. Bei uns gilt bei solchen Dingen null Toleranz“, erklärte RB-Sprecher Sharif Shoukry am Mittwoch. Sicherheitschef Uwe Matthias sei mit der Lösung des Problems beauftragt worden, es werde auch Gespräche mit dem Fanrat geben, so Shoukry gegenüber LVZ-Online. Ob die ausfallenden RB-Anhänger nach Nürnberg sogar mit den Bussen des Vereins angereist waren, ist bisher noch unklar, so der Sprecher am Mittwoch weiter.

RB in der Ergebniskrise: „Müssen unsere Schlüsse ziehen“

Die Lösung der sportlichen Probleme obliegt indes RB-Coach Alexander Zorniger. Der 47-Jährige ist Verfechter des eigenen Systemfußballs, lässt pausenlos attackieren, verdichten, absichern und verschieben. Das kostet viel Kraft und verhindert Raum für Verschnaufpausen. „Wenn unser System richtig umgesetzt wird, hat der Gegner keine Chance“, so Zorniger am Mittwoch. Die aktuell grassierende Ergebniskrise bei den Roten Bullen sei nun nur innerhalb des Systems zu lösen. „Wir müssen das besser machen, was wir spielen“, so Zorniger. Der gebürtige Schwabe erinnerte Kritiker am Mittwoch auch daran, dass es in der vergangenen Saison eine ähnliche Situation gegeben habe. „Wir müssen jetzt nur unsere Schlüsse daraus ziehen“, sagte der RB-Coach.

Georg Teigl im Spiel gegen den Karlsruher SC. (Archivfoto) Quelle: Christian Modla

Verinnerlicht hat die Problemlösung bereits Universal-Gehilfe Georg Teigl. Der Österreicher überzeugte bisher oftmals als Außenverteidiger mit enormer Laufbereitschaft, wurde gegen Düsseldorf im Sturm aufgeboten – und traf doppelt. Gegen Nürnberg erwischte aber auch Teigl einen gebrauchten Tag: „Wir haben alle wenig von dem gemacht, was uns vorher ausgezeichnet hat“, so der 23-Jährige am Mittwoch. „In der Mannschaft wird jetzt aber nicht darüber nachgedacht, wie wir gespielt haben. Sondern nur, wie wir spielen werden.“

Duell mit Neururer: „Wird nicht zu körperlicher Gewalt kommen“

Das Zukünftige betrifft am kommenden Freitagabend (18.30 Uhr) in der Red Bull Arena auch den VfL Bochum mit Trainerlegende Peter Neururer. Der 59-Jährige bekannte zuletzt seine innige Abneigung gegenüber den Leipziger Rasenballsportlern („Was die machen, ist zum Kotzen“). Sein Gegenüber Zorniger schätzt Neururer trotzdem, lobte den Trainerfuchs aus dem Ruhrpott am Mittwoch in den höchsten Tönen. „Peter Neururer ist eben ein absoluter Typ – das ist mir viel lieber als glattgebügelt“, so Zorniger. Der Leipziger Trainer freut sich trotz aller im Vorfeld ausgetauschter Nettigkeiten innig auf das Zusammentreffen mit seinem Kollegen: „Ich denke nicht, dass es zu körperlicher Gewalt kommen wird“.

Ausgeteilt wird am Freitagabend deshalb wohl nur auf dem Platz, mit fairen Mitteln und den bekannten Tugenden der RB-Fußballer. Zorniger will 90 Minuten Vollgas-Fußball sehen, hat im Training sicherheitshalber auch leichte Anflüge von Spaßfaktor vehement zurückgekürzt, lässt rennen, pressen, attackieren. Nicht beim Schuften dabei sind aktuell neben Henrik Ernst, Fabian Franke und Ante Rebic auch Marvin Compper und Joshua Kimmich. Der Ex-Nationalspieler Compper laboriert an einer Adduktoren-Zerrung aus dem Spiel gegen Nürnberg. U21-Auswahlkicker Kimmich humpelte zuletzt beim Trainingsspielchen vom Platz, muss nun angesichts eines angerissenen Außenbandes gepflegt werden. „Bis zum Spiel gegen Bochum wird das wohl noch nichts“, sagte sein Trainer.

Bayerns Rummenigge auf Kuschelkurs

Karl-Heinz Rummenigge ist dem Financial Fairplay gegenüber aufgeschlossen. Foto: Alexander Hassenstein Quelle: dpa

Wie RB-Sprecher Shoukry am Mittwoch erklärte, seien bereits 26.000 Karten für das Duell zwischen Ruhrpott-Charme und Red-Bull-Effizienz verkauft worden. Sonderlich viele Fans aus Bochum wird das frühere Zentralstadion am Freitagabend aber wohl nicht zu Gesicht bekommen, denn die Ultras der Blau-Weißen haben zum Boykott aufgerufen.

Wie sich Zuneigung aus anderen Teilen der Republik anfühlt, konnten die Rasenballsportler dagegen am Freitag aus Richtung München erfahren. FC-Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich einen Durchmarsch der Leipziger bis in die Bundesliga. „Ich hoffe sogar, dass Leipzig zum Konkurrenten für Bayern wird“, sagte Rummenigge der „Sport Bild“ und fügte an: „Konkurrenz bedeutet Emotionalität – und die macht den Fußball aus. Ich glaube, dass in Leipzig unabhängig vom Geld gut gearbeitet wird.“

Matthias Puppe

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