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News RB Leipzigs Matchwinner Werner erhielt Torauftrag nach dem Frühstück
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13:42 18.09.2016
Timo Werner (vorn) und Emil Forsberg: Das Offensiv-Duo von RB Leipzig zerlegte den HSV am Samstag fast im Alleingang. Quelle: Gepa
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Hamburg

 „Der Trainer hat mir beim Spaziergang gesagt, dass ich ein Feuerwerk abbrennen soll, wenn ich reinkomme“, erzählte Timo Werner nach dem 4:0-Sieg beim Hamburger SV – und strahlte über das ganze Gesicht. Im Duell "Dino gegen Dose" (Bild-Zeitung) im Volksparkstadion war es vor allem der Zehn-Millionen-Stürmer von RB Leipzig, der den Unterschied machte – 75 Prozent gewonnene Zweikämpfe, drei Schüsse, zwei Tore (hier geht’s zur LVZ-Spielerstatistik).

„Wenn er reinkommt und die Gegner langsam etwas müde werden, ist er mit seiner Schnelligkeit kaum zu halten“, betonte Trainer Ralph Hasenhüttl den Schachzug, den ehemaligen Stuttgarter erst mit Beginn der zweiten Halbzeit auf den Rasen zu schicken. Eine Maßnahme, die fruchtete. In einen Kopfball von Kapitän Willi Orban hielt der 20-Jährige den Fuß hinein zum 2:0 (72.), bevor er beim 3:0 (77.) Hamburgs Verteidiger Emir Spahic die Hacken zeigte.

Im Auswärtsspiel beim HSV neutralisierten sich beide Manschaften über 60 Minuten. Doch dann platzte nach einem Elfmeter der Knoten bei RB Leipzig. Mit einem 4:0-Sieg holte das Hasenhüttl-Team drei Punkte nach Leipzig. (Bilder: dpa)

Forsberg: „Habe nach dem 3:0 ein bisschen gelacht“

Hasenhüttl bewies einmal mehr ein geniales Händchen bei der Aufstellung und vor allem bei seinen Einwechslungen. Emil Forsberg, der in Hamburg eine seiner besten Leistungen im RB-Trikot ablieferte, durfte von Beginn an ran und verwandelte nach der Pause eiskalt den von Werner herausgeholten Elfmeter zum 1:0 (66.). Mit seinem Freistoß vor dem 2:0 und dem Steilpass auf Davie Selke zum 4:0 (92.) leitete der Schwede zwei weitere Treffer direkt mit ein. „Ich habe nach dem 3:0 ein bisschen gelacht“, gestand Forsberg. „Weil es einfach unfassbar war, was uns gelungen ist.“

Timo Werner (rechts) drückt den Ball zum 2:0 über die Linie. Quelle: Gepa

Die zweite Halbzeit glich einem Offensivfeuerwerk der Bullen, die eiskalt jede ihrer Großchancen nutzten. Vier Tore in 26 Minuten – das gelang RB im Profifußball noch nie. Auch diesmal zündete die Torrakete der Rasenballer erst nach der Pause. Alle der bisher sieben Bundesliga-Treffer fielen in der zweiten Halbzeit. Jagt der zweitplatzierte Liga-Neuling nun sogar die Bayern? Mit dem besten Saisonstart eines Bundesliga-Aufsteigers seit 25 Jahren toppte RB jedenfalls die Saison des 1. FC Kaiserslautern aus dem Jahr 1997/1998. Die Pfälzer wurden damals unter Otto Rehhagel als bislang einziger Aufsteiger Deutscher Meister und hatten nach drei Spieltagen ebenfalls sieben Punkte auf dem Konto, jedoch bei nur zwei geschossenen Toren.

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„Wir dürfen das Ergebnis nicht überbewerten“, trat Matchwinner Werner etwas auf die Euphoriebremse. „Es war nicht so deutlich, wie es aussieht“, meinte auch U21-Nationalspieler Davie Selke. Interimskapitän Willi Orban fischte das Haar aus der 4:0-Suppe: „Leistungsmäßig war es alles andere als perfekt. Gerade in der ersten Hälfte haben wir nicht ganz zu unserem Spiel gefunden.“

Bei den Hamburgern saß der Frust nach der zweiten Niederlage in Folge tief. „Wir haben 0:4 gegen Leipzig verloren – das sagt doch alles. Mir tut es für jeden von uns leid, der heute unsere Farben tragen musste“, fand Lewis Holtby nach der Heimpleite deutliche Worte. Aus dem Gäste-Fanblock kamen Gesänge wie „Ohne Kühne wär hier gar nichts los“. Die 30 Millionen Euro, die zuletzt in neue HSV-Spieler investiert wurden, stammen zum Großteil vom Hamburger Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Die Sprechchöre waren die Retourkutsche für die Proteste von Hamburgern, die gegen die Kommerzialisierung bei RB wetterten.

Kapitän Dominik Kaiser feiert mit den rund 2500 mitgereisten RB-Fans. Quelle: dpa

Fans des Bundesliga-Dinos hatten vor dem Spiel zu einem Protestmarsch gegen RB Leipzig aufgerufen. Einige Anhänger hatten die Leipziger Mannschaft in deren Bus zudem mit Spruchbändern ungemütlich empfangen. „Der Gegenwind wird weniger und weniger. Beim Protestmarsch heute waren vielleicht sechs Leute. Wir haben früher ganz anderes erlebt“, sagte Bullenstürmer Yussuf Poulsen.

Von Robert Nößler (mit dpa und SID)

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