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Sportbuzzer RB Leipzig News Ralf Rangnick plaudert in der LVZ-Kuppel aus dem Nähkästchen
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23:39 12.05.2016
RB-Coach Ralf Rangnick war am Donnerstag in der LVZ-Kuppel zu Gast. Quelle: Chrisitan Modla
Leipzig

„Den Beifall haben wir nicht einmal geübt“, sagte LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert zur Begrüßung. Am Ende versteigerte der 57-jährige Coach seine Ausrüstung für „Paulis Momente hilft e.V.“, der sich für krebskranke Kinder engagiert. Ergebnis: 950 Euro. Beim lockeren Talk zwischen LVZ-Chefreporter Guido Schäfer und Rangnick gab es viele Lacher – und häufig spontanen Applaus.

Ralf Rangnick über den Sonntag: „Die ersten 20 Minuten nach dem Abpfiff bedeuten mir am meisten. So eine Atmosphäre habe ich noch nie erlebt – und ich war Trainer auf Schalke. In der Kabine habe ich nichts gesehen, fast alle Spieler hatten Zigarillos in der Hand. In vier Jahren drei Aufstiege – da sind auf dem Rasen und auf der Tribüne ein paar Tränen geflossen. Es ist immer noch schade, dass ich wegen meiner Muskelverletzung über eine halbe Stunde nicht dabei war. Aber die Busfahrt später durch die Menge zum Cottaweg war großartig, alleine dafür lohnt es sich, diesen Job zu machen. Der Satz von Lukas Klostermann gefällt mir. Er meint: ,Es ist jeden Morgen ein geiles Gefühl, aufzuwachen und zu wissen: Wir spielen Bundesliga.’ So geht es uns allen, so geht es Ihnen sicher auch.“

Über die Schlussphase: „Als das 2:0 fiel, war allen klar, dass da nichts mehr passiert. Ich hatte aber diesmal schon vorher das Gefühl, dass wir kein Tor kassieren. Das war eine fantastische Leistung, wenn man bedenkt, wie groß der Druck war. Ich habe schon beim 0:0 zur Halbzeit gesagt: "Wir können uns diesmal nicht darauf verlassen, dass jemand anderes unseren Job macht."

Über Fabio Coltorti: „Es war Bauchgefühl, ihn nach der Wettkampfpause aufzustellen. Wir brauchten so etwas wie eine Vaterfigur im Tor, nicht den Bruder oder Kumpel. Mir kam es in dem Spiel auf die Qualitäten von Fabio an, das war nicht falsch, zwei Mal war er richtig präsent.“

Über die schmerzhafte Bierdusche: „Mein älterer Sohn sagte: ,Papa, wie blöd bist du eigentlich. Das war doch klar, wärst du einfach stehen geblieben.’ Es war einfach ein Reflex – und ich bin losgerannt. Ich mag kein Bier, erst recht keine Bierdusche. Das stinkt furchtbar. Wenn schon, dann Sekt oder Champagner. Ich hatte extra zwei Garnituren Kleidung eingepackt.“

Über die Motivation der Gegner: „Der KSC hat so getan, als ginge es um alles. So war es in jedem Spiel. Daher ist der Aufstieg etwas ganz Besonderes. Wir hatten die jüngste und unerfahrenste Mannschaft, wir mussten sehr viele Hindernisse überwinden. Damit meine ich nicht die Grippewelle oder den Wintereinbruch in Freiburg. Jeder Gegner ist gegen uns im Schnitt vier Kilometer mehr gelaufen als in jedem anderen Spiel. Mit dem Hintergrund schätze ich den Aufstieg besonders hoch ein, daher bin ich auf die Jungs besonders stolz.“

Ralf Rangnick hat am Donnerstag vor 200 Zuschauern über den geschafften Bundesliga-Aufstieg von RB Leipzig gesprochen. Der lockere Talk wurde von LVZ-Chefreporter Guido Schäfer moderiert.

Über eine Motivationshilfe: „PSR-Moderatorin Freddy Holzapfel werden wir auf den Rathaus-Balkon einladen. Sie war in unserem Pressespiegel mit den Worten zitiert: ,Ich hoffe, dass RB mal wieder als Team auftritt und nicht nur mit Einzelspielern.’ Das hatte sie nicht falsch beobachtet. Danach habe ich die Mannschaft heiß gemacht, davon wurde ohne mein Wissen ein Video gedreht.“
Über Ralf Rangnick als Sportdirektor: „Der Trainer-Posten sollte wirklich auf ein Jahr begrenzt sein, um mich wieder auf strategische Entscheidungen konzentrieren zu können. Dazu brauchst du emotionale Distanz zum Tagesgeschäft.“

Über den neuen Trainer Ralph Hasenhüttl: „Wir seien Brüder im Geiste, hat jemand geschrieben. Das fand ich nicht schlecht, denn so fühlt es sich an. Er ist menschlich und fachlich top – und war schon letztes Jahr unser Favorit. Zweimal Ralf – einmal mit „f“ und einmal mit „ph“ – was soll da schiefgehen? Von mir aus kann er nicht nur drei, sondern fünf, sechs, sieben, acht Jahre bei uns Trainer sein.“

Über seine Zukunft: „Im Moment kann ich es mir nicht vorstellen, noch einmal woanders hinzugehen. Ich habe aber gelernt: Man sollte nie nie sagen im Fußball. Ich kann aber ausschließen, dass ich ab Sommer irgendwo Trainer werde.“

Über die Freunde Davie Selke und Yussuf Poulsen: „Ich hätte mir gewünscht, diese Kombination im Sturm noch öfter zu riskieren und zu entwickeln. Darauf setze ich im nächsten Jahr, in dieser Saison hat es noch nicht so funktioniert. Aber wir werden am Sonntag in Duisburg mit beiden spielen. Keiner nimmt sich bei uns wichtiger als die Truppe, da hat Davie eine tolle Entwicklung hingelegt.“

Über Neueinkäufe: „Mehr als sechs neue Spieler wollen wir nicht holen, der Kern der Mannschaft hat es verdient, auch nächstes Jahr zu spielen. Wir werden unsere organisch gewachsenen Gehaltsobergrenzen nicht überschreiten. Wir sind Lichtjahre von den Gehältern entfernt, die in Dortmund, Wolfsburg, Schalke oder Leverkusen gezahlt werden, da rede ich noch nicht von Bayern München. Wir haben bisher nicht Monopoly gespielt – und werden es auch künftig nicht tun.“

Über die Erstliga-Ziele: „Wir werden bescheiden rangehen. Die erste Liga ist noch schneller und anspruchsvoller, wir müssen 20 bis 30 Prozent oben drauf legen, das geht übers Trainingsniveau. Wenn wir eine sorgenfreie Saison spielen und in keiner Phase etwas mit dem Abstieg zu tun haben, würde mich das freuen.“

Über den kommenden Montag: „Ich freue mich extrem. Dieses Bild von einem vollen Marktplatz im Fall des Aufstiegs hat mich durch die Saison getragen.“

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