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News Rangnick: „Wir haben eine Luxussituation“ – RB Leipzig wechselt den Keeper
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13:35 27.10.2015
Steht vor seinem ersten Profieinsatz für Leipzig: Peter Gulásci. Quelle: Modla
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Leipzig

Zwei Spiele für die zweite Mannschaft von RB Leipzig, das war es bisher für Torhüter-Neuzugang Peter Gulásci. „Ich hatte von Anfang an keine Chance auf die Nummer 1“, sagt der Keeper. Am Dienstag feiert er nun seine Premiere bei den Zweitligaprofis: Trainer Ralf Rangnick lässt ihn im DFB-Pokal gegen die SpVgg Unterhaching von Beginn an spielen.

Es war ein Wechsel mit Unwägbarkeiten im zurückliegenden Sommer für Gulásci. In seinem letzten Spiel für seinen alten Verein RB Salzburg sah der Ungar die rote Karte. Die Sperre von vier Partien bekam er mit in den Koffer nach Deutschland gepackt. Damit war klar: Konkurrent Fabio Coltorti beginnt die Saison. Seither präsentiert er sich in Topform und ohne Fehler.

Nach Ablauf seiner Strafe wollte Gulásci neu angreifen und in der zweiten Mannschaft Praxis sammeln. Gleich im ersten Spiel sah er gegen Luckenwalde wieder den roten Karton und musste zwei weitere Partien pausieren. Der gebürtige Budapester lässt sich davon nicht unterkriegen und gibt im Training ordentlich Gas. „Das ist mein Job, ich unterstütze Fabio und gebe alles, damit er gut spielt“, sagt der 1,90-Meter-Mann bescheiden. Bei Trainer Ralf Rangnick kommt diese Einstellung gut an. Er hat den Spieler bereits vom FC Liverpool nach Salzburg gelotst und nimmt ihm Wort für Wort ab. „Er meint das so“, unterstreicht der Coach. Wer sich so verhalte, bekomme früher oder später auch seine Möglichkeit.

Schon vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf stand Gulásci vor seinem Zweitligadebüt. Coltorti klagte über Magenbeschwerden. Erst am vergangenen Freitagmittag gab er dem Trainer dann das Signal: Es geht, ich kann spielen.

Wechselhafte Torhüter-Geschichte

RB und seine Torhüter ist eine lange Geschichte. Unvergessen ist der Abgang von Sven Neuhaus vor vier Jahren. Der Keeper rettete den Roten Bullen erst mit Reflexen und Paraden den knappen Sieg im Pokalfinale gegen den Chemnitzer FC und legte dann einen Abgang der besonderen Art hin. Weil sein Vertrag nicht verlängert wurde, schob der damals 32-Jährige Frust und zerschoss nach dem Abpfiff ein gefülltes XXL-Bierglas auf dem Rasen.

Mit Coltorti zog im Kasten Ruhe ein. Seit seiner Verpflichtung vor drei Jahren ist er die unbestrittene Stammkraft zwischen den Pfosten. Dahinter gab es aber stets Gedränge. Bellot, der seit Vereinsgründung bei den Roten Bullen spielt, war zunächst das große Talent und dann der etatmäßige Stellvertreter. Dahinter versuchten immer wieder neu verpflichtete Spieler sich zu etablieren. Andreas Kerner (heute vereinslos) gehörte dazu, Erik Domaschke (jetzt RW Erfurt) und Fabian Bredlow (jetzt Hallescher FC) ebenso.

„Wir haben auf dieser Position inzwischen eine Luxussituation, aber kein Luxusproblem“, findet Rangnick. Und drei starke Schlussleute sind unverzichtbar. Auch das hat die junge Geschichte von RB bereits gezeigt. In der letzten Drittliga-Saison fielen Coltorti und Domaschke mit Verletzungen aus. Plötzlich musste es Bellot allein richten. Hinter ihm stand nur noch U-19-Spieler Bredlow zur Verfügung.

In Unterhaching erwartet Gulásci eine Taktik, die auch viele Zweitligisten gegen RB anwenden: In der Abwehr dicht stehen und dann auf Konter lauern. Trainer Claus Schromm hat dafür am vergangenen Wochenende in der Regionalliga einige Stammkräfte geschont. Der Kader besteht zumeist aus jungen Spielern, die beim FC Bayern und TSV 1860 ausgebildet wurden, dann aber den Sprung zu den Profis nicht schafften.

Rangnick wird, auch mit Blick auf das schwere Auswärtsspiel am Sonntag in Sandhausen, einige Veränderungen in seinem Kader vornehmen. „Gut möglich, dass Yussuf Poulsen und Nils Quaschner spielen“, so der Coach. Emil Forsberg bleibt nach seiner Zahn-OP zu Hause und auch Davie Selke würde damit eine Pause erhalten. Zudem bleiben Willi Orban und Diego Demme zu Hause, beide erhalten nach ihren laufintensiven Spielen eine Pause. Auch Zsolt Kalmar (Außenbandriss im Spiel der zweiten Mannschaft gegen Halberstadt), Patrick Strauß, Terrence Boyd (beide im Aufbautraining) und Stefan Hierländer sind nicht mit von der Partie.

Von Matthias Roth

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