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News "Sensationell gespielt": Zwei Talente wirbeln den Kader von RB Leipzig durcheinander
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14:28 24.07.2014
Smail Prevljak. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

Am Mittwochabend wechselte Alexander Zorniger die Talente beim Test gegen den FC Getafe nach der Halbzeitpause ein. Der 19 Jahre alte Prevljak traf schon zwei Minuten später zum 1:2. Eine Viertelstunde danach legte der Bosnier ganz uneigennützig den Ball für seinen 18-jährigen Kollegen auf, der den Ausgleich erzielte. 

In der Mannschaft sind die Jungprofis bereits anerkannt. „Die Tore wundern mich nicht, die Jungs haben es richtig drauf“, sagte Verteidiger Georg Teigl anerkennend. Prevljak ist für den Österreicher der geborene Torjäger. In der Vorbereitung erzielte er schon sechs Tore, genau wie Kapitän Daniel Frahn. Seinen Teamkollegen Strauß lobt Teigl als Allrounder schlechthin.

Auf dem Platz geben die Youngster mächtig Gas. Nach dem Spiel halten sie sich noch zurück. Keine Interviews, keine Kommentare, kein Rampenlicht. RB schützt seine Talente, will sie noch nicht für die Medien frei geben. Ganz behutsam sollen sie aufgebaut werden, die ersten Erfolge bei den Männern sollen ihnen nicht zu Kopf steigen. Alexander Zorniger sparte dennoch nicht mit Lob: „ Patrick gefällt mir von Woche zu Woche besser“, sagt er. 

Einer, der den Mittelfeldspieler Strauß schon von Kindesbeinen an kennt, ist Wolfgang Schmidt. Er trainierte ihn in der D-Jugend im 1000-Seelen-Ort Cleeberg südlich von Wetzlar. „Der Patrick stand jeden Nachmittag bei uns auf dem Sportplatz“, erinnert sich der Amateurcoach. Für ihn war bald klar, aus dem Jungen wird einmal was. „Er hat Charakter, Ehrgeiz und natürlich die fußballerischen Fähigkeiten“, so Schmidt. 

Patrick Strauß. Quelle: Christian Nitsche

Als Cleeberg für Strauß zu klein wurde, half ihm sein Mentor einen neuen Verein zu finden. 1. FC Kaiserlautern hieß zunächst die Wunschadresse. „Da hat er beim Probetraining einen richtig guten Eindruck gemacht“, schwärmt Schmidt noch heute. Ein Wechsel ins Internat scheiterte später auch an den Kosten, die Vater Ortwin Strauß selbst bezahlen sollte. Stattdessen ging es zum 30 Kilometer entfernten TSV Wieseck und von dort vor zwei Jahren weiter nach Leipzig. 

Schmidt ist stolz auf die Karriere seines ehemaligen Spielers. Und er ist stolz, dass weitere Talente aus seinem Dorf in Hessen vor dem großen Sprung stehen. Zwei Spieler haben es in den Nachwuchs von Eintracht Frankfurt geschafft, ein weiterer zu Mainz 05. „Die Jungs hat der Patrick damals schon als Co-Trainer bei den Bambinis mitbetreut“, berichtet Schmidt.

Der Kontakt zwischen Jugendcoach und Leipziger Jungprofi besteht bis heute. In der vergangenen Woche hat sich Schmidt ins Auto gesetzt und vor Ort in Sachsen nachgeschaut, was aus seinem einstigen Schützling geworden ist. Der Name von Patricks Gegner hatte Klang: Paris Saint Germain. So einen Verein sehen sie in Cleeberg sonst nur im Fernsehen. „Wie er da gespielt hat, war einfach sensationell“, findet der Übungsleiter. Von der Partie habe er gar nicht viel mitbekommen. „Ich habe nur auf Patrick geachtet“, so Schmidt. Kritik muss aber auch sein: „Er hat sich etwas zu sehr ausgepowert, war am Ende platt, wollte wahrscheinlich den Fans etwas zeigen.“

Am kommenden Sonnabend hat der Sohn einer Philippinerin und eines Deutschen die letzte Gelegenheit, sich für den Kader zum Zweitligaauftakt gegen Aalen zu empfehlen. RB testet gegen die Queens Park Rangers. Die Startformation soll dann auch eine Woche später beim Punktspiel auf dem Rasen stehen.

Matthias Roth

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