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News Talentsichter Ronny Kujat ist kein Roter Bulle mehr
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10:14 15.05.2015
Quelle: Ines Christ
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Leipzig

Kujat: "Ich bin RB dankbar, für die fünf Jahre als Scout, habe viel gesehen, erlebt und gelernt. Jetzt suche ich eine neue Herausforderung." Eine, die ein geregeltes Familienleben zulässt. "Das muss nicht zwingend etwas mit Fußball zu tun haben", so Kujat.

Als RB Leipzig am 8. August 2009 den ersten Pflichtspiel-Fuß auf deutschen Boden setzt, heißt der Trainer Tino Vogel und einer seiner Stürmer Ronny Kujat. Das schwächliche 1:1 der Rasenballer bei der U23 von Carl Zeiss Jena wird von skandalösen Begleitumständen an den Rand gegrätscht. Der Mannschaftsbus wird mit Flaschen beworfen, es gibt Handgreiflichkeiten (!) von Jena-Fans gegen RB-Spieler. Nach dem Abpfiff geht es im Sprint Richtung Bus, mit Blaulicht von dannen. Kapitän Ingo Hertzsch ist fassungslos: "Ich frage mich, wer den Fußball kaputt macht. Wir, der böse Kommerzverein oder diese Fans?"

Die Überlebenden der Gründerzeit muss man mit der Lupe suchen. Vogel ist anno 2015 Erfolgscoach der RB-U23, Hertzsch Fan-Beauftragter. Marketingmann Jörg Kurzeja ist noch dabei. Wie auch Physiotherapeutin Anja Strobel, Torwart Benny Bellot und Torwarttrainer Perry Bräutigam.

Ronny Kujat? Der hängt die Fußballschuhe im Sommer 2010 an den Nagel, bekommt einen Anschlussvertrag als Talentsichter. Kujat fliegt fünf Jahre lang durch die Weltgeschichte, schrubbt dazu 100000 Autobahn-Kilometer jährlich, ist rund um die Uhr im Einsatz. Übrigens auch in Sachen Yussuf Poulsen, der 2013 mehrfach von den RB-Scouts um Kujat begutachtet wird. Mit der Reiserei ist es für den Ex-Zweitliga-Spieler vorbei. RB und der Mann aus der Gründerzeit gehen dem Vernehmen nach im Guten auseinander.

Scout Kujat, 40, ist weg. Vor ihm sind seine Kollegen Hansi Kreische, 67, und Ulrich Nikolinski, 69, gegangen (worden). Die Internet-Scouting-Plattform "Wyscout" ist der letzte Schrei, dünnt das Heer der Handlungsreisenden aus. Die XXL-Datenbank weiß alles über rund 200000 Spieler.

Guido Schäfer

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