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News Vier Aufreger lassen Lieberknecht toben – Frahn profitiert von Umstellung bei RB Leipzig
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12:25 14.09.2014
Joshua Kimmich im Zweikampf mit Braunschweigs Havard Nielsen. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Der Coach sprang in seiner Coachingzone auf und ab, legte sich mit dem Schiedsrichter, dem Gegner und auch noch dem Publikum an. Das half am Ende alles nichts, die Niedersachsen kassierten gegen die Bullen mit 1:3 die nächste Pleite.

Aufreger Nummer 1:

Das 2:0 durch Daniel Frahn. Joshua Kimmich spielte den Ball von der Mittellinie zu Matthias Morys, der den entscheidenden Pass auf den RB-Kapitän gab. „Das war Abseits von Morys“, schimpfte Lieberknecht. Die Aufzeichnungen der TV-Kameras gaben dem Gästecoach später Recht. Schiedsrichter Felix Zwayer hatte diese Wiederholung nicht zur Hand und ließ die Spielszene durchgehen.

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Aufreger Nummer 2:

Ein Zweikampf von Yussuf Poulsen mit Braunschweigs Torhüter Rafal Gikiewicz in der zweiten Halbzeit. Der Keeper griff am Boden liegend nach dem Ball, der RB-Stürmer versuchte die Kugel noch über die Linie zu schieben und traf dabei den Torhüter am Kopf. „Das war unglücklich, wir waren gleichzeitig am Ball“, sagte Poulsen. Er habe sich danach gleich bei Gikiewicz entschuldigt. Der Pole musste minutenlang auf dem Feld behandelt werden. Zwayer ließ auch diese Szene ohne Ahndung durchgehen. „Da kein Foul zu geben, ist eine mutige Entscheidung“, meinte Lieberknecht. Die Zuschauer im Stadion hatten die Aktion weniger brisant beobachtet und vermuteten eine absichtlich in die Länge gezogene Behandlungspause. Fortan bedachten sie jeden Ballkontakt von Gikiewicz mit einem Pfeifkonzert.

Das führte zu

Aufreger Nummer 3:

Lieberknecht wurde durch die Reaktionen von den Rängen dünnhäutig und machte eine abwertende Handbewegung in Richtung Haupttribüne im Sektor A. Nach dem Spiel gab sich der Übungsleiter reumütig: „Ich entschuldige mich dafür, es war eine undurchsichtige Situation, wo es für den Torwart gefährlich hätte werden können“, meinte er.

Aufreger Nummer 4

ereignete sich Sekunden vor dem 3:1. Nach einem Zweikampf mit Stefan Hierländer blieb ein Braunschweiger Spieler an der Mittellinie liegen. Zwayer pfiff nicht und RB spielte weiter. Joshua Kimmichs Pass auf Poulsen leitete die Entscheidung ein. Lieberknecht war außer sich, weil kein Bulle das Spielgerät ins Aus geschoben hatte, um eine Behandlung zu ermöglichen. „Es war ein Fehlverhalten von uns. Da möchte ich mich entschuldigen“, sagte Leipzigs Trainer Alexander Zorniger später bei der Pressekonferenz.

Am Ende haben sich die Bullen die nächsten drei Punkte gesichert und mit elf Punkten aus fünf Spielen eine glänzenden Saisonstart hingelegt. Braunschweig dagegen verbuchte bisher gerade vier Zähler. „Das kann man jetzt eine Krise nennen“, stellte dann auch Mittelfeldspieler Mirko Boland fest.

Frahn findet zu alter Stärke

Bei aller Diskussion um den Schiedsrichter, RB hat trotz seiner langen Verletztenliste eine für die Fans mitreißende Partie abgeliefert. Zorniger stellte vom gewohnten 4-3-1-2-System auf 4-3-3 um. „Durch das Leipziger Pressing war es ganz schwer für uns, den Ball hinten heraus zu spielen“, gab Eintracht-Verteidiger Ken Reichel zu.

Einer der Gewinner der Begegnung hieß Daniel Frahn. Anders als in den Spielen zuvor war der Kapitän mit seinen beiden Nebenleuten an der Seite wesentlich präsenter auf dem Platz, hatte im Vergleich zur Partie beim FSV Frankfurt fast doppelt so viele Ballkontakte und die meisten Torschüsse aller Spieler. „Bei drei Stürmern kann ich mich auch einmal zurückfallen lassen, mir den Ball selbst holen“, erklärte er.

Auffälligster Akteur war aber Joshua Kimmich. Der U-19-Europameister bereitete zwei Tore direkt vor und leitete einen Treffer ein, und hatte mit 73 Ballkontakten die meisten Begegnungen aller RB-Profis mit dem Spielgerät an diesem Nachmittag. Mitbewohner Poulsen freute sich für seinen Teamkollegen, auch weil er mit zwei Treffern direkt profitierte. „Da machen wir in der WG eine kleine Party, ich lasse mir für Joshua etwas einfallen“, meinte der Däne.

Einziger Wermutstropfen: Benjamin Bellot kassierte den ersten Treffer in der Zweiten Bundesliga. „Das ist halb so wild, da könnt ihr nun endlich etwas anderes berichten“, sagte der Keeper in Richtung Journalisten, die zuletzt seine makellose Serie immer wieder zum Thema gemacht hatten. Bellot genießt jedes Spiel, wohl wissend, dass sein Platz bald wieder die Bank sein wird. Stamm-Schlussmann Fabio Coltorti hatte sich am Sonnabend zwischen die Zuschauer im Oberrang gemischt. „Nächste Woche steige ich wieder ins Mannschaftstraining ein“, sagte er. Ist der Schweizer wieder fit, kehrt er auch zurück zwischen die Pfosten.

Matthias Roth

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