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RB-Archiv RB-Chef Dietrich Mateschitz will Salzburg zur Leipziger Kaderschmiede umbauen
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14:21 21.02.2012
Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz sieht offenbar keine international erfolgreiche Zukunft für RB Salzburg mehr. Quelle: dpa
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Leipzig/Klagenfurt

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz lässt das bescheidene Abschneiden seiner Spieler kalt. „Unsere Fußball-Zukunft ist nicht mehr auf Österreich und Red Bull Salzburg fokussiert“, sagt der 67-Jährige der in Graz herausgegebenen Kleinen Zeitung.

„Aus Österreich heraus regelmäßig in der Champions League zu spielen, das geht nicht", sagt Mateschitz weiter. "Selbst wenn du Barcelona oder Manchester United auch nur ein halbes Jahr in Österreich spielen lässt, sind sie nicht mehr so gut, sie wären völlig unterfordert", erklärt der Brausehersteller dem Blatt gegenüber.

Deshalb verfolgt Mateschitz nun "ein anderes, innovativeres Konzept". Demnach wird der Verein aus der Mozartstadt zur Ausbildungsfiliale umstrukturiert. Allerdings erst, wenn RB Leipzig in der Bundesliga spielt.

"Wir werden dann in Salzburg nur noch mit Spielern und jungen Talenten arbeiten, von denen wir möglichst viele für Deutschland und für Leipzig bundesligatauglich machen wollen", sagt Mateschitz der Kleinen Zeitung.

Der österreichische Sportjournalist und Fußballexperte Gerald Pototschnig aus Klagenfurt kann den Wandel von Mateschitz durchaus nachvollziehen. „Fußball ist sein Sorgenkind. Er hat geglaubt, dass er sich in jeder Sportart behaupten, alles in Grund und Boden fahren und schießen kann. Nach einiger Zeit musste aber auch Mateschitz einsehen, dass der österreichische Fußball zu schwach ist für diese Pläne“, analysiert Pototschnig im Gespräch mit LVZ-Online.

Dennoch glaubt der Kenner des Fußballs in der Alpenrepublik nicht, dass die Qualität bei Red Bull Salzburg abnehmen werde. „Um Spieler nach Leipzig zu vermitteln, muss man in Österreich den Anspruch behalten, in der Bundesliga zu spielen, da alles darunter ein desaströses Niveau hat“, glaubt der Experte.

Bei RB Salzburg sorgen die Pläne des Getränkeunternehmers noch nicht für Unruhe. „Intern ist das kein Thema, weil sie einfach noch zu langfristig sind“, berichtet Pototschnig. Es gebe im Verein ohnehin keine Kontinuität, da das seit Jahren eine „zusammengewürfelte Truppe“ sei.

In der Zentrale von RB Leipzig bleiben die Verantwortlichen traditionell gelassen. Kommentare zu den Äußerungen von Mateschitz werden nicht abgegeben. Die Leipziger Bullen interessieren sich offiziell nur für die Regionalliga und den angestrebten Aufstieg in die dritte Liga.

„Wir haben noch 15 Endspiele vor uns, darauf liegt die ganze Konzentration“, erklärt Leipzigs Sportdirektor Wolfgang Loos. Die Mannschaft habe jetzt 45 Punkte, 45 Punkte gebe es noch zu vergeben, darauf sei der komplette Fokus ausgerichtet.

Matthias Roth/Manuela Tomic

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