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RB-Archiv Zweiter Bauabschnitt beim Trainingszentrum von RB Leipzig – Knackpunkt Umweltverträglichkeit
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14:10 05.10.2011
RB-Profis beim Training am Cottaweg. (Archivfoto) Quelle: Regina Katzer
Leipzig

Vier moderne Plätze sowie ein Magath’scher Trainingshügel stehen den Kickern für Leibesübungen zur Verfügung. Die für gut fünf Millionen Euro errichteten Anlagen sind allerdings nur der Anfang beim ambitionierten Projekt. Der dicke Brocken folgt erst noch.

In einem zweiten, gut 25 Millionen teuren Bauabschnitt sollen weitere zwei Trainingsplätze, ein Trainingsgebäude mit Umkleidekabinen und Sanitäranlagen, eine Geschäftsstelle der Rasenballsportler, ein Internat für den Bullen-Nachwuchs, ein Fanshop inklusive gastronomischer Anbindung, eine Zuschauertribüne am Hauptfeld sowie entsprechend viele Parkplätze entstehen. Bevor dazu wieder Bagger am Cottaweg rollen, geht allerdings noch mindestens ein Jahr ins Land. Denn der Weg bis zum nächsten Spatenstich hat es in sich.

Rahmenbauplan mit Umweltverträglichkeitsprüfung

Wie das Dezernat für Stadtentwicklung und Bau auf Anfrage von LVZ-Online am Mittwoch mitteilte, muss noch der Rahmenbebauungsplan für den zweiten Bauabschnitt erarbeitet und von den zuständigen Instanzen, inklusive der Leipziger Ratsversammlung, genehmigt werden. Schon im Vorfeld, nach Angaben der Stadtverwaltung im Frühjahr 2012, soll auch die Öffentlichkeit am Verfahren beteiligt werden. Knackpunkt in den Überlegungen dürfte vor allem die im ersten Bauabschnitt aufgesparte, nun aber dringend notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung für die Arbeiten am Rand des Leipziger Auwaldes werden.

Nach Angaben der Stadtverwaltung stehe vor allem der Vogelschutz im Fokus der Umweltschutz-Untersuchungen. Das RB-Trainingsgelände befinde sich in Nähe einer sogenannten Special Protected Area (SPA) der Europäischen Union, heißt es aus dem Neuen Rathaus. In der SPA „Leipziger Auwald“ sind unter anderem Baumfalken, Eisvögel, Flussuferläufer, Grauspechte, Milane und Weißstörche heimisch, die vom leistungsorientierten Treiben der Roten Bullen gestört werden könnten.

Trainingszentrum am „Flaschenhals“ zwischen nördlichem und südlichem Auwald

Aber auch andere Natur- und Artenschutzbelange seien bei der Umweltverträglichkeitsprüfung in den kommenden Monaten zu berücksichtigen, „da das Plangebiet bzw. das Vorhaben Trainingszentrum RB Leipzig aufgrund seiner Lage im ‚Flaschenhals’, der Engstelle im Biotopverbund zwischen nördlichen und südlichen Auwald von erheblicher Bedeutung ist“, heißt es aus dem Dezernat für Stadtentwicklung. Deshalb sollen auch Leipzigs Umweltverbände bei der Festlegung des zeitlichen Umfangs, der Methode sowie des zu untersuchenden Gebiets der Umweltverträglichkeitsprüfung beteiligt werden.

Bis zum Sommer 2012 müssen Ergebnisse vorliegen, die dann im Rahmen-Bebauungsplan berücksichtigt werden und sowohl dem Oberbürgermeister, als auch der Ratsversammlung zur Abnahme vorgelegt werden. Im Oktober oder November nächstes Jahr bekommen auch alle anderen Leipziger nach dem Willen der Stadtverwaltung Gelegenheit, sich die detaillierten Pläne zu Gemüte zu führen – darunter natürlich auch die Umweltverbände. Ende 2012 könnte RB Leipzig den Bauantrag bei einem positivem Votum dann tatsächlich einreichen und die Schubkarre wieder in die Hand nehmen.

Scheitern der Umweltverträglichkeitsprüfung könnte teuer werden

Ein Scheitern des zweiten Bauvorhabens am Cottawegs aufgrund zu großer Beeinträchtigungen der nahen Auwald-Landschaft könnte nicht nur für RB Leipzig unangenehme Auswirkungen haben. Vor Beginn der Arbeiten im Frühjahr 2011 hatten Kommune und Verein vereinbart, die spätere Umweltverträglichkeitsprüfung ergebnisoffen abzuwarten. Sollte RB sein Engagement dann aufgrund fehlender Bauflächen beenden wollen, eröffnet sich laut Erbbaurechtsvertrag in zehn Jahren eine Möglichkeit – inklusive Entschädigung. Denn im Rhythmus der Dekaden sieht das Vertragswerk ein einseitiges Aufhebungsrecht für RB Leipzig vor. Nach zehn Jahren müsste die Stadt Leipzig dabei immerhin schon 20 Prozent des Verkehrswertes der entstandenen Sportanlagen an den Verein zurückzahlen. 

Matthias Puppe

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