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Spielberichte Zornigers Stimmung täuscht nicht: RB Leipzig lässt dem FC St. Pauli keine Chance
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15:50 24.11.2014
Doppel-Torschütze Terrence Boyd von RB Leipzig jubelt im Spiel gegen den FC St. Pauli über einen seiner Treffer. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Pauli mit 4:1.

"Ich bin heute sehr, sehr zufrieden mit fast allem", sagte RB-Trainer Alexander Zorniger. Der Coach war schon nach den Trainingseinheiten in dieser Woche "positiv gestimmt". Weg von den langen Pässen wie in Darmstadt, hin zum gepflegten Spiel mit kurzen Bällen, hatte er seinen Männern ins Merkheft geschrieben. Und was machten seine Spieler? Sie setzten genau diese Vorgabe um und dominierten die Partie über weite Strecken. "RB war einfach besser, das muss man akzeptieren", sagte Gästetrainer Thomas Meggle.

Yussuf Poulsen köpfte schon in der 4. Minute knapp neben das Tor und Daniel Frahn traf fünf Minuten später nur das Außennetz. Zorniger machte seine Ankündigung wahr und ließ seinen Kapitän hinter den Spitzen auf der Zehner-Position spielen. Frahn fühlte sich in ungewohnter Umgebung sichtlich wohl, sorgte stets für Unruhe am Strafraum der Hamburger. Fand auch Zorniger: "Wir hatten heute einen sehr starken Daniel Frahn."

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Erster Jubel im Stadion nach 17 Minuten: Poulsen nahm einen vertikalen Pass auf, marschierte dann von links nach rechts durch den Strafraum, ignorierte den völlig freistehenden Dominik Kaiser und schloss zur Führung ab. "Manchmal muss man auch allein was probieren", so Poulsen. Der Däne bekam von Meggle eine Sonderanerkennung: "Poulsen hat ständig zwei Spieler huckepack mitgenommen", sagte er.

Leipzig ließ nicht locker, drückte weiter und belohnte sich dafür. In der 30. Minute schlug Diego Demme einen butterweichen Pass auf den Kopf von Terrence Boyd. An dessen Ball kam Pauli-Keeper Philipp Tschauner nur noch mit den Fingerspitzen heran, konnte ihn aber nicht mehr über die Latte lenken. Endgültig drückte Frahn das Leder in die Maschen. Der Kapitän wurde zunächst auch als Torschütze gefeiert. In der Halbzeit die Korrektur: Boyds Ball war schon hinter der Linie. Das war auch gut so, Schlitzohr Frahn hatte nämlich den Unterarm für seinen vermeintlichen Treffer benutzt.

Rzatkowski ins Krankenhaus eingeliefert

St. Pauli kam in der ersten Hälfte nicht ins Spiel. Die Gäste hatten auf der Auswärtsfahrt offenbar die Vorgaben ihres Trainers nicht ausreichend studiert. Meggele hatte gefordert: Zweikämpfe für sich entscheiden und die Bullen weg kämpfen. Die Duelle Mann gegen Mann entschied allerdings RB in der ersten Hälfte für sich. "Wir waren in der Abwehr oft in Unterzahl, das war bei uns unorganisiert", analysierte Pauli-Verteidiger Lasse Sobiech.

Unschöne Szene noch in der 38. Minute: Frahn traf Paulis Marc Rzatkowski am Fuß wie am Vortag Paderborns Marvin Bakalorz den Dortmunder Marco Reus. Der Hamburger musste mehrere Minuten behandelt werden, kam noch einmal wenige Minuten zurück auf den Rasen und revanchierte sich bei Frahn mit einem Ellenbogencheck auf die Nase. Beide Aktionen bedachte Schiedsrichter Manuel Gräfe mit der gelben Karte. Rzatkowski musste noch während der Partie ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wie sein Verein auf Twitter mitteilte, konnte der Spieler die Klinik wieder verlassen und mit der Mannschaft zurück nach Hamburg fahren. Am Montag stellte Mannschaftsarzt Sebastian Schneider die Diagnose: doppelter Außenbandriss im linken Sprunggelenk. Rzatkowski wird wohl bis zur Winterpause ausfallen.

Nach der Halbzeitpause hatten dann auch die Fans im ausverkauften Gästeblock kurz Grund zum Feiern. Enis Aluhsi setzte sich gegen Tim Sebastian durch und verkürzte zum 2:1.

Kreative St.Pauli-Fans

Die Pauli-Anhänger zeigten, dass es auf den Rängen auch anders geht. Nicht mit einer inzwischen mehrfach abgekupferten Boykottaktion protestierten sie gegen den jungen und finanzstarken Verein aus Leipzig, sondern mit Kreativität. "Lasst uns allen zeigen, was wir schon erlebt haben und wie viele Erlebnisse uns mit unserem Verein verbinden. Wir müssen nicht mit dem Wort Tradition um uns schmeißen, ein Blick in den Kleiderschrank genügt", hieß es vor der Partie in einem Aufruf an die Fans. Die Hamburger trugen schlicht ihre ältesten Kiez-Trikots und sangen immer wieder: "Hey, St. Pauli, wir lieben Dich." Einige Schmähgesänge und -transparente waren dagegen überflüssig.

Trugen kreativen Protest in die Red-Bull-Arena: die Fans vom FC St. Pauli. Quelle: Christian Modla

Munter ging es auch auf dem Rasen weiter. Erneut führte eine Co-Produktion von Frahn und Boyd zum Erfolg. Der Kapitän jonglierte einmal, zweimal, dreimal mit dem Ball im Strafraum, legte dann auf seinen Stürmerkollegen ab und der versenkte die Kugel mit Wucht zum 3:1. Poulsen hatte mit einem Knaller an den Außenpfosten bereits die Entscheidung vor Augen. "Wir hatten heute Chancen für sieben Tore", so der Däne.

Das 4:1 besorgte Sebastian in der 73. Minute nach einer Ecke per Kopf unter kräftiger Mithilfe von John Verhoek, der noch mit der Brust abfälschte.

RB ist nun bis auf einen Punkt wieder an die Aufstiegsplätze herangerückt und profitierte zusätzlich von der Niederlage des Tabellenführers aus Ingolstadt.

RB Leipzig:

Coltorti - Jung, Sebastian, Compper, Teigl, Khedira (87. Hierländer), Kaiser, Demme, Frahn (72. Kalmar), Boyd (80. Morys), Poulsen

FC St. Pauli:

Tschauner - Sobiech, Ziereis, Schachten, Halstenberg, Buchtmann, Rzatkowski (44. Verhoek), Alushi, Maier, Kurt (60. Budimir), Thy (75. Daube)

Tore:

1:0 Poulsen (17.), 2:0 Boyd (30.), 2:1 Alushi (46.), 3:1 Boyd (53.), 4:1 Sebastian (73.)

Zuschauer:

38.660

Schiedsrichter:

Manuel Gräfe (Berlin)

Matthias Roth

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