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News Lars Kaufmann: "Leipzig ist eine Option" - Flensburg-Star sucht einen neuen Verein
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SC DHFK
12:54 18.03.2015
Lars Kaufmann im Einsatz für die SG Flensburg-Handewitt. Quelle: dpa
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Leipzig/Flensburg

Über Wetzlar, Lemgo und Göppingen gelang ihm der Sprung ins Starensemble von der SG Flensburg-Handewitt. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Kaufmann 2007 Weltmeister. Im Interview mit LVZ-Online spricht der gebürtige Görlitzer über seine Zeit bei Concordia, die Chancen des SC DHfK und seine eigene Zukunft im Sommer.

Frage:

Herr Kaufmann, der SC DHfK steht vor dem Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga. Sie haben das vor zehn Jahren mit Concordia Delitzsch geschafft. Wie groß war die Euphorie damals bei Ihnen?

Kaufmann:

Bei uns war das damals ein bisschen anders. Leipzig hat sich den Aufstieg ja als Ziel vorgenommen. In den Delitzsch haben wir in der Rückrunde kaum noch ein Spiel verloren und sind so auf den ersten Platz gerutscht. Das war so nicht zu erwarten wie jetzt beim SC DHfK. Aber trotzdem, die Euphorie war auch bei uns groß.

Sie sind dann nach Wetzlar gewechselt und haben die Folgesaison der Concordia mit gerade vier Siegen nicht mehr miterlebt. Was waren aus heutiger Sicht die Gründe für das Delitzscher Debakel?

Nach zehn Jahren ist das schwer zu sagen, ich war dann ja auch weg. Ich glaube aber, das Umfeld war noch nicht bereit und die Mannschaft vielleicht noch ein bisschen zu schwach. Der Sprung von der 2. in die 1. Bundesliga ist schon extrem. Da muss man einen guten Kader und auch das Umfeld haben. Diese beiden Komponenten haben damals nicht gepasst.

Worin sehen Sie die größten Unterschiede zwischen der 1. und 2. Bundesliga?

Da gibt es in allen Bereichen große Unterschiede. Schon allein die körperlichen Voraussetzungen sind ganz anders. Es wird auch viel schneller gespielt. Es ist einfach eine viel höhere Qualität.

Was trauen Sie den Leipzigern bei einem Aufstieg zu?

Ich weiß, dass sie eine sehr junge Truppe haben und diese Spieler auch Verantwortung übernehmen. Das ist an sich super, aber wenn man in der 1. Liga bestehen will, braucht man auch erfahrene Spieler, die sich mit den Situationen dort und dem Abstiegskampf auskennen. Ich kenne nicht alles im Detail, aber Leipzig und das Umfeld ist gewappneter als Delitzsch vor zehn Jahren.

Haben Sie noch Kontakte zu ehemaligen Mannschaftskollegen aus Delitzscher Zeiten?

Lars Kaufmann 2004 im Trikot von Concordia Delitzsch nach dem Sieg gegen den Stralsunder HV. Quelle: KlausDieter Gloger

Mit Uli Streitenberger habe ich noch Kontakt. Wir schreiben uns und telefonieren auch ab und zu. Er hat mir berichtet, dass alle heiß sind auf die 1. Liga. Man sieht das aber auch an den Zuschauerzahlen, dass der SC DHfK angenommen wird. Zum Pokalspiel gegen die Füchse war die Halle ausverkauft, das habe ich auch mitbekommen. Leipzig hat schon eine Bundesligamannschaft verdient. Sie werden aber sicher gegen den Abstieg spielen und müssen jetzt eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen.

Ihr Vertrag läuft im Sommer bei der SG Flensburg-Handewitt aus. Viele Leipziger Fans könnten sich Ihre Rückkehr nach Sachsen gut vorstellen. Wie sehen Ihre Pläne aus?

Viel kann ich darüber nicht sagen. Leipzig ist auf jeden Fall eine Option. Ich spreche natürlich auch mit anderen Clubs. Mit meiner Familie fühle ich mich sehr wohl im Norden und mit meiner Frau, die hier auch eine Praxis hat, überlege ich schon, ob es vielleicht auch möglich wäre in Dänemark zu spielen. Dafür muss ich aber auch einen Verein finden.

In der Champions League mussten Sie gerade eine bittere Heimpleite gegen Kiel hinnehmen, in der Meisterschaft fehlen sechs Punkte auf das Spitzenduo. Was ist mit Flensburg-Handewitt in dieser Saison noch möglich?

Wir haben ganz klare Ziele. Beim DHB Final Four in Hamburg sind wir das fünfte Mal in Folge dabei und es ist immer nur der zweite Platz bisher dabei herausgesprungen. Ich hoffe, dass wir uns dieses Mal einen Platz verbessern können. Das ist ein sehr großes Ziel von uns. Außerdem wollen wir nächstes Jahr wieder in der Champions League spielen und den dritten Platz verteidigen. In diesem Jahr sollten wir nach der Niederlage gegen Kiel realistisch bleiben. Da müsste schon ein Wunder passieren, wir einen perfekten und Kiel einen rabenschwarzen Tag erwischen.

Interview: Matthias Roth

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