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News „Man muss etwas bekloppt sein“ – 350 Fans feiern den SC DHfK im Sonderzug
Sportbuzzer SC DHfK Leipzig News „Man muss etwas bekloppt sein“ – 350 Fans feiern den SC DHfK im Sonderzug
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SC DHFK
09:03 08.03.2018
Stefan Ilsanker mit der Chefin der „Feuerbälle“ Sabine Riebner am Leipziger Hauptbahnhof. Der RB-Fußballer schickte den DHfK-Fanzug am Morgen auf die Reise nach Mannheim.   Quelle: Matthias Roth
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Sonderzug

Stefan Ilsanker hat das dem SC DHfK Leipzig alles eingebrockt. Im vergangenen November zog der Spieler von RB Leipzig die Lose für das Pokalviertelfinale und machte dabei die Paarung der Leipziger bei den Rhein-Neckar Löwen perfekt. Manager Karsten Günther kommentierte die Ansetzung beim Deutschen Meister damals mit einem langgezogenen „Neiiiiiin“.

Am Dienstag ist das Schnee von gestern. Um 11.30 Uhr stehen 350 Fans der Grün-Weißen auf Bahnsteig 12 des Leipziger Hauptbahnhofs. Mittendrin: Stefan Ilsanker im DHfK-Trikot von Philipp Weber mit der Nummer 20. Er will Glück wünschen vor der schweren Auswärtsreise nach Mannheim und weiß, dass er etwas gut zu machen hat. Der Mittelfeldspieler übernimmt die Rechnung für 25 Kisten Bier und steckt den Betrag dafür ins Sparschwein des Fanclubs „Feuerbälle“.

Während Ilsanker zurück an den Cottaweg zum Training fährt, steigen die Schlachtenbummler in einen historischen Zug der Schweizer Bahn, schön altmodisch mit weichgepolsterten Sechser-Abteilen. Über die Lautsprecher dröhnt Schlagermusik, in die Mitte hat die Bahn einen Partywaggon gekoppelt.

Gute Stimmung im DHfK-Sonderzug nach Mannheim. Quelle: Matthias Roth

Zwischen Diskolicht und Zapfhahn

Dort führen die Feuerbälle Regie, managen Bar und Buffet, zwischen Diskolicht und Zapfhahn. Mittendrin ist Ralf Fischer, den alle nur Fischi nennen. Wer den Namen des 53-Jährigen nicht kennt, der hat ihn zumindest schon in der Arena erlebt. Fischi ist Vortrommler und Choreograf der Fans in einer Person. Wikingerruf und „DH-fK“-Schreie stimmt an Spieltagen stets Fischi an. Das halbe Abteil im Zug ist mit seinem Zubehör belegt: große Trommel, Transparente, persönliche Dinge. „Man muss schon etwas bekloppt sein, wenn man so etwas macht“, sagt der Weißenfelser von sich selbst.

Während die Feuerbälle schon seit sieben Jahren für Stimmung sorgen, ist Fischi erst seit zwei Jahren bei jedem Spiel dabei. Ein Besuch mit seinem Handballverein aus Weißenfels beim SC DHfK hat ihn mit dem grün-weiß Virus infiziert. „In Leipzig ist man ganz nah dran an den Spielern, keiner hat Starallüren, das gefällt mir“, sagt der Vortrommler.

Karsten Günther (rechts) mit Vortrommler Ralf Fischer, den alle nur Fischi nennen. Quelle: Matthias Roth

Karsten Günther heizt am Bordfunk ein

Im Mittelpunkt zu stehen, das macht ihm nichts aus. „Ich bin schon seit DDR-Zeiten im Karneval aktiv, das ist mein Ding“, so der Sachsen-Anhalter. Während es bei Spielen für ihn nur Vollgas gibt, tritt er im Berufsleben eher auf die Bremse. Fischi arbeitet in Weißenfels beim Ordnungsamt. Zu seinen Aufgaben gehört Knöllchen schreiben und Raser blitzen. „Das hänge ich aber nicht an die große Glocke“, sagt der ehemalige Handballer und aktive Schiedsrichter.

Am Pokaldienstag drückt er jedenfalls auf die Tube, erst im Zug mit den anderen am Tresen. Zwischendurch ruft Manager Günther über den Bordfunk in die Abteile. Seine Frage, ob alle gut drauf sind, ist nur rhetorischer Art. Die Antwort hallt lautstark durch die Wagen. Später am Nachmittag rollt der Zug dann am Haltepunkt an der Mannheimer SAP-Arena ein. Die Fans müssen nur wenige Meter bis in die Halle zurücklegen. Und dort geht sie weiter. Die stimmgewaltige Party in Grün-Weiß. An Stefan Ilsanker und seine Auslosung denkt da niemand mehr.

Von Matthias Roth

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