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SC DHfK Leipzig: Kein Jobtausch von Biegler und Prokop

Personaldebatte SC DHfK Leipzig: Kein Jobtausch von Biegler und Prokop

Die Handball-Bundesliga (HBL) drängt auf eine Entscheidung bei der Personalie Christian Prokop. Ein Gedankenspiel ist schon jetzt vom Tisch: Ein Jobtausch von DHfK-Coach Michael Biegler und dem Bundestrainer.

Christian Prokop (links) und Michael Biegler.

Quelle: Knofe/dpa

Leipzig. Die Telefonkonferenz ist beendet, eine der wichtigsten Personalfragen im deutschen Handball ist aber nach wie vor offen. Was wird aus Bundestrainer Christian Prokop? Darüber hat sich das achtköpfige Präsidium der Handball Bundesliga (HBL) am späten Mittwochvormittag beraten und ist zu keinem einheitlichen Ergebnis gekommen. Das bestätigte HBL-Sprecher Oliver Lücke auf Nachfrage von LVZ.de. In dem Gremium sitzen Vertreter von Erst- und Zweitligavereinen, darunter aus Magdeburg, Göppingen und Hannover. Weitere Gespräche sollen folgen.

Wenige Stunden vor dem All Star Game am Freitag wird HBL-Präsident Uwe Schwenker im Leipziger Penta-Hotel an einer Präsidiumssitzung des Deutschen Handballbundes (DHB) teilnehmen. Ein Tagesordnungspunkt wird die Zukunft von Prokop sein. Das Wort der HBL hat dort Gewicht.

Die Diskussion um den Bundestrainer reist auch eine Woche nach dem Ausscheiden bei den Europameisterschaften nicht ab. Eigentlich wollte DHB-Vizepräsident Bob Hanning das Abschneiden gründlich analysieren und sich dafür fünf bis sechs Wochen Zeit lassen. Solange mag die HBL offenbar nicht warten. „Ich wünsche mir, dass eine Entscheidung über eine Weiterbeschäftigung von Christian Prokop deutlich eher fällt“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Sportbild.

Das Magazin nannte auch gleich mehrere mögliche Nachfolger für den Bundestrainer. In der Verlosung: Alfred Gislason aus Kiel und Martin Schwalb aus Hamburg. Und eine weitere Variante taucht auf: Christian Prokop und der momentane DHfK-Coach Michael Biegler könnten die Jobs tauschen.

"Mit momentaner Konstellation glücklich"

Karsten Günther, Manager des Leipziger Bundesligisten, erteilte dieser Konstellation sofort eine Abfuhr. „Das können wir ausschließen, wir sind mit der momentanen Konstellation sehr glücklich“, so Günther. Ex-Frauen-Bundestrainer Biegler hatte den SC DHfK erst am 1. Januar übernommen.

Nach rund drei Wochen Training ist aus der Mannschaft bisher nur Positives über den neuen Übungsleiter zu hören. „Die Ansprache stimmt, das Training macht Spaß“, berichten die Leipziger Spieler. Günther will sich an der Diskussion um Prokop nicht weiter beteiligen. „Da ist viel an den Haaren herbeigezogen. Christian und sein Team werden die EM analysieren und dann neu angreifen. Und wir konzentrieren uns voll auf die Rückrunde in der Bundesliga. Ich freu mich auf den Start in Melsungen und danach ein ausverkauftes Heimspiel gegen den SC Magdeburg“, so der Manager.

Finanzielle Auswikrungen einer möglichen Prokop-Entlassung für den SC DHfK will Günther nicht kommentieren. „Alles Quark!“ erklärt er. Bekannt ist aber, dass die Leipziger für den Prokop-Wechsel 500.000 Euro kassieren, in Jahresraten zu 100.000 Euro. Laut Sportbild ist die HBL bereit, sich an einer Abfindung für Prokop und den SC DHfK zu beteiligen.

In der Kritik: Bob Hanning.

Quelle: dpa

Schwalb, dem Ambitionen auf den Bundestrainerposten nachgesagt werden, hat Prokop gerade in Schutz genommen und dafür Hanning scharf kritisiert. „Man muss schon auch hinterfragen, welche Rolle Hanning gespielt hat und spielt. Prokop war Hannings Wunschkandidat. Er hat einen Trainer geholt, der keine internationale Erfahrung hatte. Der Verband hat eine stolze Ablöse bezahlt und Prokop einen Fünfjahresvertrag gegeben“, monierte Schwalb in der „Hamburger Morgenpost“. Hanning sei „mitverantwortlich“ für das, was bei der EM passiert ist.

Matthias Roth

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