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„Wird uns gut tun": Philipp Weber freut sich aufs All Star Game in Leipzig

Am Freitag in der Arena „Wird uns gut tun": Philipp Weber freut sich aufs All Star Game in Leipzig

Bei der EM-Aufarbeitung hat er sich alle Spiele noch einmal angeschaut und erkannte sich dabei kaum wieder. „Ich habe mich bei einigen Aktionen gefragt: Wer ist eigentlich der Typ mit der Nummer 20?“, sagt Philipp Weber. Am Freitag steht der DHfK-Handballer beim All Star Game vor 7000 Zuschauern in der heimischen Arena wieder auf der Platte.

"Platz neun ist für uns als Handballnation nicht akzeptabel": Philipp Weber geht nach der EM mit seiner Leistung kritisch ins Gericht.

Quelle: dpa

Leipzig. Verdrängen bringt nichts, die Aufarbeitung einer Enttäuschung muss auch wehtun. Also schaute sich Philipp Weber in den vergangenen Tagen die EM-Spiele noch einmal an und erkannte sich selbst kaum wieder: „Ich habe mich bei einigen Aktionen gefragt: Wer ist eigentlich der Typ mit der Nummer 20?“ Am Freitag steht der DHfK-Handballer beim All Star Game vor 7000 Zuschauern in der heimischen Arena wieder auf der Platte. Philipp Weber meint: „Es wird uns gut tun, mal ein Spiel im Auswahltrikot ohne Druck zu bestreiten. Das Leipziger Publikum wird uns helfen – es ist immer fachkundig und begeistert.“

Weber möchte nicht über andere reden, sondern bei der Aufarbeitung der knapp zwei Wochen Kroatien bei sich ansetzen. „Platz neun ist für uns als Handballnation nicht akzeptabel. Ich bin vor allem mit meiner Leistung ganz und gar nicht zufrieden. Ich kann es besser, habe den Anspruch, die Nationalmannschaft führen zu wollen.“ Bei der Suche nach Ursachen spiele das Selbstvertrauen eine Rolle. „Wenn du anfängst zu überlegen, hast du schon verloren.“ Beim Einbruch in der zweiten Hälfte gegen Spanien habe die Angst vor Fehlern, ja sogar vor dem Versagen mitgespielt.

Bei der Ausgeglichenheit in Europa würden Nuancen entscheiden, ob man mit Medaille oder „als Depp der Nation“ heimkehre. 2016 habe das DHB-Team viele Spiele knapp gewonnen, diesmal fehlte oft ein Quäntchen. Der gebürtige Schönebecker erkannte, dass ihm internationale Erfahrung fehlt. Auch die lange Pause nach seinem Mittelfußbruch spielte eine Rolle. „Ich war immer ein Typ, dem das Wurst ist. Doch nun kam Druck dazu – intern und medial.“ Über einige Journalisten meint er: „Sie sind beim Titel 2016 mit auf der Erfolgswelle gesurft. Nun treten sie uns als Erste in den Hintern.“

Der 25-Jährige habe in den vergangenen Tagen viel Zeit mit der Familie verbracht, dabei mal nicht über Handball geredet. „Nach einem Gespräch mit den DHfK-Trainern habe ich wieder richtig Bock auf Handball.“ Vor allem Michael Biegler, der zuletzt nach der Frauen-WM eine ähnliche Enttäuschung verarbeiten musste, verfüge über einen riesigen Erfahrungsschatz. „Das hat mir unglaublich geholfen.“ Am Mittwoch wird Weber erstmals wieder mit seinem Verein trainieren, um das All Star Game nicht aus der Kalten zu bestreiten. Ob er sich das DHfK-Testspiel am Donnerstag gegen den EHV Aue (18.30 Uhr in Ziegelheim) anschaut, will er aktuell entscheiden.

Von Frank Schober und Matthias Roth

Für das All Star Game am Freitag in der Arena Leipzig (19.30 Uhr, live bei Sky Sports News HD) gibt es noch 150 Restkarten.

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