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Spielberichte DHfK-Handballer verlieren letztes Spiel unter Trainer André Haber
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SC DHFK
22:16 27.12.2017
Der SC DHfK musste sich gegen Erlangen mit 26:27 geschlagen geben. Quelle: Imago
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Nürnberg/Leipzig

„Das  war ein beschissener Tag.“ Kurz und knackig war der Satz, den André Haber am Mittwochabend in Nürnberg ins Sky-Mikro pustete. Nicht etwa per se, weil er sich seine Verabschiedung anders vorgestellt hatte. Sicherlich, weil mindestens ein Punkt, wenn nicht sogar ein Sieg seines SC DHfK gegen den HC Erlangen drin war. „Wir sind zweimal zurückgekommen, waren fast weg und haben uns nicht belohnt wegen kleiner Dummheiten“, erklärte der 31-Jährige die 26:27-Niederlage (14:11) beim Tabellen-Dreizehnten. Damit ist zum Jahresabschluss auch die grandiose Strähne der Leipziger Bundesliga-Handballer gerissen.

Vielleicht lag es ja auch an einigen Handicaps. Andreas Rojewski kam angeschlagen aus der Mini-Pause namens Heiligabend. Einen Infekt hatte sich der 32-Jährige eingefangen. Zu allem Überfluss knickte sich einen Tag vor dem „Boxing-Day-Hit“ gegen Erlangen Alen Milosevic den rechten Fuß um. Ergo musste im DHfK-Team umgestellt werden.

Vielleicht war es aber auch die Kulisse in der Nürnberger Arena. 8124 Zuschauer tummelten sich in der Halle und machten ordentlich Palermo. Da kann einem schon mal die Muffe gehen.

Vielleicht war es aber einfach nur die ganz normale Weihnachtsmüdigkeit, die den Grün-Weißen in die Glieder gefahren war. Technische Fehler, von Nikolas Katsigiannis parierte Würfe, tapsige Abwehrarbeit. Phasenweise zerfiel das Leipziger Kollektiv in seine Einzelteile. Der SC mühte sich in der 7. Spielminute zum ersten Tor. Aivis Jurdzs musste sogar eine Täuschung auspacken, um zu treffen. Und da war da auch noch Christoph Steinert. Der 27-Jährige spielte in der vergangenen Saison noch in Leipzig und hatte wohl noch eine Rechnung offen. Frustbewältigung nennt man sowas. Acht Dinger klinkte er seinem Ex-Team ein.

Wohl ein Mix aus alldem brachte Haber in seinem vorerst letzten Spiel als Cheftrainer der Leipziger so auf die Palme, dass er in der 15. Minute per Auszeit die Reißleine zog. Steinert hatte gerade das 6:4 für den HC Erlangen geworfen. Selten ward der 31-jährige Coach der Leipziger so außer Rand und Band gesehen. Seine Ansprechhaltung sollte aber fruchteten.

Mit einem 7:2-Lauf ging der SC DHfK in Führung – zur Pause stand es 14:11. „Das macht mich stolz“, sagte Nationalspieler Philipp Weber in der Pause. Doch in ruhigen Fahrwassern waren seine Mitspieler da noch lange nicht. Erlangen zog gleich (40.), acht Minuten später vorbei. Steinert spielte sich nach kurzer Auszeit in einen Rausch – brachte den HC drei Treffer in Front.

Weil DHfK-Abwehrchef Bastian Roscheck sich dreimal ungünstig im Gegner verhakte, durfte er in der 48. Minute von der Platte. Wutentbrannt. Haber explodierte an der Linie und sah Gelb. Weber platzte auch die Wutschnur, er musste nach einem Zwist mit einem Offiziellen seinen Platz hinter der Bank verlassen.

Trotz all der widrigen Umstände robbte sich der SC DHfK ran. In der 59. Minute hatte Rojewski die Chance zum Ausgleich. Sein Siebenmeterwurf wurde von Katsigiannis pariert. Auch der von Milos Putera eingeleitete Matchball zum Ausgleich blieb ungenutzt. Yves Kunkel vertändelte den Ball. „Ich war schon zwei Schritte weiter“, gestand er nach der Partie.              

Während das Gros der DHfK-Athleten endlich durchschnaufen und die müden Knochen hochlegen darf, geht es für Pieczkowski, Roscheck und Weber nahtlos weiter. Bereits am Donnerstag trifft das Trio auf einen alten Bekannten. Christian Prokop, gerade 39 Jahre geworden, bittet seinen 20er-Kader für die EM in Kroatien zum Lehrgang. In Kamen-Kaiserau wird weiter am Gefüge der deutschen Nationalmannschaft gefrickelt. Weber, der knapp sieben Wochen seinen Fußbruch auskurierte, steigt dort ins Training ein. „Ich mache die ersten Schritte mit dem Team. Ab 1.1. bin ich gesund geschrieben.“ Das Turnier beginnt für Deutschland am 13. Januar.

Von Alexander Bley

DHfK: Kunkel 9/4, Jurdzs 5, Rojewski 4/1, Rivesjö 3, Meschke 2, Semper 2, Strosack 1

Strafminuten: HC 4 / DHfK 8

Siebenmeter:  1/1 –  6/9

Disqualifikation: - / Roscheck (48.)

Zuschauer: 8124

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