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Nur 24:24 gegen Hildesheim: Aufstiegschancen des SC DHfK Leipzig sind wohl dahin

Nur 24:24 gegen Hildesheim: Aufstiegschancen des SC DHfK Leipzig sind wohl dahin

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben den Aufstieg in die erste Bundesliga wohl verspielt. Gegen Eintracht Hildesheim reichte es am Samstagabend nur zu einem 24:24 (14:13).

Vor 4480 Zuschauern (neuer Saisonrekord) konnten die Messestädter ihr Spiel nicht in gewohnter Weise aufziehen und leisteten sich zu viele Patzer, um die dringend benötigten zwei Punkte zu holen.

"Da müssen wir uns nichts vormachen, mit diesem Abend ist das Thema Aufstieg endgültig vom Tisch", resümierte Alexander Feld klar. "Und wenn man ganz ehrlich ist: Wer es nicht schafft, gegen Hildesheim zu gewinnen, hat es auch nicht verdient aufzusteigen." Sein Trainer Christian Prokop mochte den Sachstand direkt nach der Partie nicht ganz so deutlich formulieren, zeigte sich aber dennoch. "Es ist Wahnsinn, was der Verein mit diesem Tag heute auf die Beine gestellt hat, um uns in der Endphase der Saison zu unterstützen. Ich bin enttäuscht, dass wir das nicht mit einer starken Vorstellung krönen konnten."

Von Beginn an hatten die Gastgeber Probleme mit dem Rückraum der Gäste. Robin John, Michael Qvist und Marvin Nartey hatten in der Mitte deutlich zu viele Freiheiten. 16 der 24 Treffer der Eintracht erzielten diese drei, die prächtig harmonierten und teilweise völlig unbedrängt agieren konnten. Die Leipziger Fans sahen das mit einem weinenden aber auch einem lachenden Auge. Denn in der kommenden Saison wird Qvist für die Grün-Weißen auflaufen.

Coach Christian Prokop reagierte mit einer Auszeit in der 13. Minute auf die Situation und stellte um. In der Defensive sollte nun neben Thomas Oehlrich Bastian Roschek statt Alen Milosevic für Stabilität sorgen. "Milo" durfte zunächst nur noch offensiv ran. Die Maßnahme zeigte zumindest streckenweise Wirkung. In der 18. Minute konnte Pavel Prokopec die erste Führung für die Gastgeber zum 9:8 herauswerfen.

Grund für allzu große Euphorie aus grün-weißer Sicht gab es allerdings nicht. Denn nun stieg die Fehlwurfquote. Gleich mehrere freie Würfe blieben ungenutzt. Einen dauerhaften Vorsprung konnte sich der SC DHfK so nicht herausspielen. Immerhin: Dank eines Treffers von Philipp Weber kurz vor der Sirene ging es mit einem 14:13 in die Kabinen. "Es war klar, dass die Hildesheimer im Angriff geduldig spielen und versuchen würden uns einzulullen", sagte Alexander Feld zu den Problemen im Angriff. Das habe man zugelassen. "Und dann haben wir selber immer wieder unvorbereitet und überhastet abgeschlossen."

Auch nach Wiederanpfiff blieb es ein umkämpftes Spiel und die Leipziger taten sich weiter schwer. Der Trainer warf nun auch Rico Göde in das Ringen am Kreis. Maximilian Jonsson durfte nun ebenfalls ran. Aber die dringend benötigte Stabilität brachte all das nicht. Immer noch profitierten die Gäste zu häufig von unnötigen grün-weißen Fehlern. Während der bereits in der 25. Minute für Gabor Pulay gekommene Henrik-Ruud Tovas lange Zeit einen schweren Stand hatte, zeigte sich sein Gegenüber Dennis Klockmann bestens aufgelegt. "Von ihm haben sich die Jungs schon kurz nach Spielbeginn mehr beeindrucken lassen als gut gewesen wäre", so Prokop.

In den letzten Minuten nahm die Intensität noch einmal deutlich zu. Nun verwarfen auch die Hildesheimer, nun war Tovas besser drauf. Und die Grün-Weißen hatten das größte Plus auf ihrer Seite, fantastische Zuschauer, die die Arena zu einem echten Hexenkessel machten. 26 Sekunden vor Schluss traf Pavel Prokopec per Siebenmeter zum 24:23. Doch auch Hildesheim durfte nochmal vom Punkt ran und Lothar von Hermanni machte das 24;24. "Meine jungen Spieler haben in vielen Partien in dieser Saison Verantwortung übernommen. Heute hat das leider nicht so geklappt wie sonst", resümierte der DHfK-Coach.

Seine Jungs haben nur noch theoretische Aufstiegschancen. Konkurrent Bietigheim muss erst am Sonntag beim HC Empor Rostock ran, hat aber aktuell zwei Punkte mehr auf dem Konto. "Ich weiß nicht, was da noch passieren soll, damit es noch eine Möglichkeit für uns gibt", meinte Bastian Roscheck sichtlich mitgenommen. "Es hilft aber auch alles nichts, wenn wir unsere Pflicht nicht erleidigen. Und das haben wir heute nicht."

Leipzig:

Tovas; Pulay; Emanuel (2); Krzikalla (3); Oehlrich (1); Binder (4); Jonsson (1); Gerlich (2); Roscheck; Weber (5); Prokopec (6/3); Milosevic; Feld; Göde.

Hildesheim:

Klockmann; Kinzel; Nikolov (2); Stüber; Qvist (5); John (6); Weißbach; Zechel; Lungela (2); Tzoufras (1); Heiny; von Hermanni (3/2); Gerstmann, Nartey (5).

Siebenmeter:

Leipzig 3/3; Hildesheim 2/2.

Strafen:

Leipzig 3; Hildesheim 2.

Antje Henselin-Rudolph

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