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Spielberichte Philipp Weber erwischt Sahnetag und schießt SC DHfK zum Sieg gegen Nordhorn-Lingen
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SC DHFK
21:00 05.11.2014
Philipp Weber vom SC DHfK Leipzig. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Es war der erste Auswärtssieg überhaupt gegen das Team von der niederländischen Grenze.

Gegen die komplett in rot auflaufenden Gastgeber konnten die Leipziger das erste Tor markieren. Philipp Weber verwandelte in der dritten Minute einen Siebenmeter. In rascher Folge fielen zwei weitere Tore. Der SC DHfK kam gut ins Spiel, hervorragend abgesichert durch die Defensive der Grün-Weißen und einen starken Felix Storbeck im Tor. Erst nachdem Philipp Pöter für zwei Minuten von der Platte gestellt wurde, konnte die HSG zum ersten Mal einnetzen (7. Minute). Bis zur zehnten Minute konnten die Gastgeber auf 3:4 aufschließen. DHfK-Handball-Manager Karsten Günther war hellauf begeistert: "Das war eine Mega-Abwehrleistung. Was die Jungs auf den Beinen geleistet haben, war phänomenal. Sowas geht nur im Kollektiv. Dahinter zwei starke Torhüter.

Doch dann legten die Leipziger noch eine Schippe drauf. Trotz eines ebenfalls starken Tormanns in Gestalt von Björn Buhrmester spielte der SC DHfK binnen zehn Minuten einen 4:9-Vorsprung heraus (23. Minute). In der Folge neutralisierten sich die Teams mit rüden Attacken. Freiwürfe, Spielunterbrechungen und Siebenmeter wechselten sich ab. Nach einem letzten direkten Freiwurf, der an der Mauer der Leipziger scheiterte, ging es mit 6:12 in die Pause.

Robustes Spiel und zu wenige Kühlkompressen

Die Schiedsrichter hatten die Pfeife noch gar nicht richtig aus dem Mund genommen, da traf Philipp Weber schon zum 6:13. Doch Jens Wiese konterte für die Gastgeber umgehend zum 7:13. Die HSG Nordhorn-Lingen deckte in der Folge offensiv Leipzigs Topscorer Weber, versuchten ihn aus dem Spiel zu nehmen. Doch es nützte nichts: Ein verwandelter Siebenmeter und Weber verzeichnete sein neuntes Tor: 9:15. Es ging weiter robust zu auf dem Spielfeld. Dermaßen robust, dass den DHfK-Betreuern die Kühlkompressen ausgingen, die Gastgeber halfen aus.

Weber gönnte den Nordlichtern keine Ruhe: und warf das zehnte Tor binnen vierzig Minuten. Zwar kamen die Grün-Weißen auch über die Außen, doch die Treffer wurden vor allem in der Mitte herausgearbeitet. Oder eben vom Siebenmeterpunkt. "Wenn es vorne mal eng zu werden drohte, hat sich immer einer ein Herz gefasst und getroffen. Wir hatten den absoluten Willen, das hat Spaß gemacht zuzuschauen", so Karsten Günther.

Der größte Trainer der 2. Handballbundesliga, Heiner Bültmann (2,08 Meter groß), hatte schon all seine Auszeiten aufgebraucht, da bat Leipzigs Coach Christian Prokop sein Team erstmals an den Rand. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 14:22. Im Schlussviertel konzentrierten die Rot-Weißen ihr Aufbauspiel, und verkürzten auf diese Art und Weise den Rückstand. Diese Aufholjagd war vor allem Michael Kintrup zu verdanken, der zuvor die meiste Zeit auf der Bank saß. Doch auch wenn die Prokop-Sieben sichtlich müde war, über die Außen via Lukas Binder fielen weiter die Tore. Dass es weiter „körperlich“ zuging zeigte eine Szene aus der 58. Minute, als beide Teams jeweils mit nur noch vier Feldspielern auf der Platte standen.

Bastian Roschek mit Turban

Kurz vor dem Pfiff noch einmal Philipp Weber: Er dribbelte, wollte Zeit von der Uhr nehmen und beließ es bei seinen 13 Treffern. Das Spiel endet mit 20:26. Der SC DHfK lag stets vorn. Nur zur Erinnerung: Die Partie gegen Nordhorn-Lingen im Vorjahr (21:27) war die höchste Auswärtsniederlage der Saison für die Messestädter.

Ein Sonderlob erhielt Bastian Roscheck, der im Konter mit Lukas Binder zusammenknallte und eine Platzwunde erlitt. "Er hat einen Turban um die Rübe bekommen und ist wieder rein", so Günter. Der 23-jährige Roscheck meinte: "Der Kopf dröhnt ein wenig, aber das ist halb so schlimm. Wichtig sind die zwei Punkte, die wir mit nach Hause nehmen. Es war eine super Atmosphäre. Wir waren von Anfang an konzentriert und haben die Halle leise gehalten. Das ist wichtig in so einem Match vor 3000 Zuschauern."

Am Samstag stehen die Leipziger Handballer wieder auf der heimischen Platte. Gegen den derzeitigen Tabellenachten ThSV Eisenach geht es um 19.30 Uhr los. Manager Günther: "Den Schwung nehmen wir mit, um das noch brutal schwerere Heimspiel gegen Eisenach siegreich zu gestalten." Bei LVZ-Online können Sie die Partie im Audio-Stream live verfolgen.

DHfK:

Storbeck, Ruud Tovas; Weber 13/6, Semper 2, Emanuel 1, Pechstein, Pöter 1, Milosevic 1, Roscheck 2, Oehlrich, Binder 5, Krzikalla 1.

Johannes Angermann/ F.S.

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