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Schwer erarbeitet: SC DHfK Leipzig feiert 28:21-Sieg gegen Bayer Dormagen

Schwer erarbeitet: SC DHfK Leipzig feiert 28:21-Sieg gegen Bayer Dormagen

Es war eine schwere Geburt, aber doch immerhin eine erfolgreiche: Der SC DHfK Leipzig hat sich am Freitagabend nach einem über weite Strecken fahrigen Spiel 28:21 (12:10) gegen den TSV Bayer Dormagen durchgesetzt.

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Philipp Pöter setzt sich durch - die Dormhagener Abwehr schaut nur zu.

Quelle: Elmar Keil

Leipzig. Vor 1781 Zuschauern in der Arena Leipzig hatten die Hausherren sichtlich mit den Nachwirkungen des DHB-Pokalspiels zwei Tage zuvor zu kämpfen. "Es war heute wirklich kein schönes Spiel", gab Bastian Roscheck nach dem Abpfiff unumwunden zu. "Es war eine Charakterfrage. Am Ende kommen wir über den Kampf."

"Wir bleiben stehen, bis das erste Tor für uns fällt", rief Hallensprecher Sascha Röser den Fans kurz vor dem Anpfiff zu. Mannschaft und Fanclub Feuerball L.E. hatten die Aktion abgesprochen, die dann länger dauerte, als gedacht. Denn der erste Angriff der Hausherren ging daneben, dann traf erstmal Robin Doetsch für den TSV. Schließlich ging noch Alen Milosevics Trikot unsanft aus dem Leim. Der Kleiderwechsel zog sich etwas, Thomas Oehlrich kam zur Überbrückung auf's Feld und dann, nach 3:33 gespielten und zehn gefühlten Minuten, brachte Maximilian Janke den Ball im Tor unter. Erstmal setzen. "Wir haben ein paar Minuten gebraucht, damit der Motor anfing zu laufen", beschrieb Roscheck diese Phase später.

Der weitere Spielverlauf gestaltete sich ähnlich zäh. Man merkte den Hausherren überdeutlich an, wie viele Körner sie die Partie gegen die Füchse Berlin am Mittwoch wirklich gekostet hatte. Zudem fehlte mit Kapitän Lukas Binder (Außenbandriss im Knöchel) ein wichtiger Motor. Die Grün-Weißen agierten unkonzentriert, zu kompliziert und ohne Durchschlagskraft. "Wir haben zu viel über die Mitte versucht, statt die Halbpositionen und die Außen mit einzubinden", so DHfK-Coach Christian Prokop. Hart erarbeitete gute Gelegenheiten blieben ungenutzt. Normalform erreichte zu diesem Zeitpunkt lediglich Keeper und Geburtstagskind Henrik Ruud Tovas, der mehrfach toll parierte. Die logische Folge: Der Tabellen-17. aus Dormagen konnte bis zur 20. Minute eine Führung halten. 

"Es ist nur menschlich, dass nach so einer Partie wie gegen Berlin erst einmal ein paar Prozent fehlen", meinte Gästetrainer Jörg Bohrmann, der unumwunden zugab, ein ganz klein wenig darauf spekuliert zu haben. "Das hat ja auch erstmal geklappt. Wir haben in der Abwehr gut gestanden und hatten einen starken Torhüter." Sein Gegenüber machte vor allem auch auf die unterschiedliche Ausgangslage an den so kurz aufeinanderfolgenden Spieltagen aufmerksam. "Am Mittwoch waren wir vor vollem Haus krasser Außenseiter und konnten vor allem viel Spaß haben. Heute waren wir gegen einen guten Gegner absoluter Favorit. Das muss man auch mental erstmal hinkriegen."

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DHfK-Torhüter Henrik Ruud Tovas jubelt über den nächsten Sieg.

Quelle: Elmar Keil

Durch einen Doppelschlag von Lukas Krzikalla, der zwei Tempogegenstöße sicher verwandelte, wendete sich das Blatt dann in der 21. Minute zu Gunsten der Hausherren. Auch wenn sie sich zunächst weiter schwer taten: Das Team ackerte, rackerte, arbeitete und hielt den Vorspung. In die Kabinen ging es mit einem 12:10.

Nach Wiederbeginn stand da plötzlich der "alte" SC DHfK auf der Platte: Frischer, locker, mit Energie und Tempo, sicher in der Abwehr. Die Pause hatte sichtlich gut getan. Rasch wuchs der Vorsprung auf sechs Tore. Dormagen wirkte zwischenzeitlich etwas hilflos ob des grün-weißen Expresses. "Philipp Pöter hat das Spiel in dieser Phase stärker geleitet", lobte Prokop. Am Ende hatte Pöter neun Mal getroffen. Die Zuschauer freute es. Die Stimmung in der Halle war prächtig. Gut für die Hausherren, dass sie es auch blieb, als urplötzlich, nach etwa 40 Minuten, der Schwung wieder weg war. Sven Bartmann im Tor des TSV hielt einen Ball nach dem anderen. Das Spiel der Hausherren war wieder so fahrig wie in Hälfte eins. Nur das Polster im Rücken war größer.

Am Ende war es groß genug, um der Mannschaft die nötige Sicherheit für die etwas hektische Schlussphase zu geben. Eine doppelte Unterzahl fünf Minuten vor Ultimo beflügelte vor allem Lukas Krzikalla, der plötzlich aus dem Rückraum auftrumpfte. "Was der da gemacht hat, Wahnsinn", urteilte Bastian Roscheck. Der so Gelobte wehrte aber gleich ab: "Ich werde jetzt nicht auf Rückraum umschulen." Die Halle tobte. "Vielleicht war es am Ende zwei drei Tore zu hoch", resümierte Christian Prokop. "Aber so ein Spiel wie heute musst du erstmal gewinnen."

Leipzig:

Tovas; Storbeck; Semper (2); Emanuel (2); Streitenberger; Krzikalla (7); Pöter (9/3); Oehlrich; Janke (2); Greß (1); Roscheck (1); Milosevic (3); Pechstein (1); Naumann; Boese.

Dormagen:

Jäger; Bartmann; Bettin; Genz (3); Plaz (1); Eisenkrätzer (1); Poklar (4/2); Doetsch (4); Kübler (2); Damm (6); Hüter; Marquardt; Arnaud.

Antje Henselin-Rudolph

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