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Sport Regional Bad Düben steht Kopf: Gelungenes Doppel mit Könnern und Komplimenten
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19:41 01.06.2014
Impressionen vom Landesturnfest 2014, in Bad Düben. Quelle: Alexander Bley

Denn in einer Arena unterm freien Himmel hat die Sachsenmeisterin bisher noch nicht ihre Übungen gezeigt.

"Das ist was ganz Neues für mich. Bei so schönem Wetter macht das besonders viel Spaß. Regen wäre blöd", sagt Emma mit Blick ins blaue Himmelszelt. Aber das Frischluft-Spektakel, wie es beim 7. Landesturnfest in Bad Düben über die Bühne geht, könnte selbst Sieganwärter überraschen.

"Kleine Windböe, geblendet von der Sonne, Sturz vom Gerät und das wars. Turnfest-Wettkämpfe dieser Art haben ihre eigenen Gesetze, aber das wiederum ist das Besondere daran", hat Übungsleiter-Urgestein Rudi Polster (83) schon diverse Geschichten in freier Natur erlebt. Der junggebliebene Senior hat elf Turbine-Turnerinnen in die Kurstadt mitgebracht. Für Emma sieht er gute Chancen, wenn sie bei ihrer Premiere cool bleibt. Eitel Sonnenschein, die Leipzigerin gewinnt.

Bad Dübern Barfuß in der Mittagssonne, der Grasteppich leuchtet im satten Grün. Emma Prietzel, zwölfjährige Turnerin von Turbine Leipzig, genießt die Freiluftvariante und betritt im Stahnisch-Stadion generell Neuland. Denn in einer Arena unterm freien Himmel hat die Sachsenmeisterin bisher noch nicht ihre Übungen gezeigt.

Stunden früher, 6 Uhr genau, am gleichen Platz. Der Rasen ist nass, die Geräte kommen nicht ganz pünktlich und die Aufbau-Helfer haben Schwierigkeiten, das Reck zu verankern. Das Programm verschiebt sich etwas, aber das bringt die erfahrene Wettkampfleiterin Martina Pöschel (55) nicht aus der Ruhe. Die Landesfachwartin und Trainerin bei der HSG DHfK schüttelt zwischendurch immer wieder Hände. Turnfeste, in Bad Düben bereits 2004 gelungen, sind stets auch Begegnungsfeste.

Auf dem Markt trifft sich am Wochenende ein buntes Völkchen. Aktiver mit Vereinsanhang oder Gast mit Kind plus Kegel freuen sich über die zahlreichen Angebote. 10 000 Besucher, darunter 2000 Sportler aus über 70 Gemeinschaften sind dabei. Auf der Bühne wirbeln die Tanzgruppen beim Wettbewerb Stars und Sternchen. Zur Jury gehört Bürgermeisterin Astrid Münster, ihr zur Seite sitzen die Ehrengäste Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes, und Sachsens Oberturner Joachim Dirschka.

Der DTB-Chef, geradewegs vom Schwaben-Spektakel aus Freiburg nach Düben gekommen, hat nur Lob ("Tolle Eröffnungsshow, die Stimmung ist klasse") übrig und gibt den Sachsen auf den Weg: "Konsequent weitermachen, die Turnbewegung in der gesamten Breite entwickeln." Leicht gesagt, die Schwere der Aufgabe liegt bekanntlich in der täglichen Basisarbeit des Vielsparten-Verbandes. "Wir müssen uns nicht verstecken, aber es gibt noch viel zu tun", sagt Dirschka und meint damit auch die Engpässe in den eigenen Reihen. Das Doppel Turn-und Stadtfest sieht er als eine gelungene, beispielgebende Kombination.

Mittendrin und immer dabei ist Botschafter Schlingel. Das LVZ-Maskottchen animiert die Leute zu kleineren und größeren Kraftakten - sehr zur Freude des Promotionteams unter Leitung der ehemaligen HCL-Handballerin Nora Reiche-Hupel. Ihr Gesamtbild? "Schön, ehrenamtlich und familiär." Gespielt wird in Bad Düben auch, im Stadion findet ein großes Beachvolleyball-Turnier statt.

Gestern Nachmittag steigt, wiederum bei Bilderbuchwetter, der Festumzug. "Ich habe gerade meinen letzten Salto auf dem Lkw geschlagen", teilt Steffen Brost noch ganz außer Atem mit. Sein TV Blau-Gelb Dad Düben ist in führender Position unterwegs, danach schließt sich "halb Bad Düben an". Brost, 44 und nach dem Stress gefühlte 45, findet, dass sich der Aufwand in den vergangenen zwei Jahren gelohnt hat. Fraglich sei, ob eine derartige Veranstaltung noch einmal zu stemmen sei. Diesmal seien "sensationelle Helfer" aus Verein und STV (Eberhard Firl) am Werk gewesen - der Wettergott erhält die Ehrenmitgliedschaft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.06.2014

Kerstin Förster

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