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Sport Regional Deutschland gegen Brasilien steigt am 26. November im Plache-Stadion
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19:44 07.09.2016
Rugby war bei den Olympischen Spielen in Rio einer der Publikumsfavoriten, nun kommt der Sport ins Bruno-Plache-Stadion. Quelle: dpa
Leipzig

Fußball-Hausherr Lok Leipzig dampft der etwas anderen Spielart mit Engagement und Neugier entgegen. „Die Vertragsverhandlungen laufen. Wir freuen uns auf Rugby und eine volle Hütte“, bestätigt Lok-Vizepräsident Stephan Guth das Vorhaben. 6800 Zuschauer passen ins Plache, in Hannover schauten schon 9000 Fans zu. Große Umbauarbeiten stehen nicht an, lediglich die Fußball-Tore müssen durch senkrechte Malstangen und Querstange ersetzt und der Platz neu gekreidet werden.

Nächste Woche soll ein Vor-Ort-Termin stattfinden. „Wir haben sehr viel Lust auf Leipzig, eine Region, in der wir noch nicht waren und hier einen Schub für die Sportart bringen soll“, begründet Robert Mohr (38) den Ausflug ins Sächsische. Der Ex-Nationalspieler aus Hannover arbeitet als Sportverantwortlicher für die Wild-Rugby-Academy. Diese wurde 2007 von Hans-Peter Wild gegründet, ist seit September 2014 der Premium-Partner des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) und unterstützt in diesem Rahmen die 7er und 15er Nationalmannschaften des DRV organisatorisch und finanziell.

Rugby in der knackigen 7er Variante war erstmals wieder bei Olympia, in Rio zu sehen, ohne deutsche Beteiligung. Das Ticket wurde knapp verpasst. Für die positive Entwicklung gab es Lob vom Weltverband, der eine Top-Förderung in Aussicht stellt. Am Zuckerhut feierten das Männer-Team der Fidschi-Inseln und die Australierinnen die Goldmedaille.

Der Außenstehende macht sich (s)ein Bild. Wer Rugby anschaut, sieht, dass es drunter und drüber geht, Kerle wie auch die Kämpferinnen gleichermaßen raufen, Wirrwarr herrscht, in dem alles erlaubt scheint. Vorurteil. „Es ist ein sehr demokratisches Spiel“, bemerkte einst der neuseeländische Schriftsteller Lloyd Jones. Eine Spielwiese auch für verschiedene Typen von Athleten – es sind die Kräftigen ebenso wie die Schmächtigen und Schnellen auf dem Platz. Im Eifer des Gefechts passieren freilich auch unschöne Sachen, der Fußball lässt grüßen.

Lokaler Partner neben Lok wird der Rugby-Club Leipzig. Academy-Vertreter und Bundestrainer schauten im vergangenen Jahr schon mal bei den Löwen vorbei. „Die Leute um Präsident Karsten Heine sind super motiviert und werden uns tatkräftig unterstützen“, ist sich Robert Mohr sicher. Von RCL-Seite dazu keine Einwände. „Das wird auch für uns eine tolle Sache, wenn vielleicht Tausende zum Spiel gehen. Da haben wir bei unseren Bundesliga-Partien in Stahmeln noch Luft noch oben“, versichert Chef Heine, der Neugierigen den RCL-Heimspielstart am Sonnabend, 15 Uhr, gegen St. Pauli empfiehlt. Fußball ist auch, aber die Red-Bull-Arena bekanntlich leider ausverkauft...

Blick in die Geschichte: Der Leipziger Gerhard Schubert (73), Ex-Nationalspieler und -Trainer, erinnert sich an drei Länderspiele in seiner Heimatstadt. Das erste fand 1951 gegen Australien statt, Nummer zwei gegen eine französische Gewerkschaftsauswahl und das bisher letzte 1989 gegen Polen.
 
Kerstin Förster

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