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Sport Regional „Die Hitze hat mich geschafft“ - So war der 42. Leipzig Marathon
Sportbuzzer Sport Regional „Die Hitze hat mich geschafft“ - So war der 42. Leipzig Marathon
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23:42 22.04.2018
Mehr als 9700 Starter waren am Sonntag beim 42. Leipzig Marathon dabei. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Das weiße Basecap verkehrt herum auf dem Kopf, die Flagge des Heimatortes um die Schultern gelegt, ein strahlendes Lächeln im Gesicht: Für Gabriel Svajda ging gestern ein Traum in Erfüllung, als er am Sonntag bei sommerlichen Temperaturen um die 25 Grad als erster Läufer durchs Zielband beim 42. Leipzig-Marathon glitt (2:35:23 h). „Das Gefühl ist überwältigend. Es ist mein erster Sieg bei einem Marathon“, jubelte der Slowake, den Freudentränen nahe.

Vor drei Jahren lief er in der Messestadt persönliche Bestzeit. Seinen Plan für dieses Rennen – „Ich wollte unter den Top Fünf landen“ – hat Svajda, Jahrgang 1984, eindrucksvoll übertroffen, feierte letztlich einen souveränen Start-Ziel-Sieg, trotz zeitweiliger Beschwerden: „Bei Kilometer 25 hatte ich kurz Probleme. Als es wieder ging, habe ich noch mal gepusht.“

Platz zwei bei Debüt in Leipzig

Locker-leicht absolvierte der Jenaer Christian Hupel (35) den langen Kanten. „Es sollte ein Trainingslauf sein. Aber je weiter das Rennen voranschritt, merkte ich, dass da was geht. Und dann habe ich angegriffen“, meinte er glücklich. Gleich bei seinem Debüt in Leipzig sicherte sich der Triathlet sieben Minuten nach dem slowakischen Sieger Rang zwei.

Lokalmatador Karsten Schubert vom LFV Oberholz, zur Hälfte des Rennens noch aussichtsreich an zweiter Stelle, musste sich mit dem vierten Platz begnügen. „Ich bin ein bisschen enttäuscht. Hatte gehofft, das Tempo halten zu können. Doch die Hitze hat mich geschafft.“

Schubert trainierte zuletzt viel bei kalten Temperaturen, wie er nach Rennende, etwas nach Atem ringend, erzählte. Deshalb sei es ihm schwer gefallen, sich an das Sommerwetter der vergangenen Tage anzupassen. „Eigentlich wollte ich aufs Treppchen“, so Schubert. Doch stattdessen komplettierte Lukasz Kondratowicz aus Polen das internationale Podest.

Lokalmatadorin Meyer siegt

Bei den Frauen wiederholte Juliane Meyer ihren Vorjahreserfolg und holte unter frenetischem Jubel mit großem Abstand ihren dritten Marathon-Sieg in ihrer Heimatstadt (3:00:37 h): „Es war ein tolles Rennen. Ich bin völlig ohne Zeitdruck gelaufen.“

Die Athletin vom SC DHfK war lange verletzt, konnte im Vorfeld keine größere Distanz absolvieren, hatte sich deshalb erst in letzter Minute für einen Start entschieden – aus einem einfachen Grund: „Ich kenne so viele, die hier mitlaufen. Hätte ich gepasst, wäre ich nur am Rand gestanden. Das ging einfach nicht.“

Viel Lob hatte sie für die Unterstützung der Zuschauer übrig. „An jeder Ecke schreien die Leute, feuern einen an. Da kann man sich nicht hängen lassen“, befand Meyer mit breitem Lächeln.

Hallenserin neben Leipzigerin

Knapp zehn Minuten nach der Leipzigerin überquerte Saskia Mangold als Zweite die Zielgerade. „Es war der härteste meiner bislang sieben Marathons“, resümierte die 30-jährige Hallenserin mit Blick auf die äußeren Bedingungen und ergänzte nicht unzufrieden: „Ich bin die Sache ruhig angegangen, lief von vornherein langsamer als sonst. So gesehen, habe ich eine gute Zeit geschafft.“

Angefeuert von ihren Kindern Thea und Otto sowie Ehemann Holger beendete Dorothea Stepan (45) als Dritte das Rennen: „Ich war sonst immer die Vierte. Toll, dass es heute endlich mit dem Podest geklappt hat.“ Der Veranstalter zählte insgesamt rund 9700 Starter, gut 800 davon beim Marathon. Laut Ergebnisliste erreichten 595 Läufer über diese Distanz das Ziel.

Mehr als 100 Einsätze, ein Infarkt

Die meisten Starter waren diszipliniert, tranken ausreichend Wasser und bewältigten so die Hitzeschlacht. Trotzdem mussten die Rettungskräfte vielfach ausrücken. Jens Corßen von der Johanniter-Unfall-Hilfe und Einsatzleiter vor Ort: „Wir haben rund 20 schwere Fälle verzeichnet, unter anderem einen Herzinfarkt, sowie über 100 leichte.“

40 Sanitätshelfer und Notfallsanitär sowie zwei Notärzte waren im Einsatz.

Matthias Klöppel

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