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Sport Regional Entscheidung zu Christian Prokop erwartet – DHB-Präsidium tagt am Montag
Sportbuzzer Sport Regional Entscheidung zu Christian Prokop erwartet – DHB-Präsidium tagt am Montag
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13:14 11.03.2018
Am Montag geht es um die Zukunft von Bundestrainer Christian Prokop.  Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Drei Wochen nach der verpatzten Europameisterschaft beschäftigt sich der Deutsche Handballbund (DHB) erneut mit der Personalie von Bundestrainer Christian Prokop. Am Montag trifft sich das Präsidium zu einer Sitzung in Hannover. Für den späten Nachmittag ist eine Pressekonferenz in einem Flughafenhotel der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant.

Die zu beantwortende Kernfrage lautet: Geht es mit dem 39-jährigen ehemaligen Coach des SC DHfK Leipzig weiter oder muss er trotz seines noch bis 2022 laufenden Vertrags bereits nach einem Jahr seinen Posten wieder räumen?

Debatte geht in finale Phase

Die mit Interna aus der Nationalmannschaft gespickte Berichterstattung über Prokop während und nach der EM hatte sich beim All Star Game vor zwei Wochen in Leipzig wieder beruhigt. Verantwortliche von DHB und Handball-Bundesliga riefen dort eine Art Burgfrieden aus und drängten auf eine unaufgeregte Auswertung der EM. Sie geht nun offenbar in die finale Phase.

Prokop gab sich kurz nach dem Showspiel in der Arena kämpferisch. „Ich habe ein gutes Gefühl mit der Mannschaft und will sie weiterführen“, so der Coach. Auch von den Spielern waren da versöhnliche Töne zu hören. „Christian ist ein sehr, sehr guter Trainer. Er hat eine hohe fachliche Kompetenz. Darauf können wir aufbauen“, sagte Finn Lemke, der zunächst nicht für die EM berücksichtigt worden war und ein Anstoß für die gesamte Diskussion um den Bundestrainer war.

Mediation geplant

Am kommenden Wochenende soll noch eine Mediation mit einigen Spielern der Nationalmannschaft erfolgen. Nach LVZ-Informationen ist sie unter der Leitung des ehemaligen Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters in Hamburg vorgesehen. Nach Angaben von Spiegel Online sollen viele Leistungsträger bereits mit ihrem Rücktritt gedroht haben, sollte Prokop weiter beschäftigt werden.

Ein Jahr vor der Heim-WM müsste eine neue Mannschaft aufgebaut werden. Das Ergebnis der Mediation soll am Montag in die Diskussion mit einfließen.

Gegenwind aus Melsungen 

Bis dahin werden auch bei den Verantwortlichen der Handball-Bundesliga (HBL) noch einmal die Telefone heiß laufen. Trainer und Manager werden befragt. Am Ende soll HBL-Präsident Uwe Schwenker, der ebenfalls Mitglied des DHB-Präsidiums ist, eine einheitliche Empfehlung der Liga abgeben.

Den meisten Gegenwind bekommt Prokop von der MT Melsungen. Manager Axel Gerken hatte den gebürtigen Köthener in der Handballwoche als „überfordert und verbrannt“ bezeichnet. Im LVZ-Interview verteidigte er zuletzt die Kritik: „Zu dem Inhalt stehe ich“, so Geerken.

Trennung "keine Frage des Geldes" 

Sollte sich der DHB tatsächlich für eine teure Trennung von Prokop entscheiden, dann dürfte ein zweiter Name mit in den Fokus rücken: Bob Hanning. Der DHB-Vizepräsident hatte Prokop nach hartnäckiger Überzeugungsarbeit in Leipzig losgeeist und mit dem langfristigen Kontrakt ausgestattet.

Hanning hatte sich nach der EM für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer stark gemacht, im ZDF-Sportstudio aber auch betont, dass eine Trennung keine Frage des Geldes sei. Der DHB könne sich eine Freistellung Prokops leisten.

Von Matthias Roth

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