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FC Sachsen siegt gegen Borea deutlich

FC Sachsen siegt gegen Borea deutlich

Wie spitz die Fußballspieler des FC Sachsen auf den späteren 4:0 (2:0)-Sieg gegen Borea waren, zeigte sich schon nach knapp zwei Minuten. Abwehrmann Enrico Köckeritz zerriss sich bei seiner ersten von gefühlten 624 Grätschen das weiße Beinkleid, musste am Seitenrand gezwungenermaßen blank (!) ziehen und in eine neue Turnhose schlüpfen.

Leipzig. Am Ende war nicht nur bei "Köcki" alles gut sortiert, wurde der höchste Saisonsieg als wunderbares Omen vorm Derby gegen RB gewertet.

4:0 gewonnen, auf Platz sechs geklettert, den heiß geliebten 1. FC Lok zumindest bis ins Jahr 2010 abgehängt. Allgemeine Meinung unter den 1090 Fans vor dem Sonntag-Knüller im Zentralstadion: Jetzt können die Roten Bullen kommen! Die werden verwurstet! Was Erfurt II kann, können wir schon lange!

"Wir sind gerüstet", sagte der beste Mann auf dem Platz, Daniel Heinze. "Natürlich haben wir gegen die eine Chance", glaubt auch Kapitän Kevin Kittler erkannt zu haben. "Die packen wir an den Hörnern", ist Stadionsprecher Axel Felsmann überzeugt. Coach Dirk Heyne wollte sich nicht ganz so breit aufs noch vor wenigen Monaten sehr morsche grün-weiße Fensterbrett lehnen. "Wir können RB schlagen ..." Kunstpause. "... Wenn die sich schon in einer anderen Liga wähnen." Und den vergleichsweise minderbemittelten FC Sachsen unterschätzen.

Heyne, dieses immer sachliche Mannsbild, ließ sich von der Begeisterung, den Schulterklopfern und den "Oooohh-wieee-ist-das-schööön"-Gesängen nicht anstecken. "Wir freuen uns über die vier Tore, hätten aber viel mehr Tore machen müssen. Außerdem haben wir Borea mehrfach eingeladen, um Gegentore gebettelt. Ich kann das 4:0 schon einordnen."

Das kann auch sein verlängerter Arm Kittler. "Borea hatte heute nur Landesliga-Niveau." Borea-Coach Thomas Baron sah das nicht grundsätzlich anders. "Nicht alle meiner Spieler haben schon Oberliga-Niveau, das 4:0 geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung." Und mit Blick Richtung Heyne: "Wir wollen unsere kleine Chance auf den Klassenerhalt nutzen. Ich hoffe, wir spielen auch in der nächsten Saison gegeneinander." In die Schuldenfalle werden sie sich im Dresdner Norden trotz der prekären Tabellenlage nicht begeben. Baron, der ein überaus sympathischer Zeitgenosse ist: "Wir geben nur aus, was wir haben." Und das ist nicht viel.

Kittler schien zunächst mit dem Storch gepokert und dessen Beinchen gewonnen zu haben. In der 14. Minute schob der Mittelfeldmann einen Foulelfer - der starke Max Heyse war von Keeper Ron Linke gelegt worden - neben den Pfosten. Nach genau einer halben Stunde wendete sich das Blatt für den bis dato höchst unglücklichen Kittler, als er im Nachgang eines Köckeritz-Lattenkopfballs das 1:0 markierte.

Fortan lief's. Beim Torschützen und der ganz frei durchatmenden Mannschaft. Daniel Heinze schlenzte das Kunstleder in der 43. Minute nach toller Lee-Gandaa-Vorarbeit zum 2:0 in den rechten Winkel, der eingewechselte Benny Schmidt ließ in der 67. das 3:0 folgen. Heyses Tor (4:0/77.) war ähnlich hübsch wie Heinzes. Borea-Keeper Linke verhinderte bis zum Schlusspfiff weitere Einschläge, hielt göttlich.

Prädikat wertvoll: Mannschaft, Fansprecher und Präsidium richteten vorm Anpfiff einen flammenden Appell gegen Rechts ans Publikum. Klub-Boss Lars Ziegenhorn: "Grün-weiß wird niemals braun!" Hintergrund: Beim Spiel in Zwickau hatten sich einige politisch Verirrte im Fanblock des FC Sachsen getummelt und rechtsextreme Parolen gegröhlt. Ziegenhorn: "Diesen Leuten sagen wir den Kampf an."

Guido Schäfer

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