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Sport Regional Familie rätselt über Todesumstände von Erika Zuchold
Sportbuzzer Sport Regional Familie rätselt über Todesumstände von Erika Zuchold
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19:22 02.10.2015
Am Freitag fand im Sportforum Leipzig eine Gedenkfeier für Erika Zuchold statt.   Quelle: Christian Modla
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Leipzig

 Die Todesumstände der früheren Weltklasse-Turnerin Erika Zuchold werfen neue Fragen auf. Bei der Gedenkfeier zu Ehren der im August in Paraguay verstorbenen Leipzigerin sagte Zucholds Bruder Thomas Barth unter Tränen: „Wir sind überzeugt davon, dass sie umgebracht wurde.“ Auch die beiden Schwestern Roswitha und Andra teilten diesen Verdacht.

Der Turn- und Gymnastikclub Leipzig (TuG) und der sächsische Turn-Verband hatten die Veranstaltung für Erika Zuchold im Leipziger Sportforum organisiert. Die 68 Jährige war im Sommer unter bislang ungeklärten Umständen in Paraguay gestorben und beerdigt worden.

Am Ende der Trauerfeier am Freitag berichteten ihre Angehörigen davon, dass sie seit der Abreise Tucholds Ende Juni nichts mehr von ihr gehört hätten. Alle Versuche, über E-Mail, Telefon oder durch Briefe Kontakt aufzunehmen, seien gescheitert. In der Sterbeurkunde, die der Familie inzwischen vorläge, befände sich im Feld zur Todesursache lediglich ein Strich. Auch Nachfragen beim Auswärtigen Amt Berlin und der deutschen Botschaft in dem südamerikanischen Land hätten bislang keinerlei Informationen erbracht.

Mysteriös sei auch, dass Erika Zuchold ein Rückflugticket nach Deutschland für den 21. August gebucht hatte. Sie stieg allerdings nicht in den Flieger, sondern starb einen Tag später. Gegenüber ihrer Familie habe sie vor ihrer Abreise gesagt, dass sie nach Deutschland zurückkehren wolle, hieß es. Zuchold war im Juni zu ihrer Mutter und einer Schwester in die Provinz Alto ausgewandert.

Zuchold nahm 1968 und 1972 an zwei Olympischen Spielen teil und gewann insgesamt vier Mal Silber und einmal Bronze. Weltbekannt wurde sie durch den Flick-Flack, den sie 1964 bei den Meisterschaften in Halle als erste Turnerin der Welt am Schwebebalken zeigte. Zuchold wurde 2005 in die Gymnastic Hall of Fame in Oklahoma aufgenommen.

Nach ihrer Sportkarriere arbeitete sie als Kunsterzieherin, Tänzerin und Artistin. Später war Zuchold auch als Künstlerin tätig. Im Februar präsentierte sie im Kulturhaus Leuna ihre letzte Ausstellung mit 70 Bildern und Plastiken. Damals klagte sie bereits über ihre angeschlagene Gesundheit. „Ich brauche Ruhe“, so Zuchold. Bereits im vergangenen Jahr war ihr Mann, der frühere Bahnradsportler Dieter Zuchold, gestorben.

Von chg/mro/kefoe

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