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Freude, Frust und Bangen im Markkleeberger Kanupark

Freude, Frust und Bangen im Markkleeberger Kanupark

Wer vom ersten Rennen an hellwach war und sich keinen schweren Schnitzer leistete, durfte bereits am Sonnabend jubeln: Dieses Privileg war im Kanupark Markkleeberg dem Leipziger Slalom-Ass Franz Anton vorbehalten, der nach drei von vier Rennen im Einer- und Zweiercanadier sein EM- und WM-Ticket bereits in der Tasche hatte.

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Die LKC-Duos Anton/Benzien (vorn) und Schröder/Bettge (im Hintergrund).

Quelle: Christian Nitsche

Markkleeberg. Dennoch war der 24-Jährige nicht absolut zufrieden: "Mein Nimbus ist weg, dieses Wochenende bin ich nicht fehlerfrei." Zudem hatte er sich unter der Woche bei einem leichtsinnigen Gedanken ertappt: "Ich habe mir mal kurz gesagt: Was soll noch groß schiefgehen? Das war gefährlich." Am Ende ging es gut, gestern zog sein Zweierpartner Jan Benzien auch im Einer nach und löste die Tickets für Wien (EM) und die USA (WM). Das Duo wird vom Olympiazweiten Sideris Tasiadis aus Augsburg begleitet, der nach seinem achten Platz im ersten Rennen drei Siege folgen ließ und meinte: "Der Druck war nach dem Fehlstart groß. Ich brauche Druck, um gut zu sein."

Die Aufholjagd des neuen Leipziger C2-Duos David Schröder und Nico Bettge kam etwas spät. "Der Start in Augsburg war verhext. In Markkleeberg hatten wir einen einzigen Hänger, den sich die anderen halt nicht geleistet haben", sagte Nico Bettge: "Insgesamt spiegelt die Quali nicht das wider, was wir im Training gezeigt haben." Beide kämpften bis zum letzten Meter und wurden im gestrigen vierten Rennen mit dem Sieg belohnt. Damit steigen die Chancen auf einen Weltcup-Einsatz. "Nico ist der ewige Vierte", stöhnte Vater Henrik Bettge. Auch im C1 landete der Neu-Leipziger dank eines starken letzten Tages noch auf Platz vier.

Bei den Kajak-Männern ging es wie jedes Jahr bis zum letzten Rennen dramatisch zu. Allerdings mischte gestern kein Leipziger mehr ganz vorn mit, nachdem sich Paul Böckelmann am Sonnabend aus dem Kreis der WM-Anwärter verabschiedet hatte. Der Sachse stand nach Augsburg unter Zugzwang, riskierte alles. Und er wusste im Ziel: Das reicht nicht. Sofort vergrub er das Gesicht in den Händen. Drei Augsburger sowie Sebastian Schubert aus Hamm kämpften die drei Tickets unter sich aus. Der Vierkampf endete überraschend: Peking-Olympiasieger Alexander Grimm feierte ein klasse Comeback und verdrängte den London-Olympiadritten Hannes Aigner aus dem WM-Team.

Spannend wird die heutige Nominierung für die LKC-Frauen. Die verletzten Cindy Pöschel (K1) und Lena Stöcklin (C1) erfahren, wann sie sich nach der Genesung qualifizieren können. Karolin Wagner (C1) ist für die Junioren-EM gesetzt. Aber darf sie auch nach Wien zur EM der Elite? Hierfür rechnet sich auch Rebekka Jüttner eine Chance aus. Ihre vier Wettkämpfe im für sie noch ungewohnten C1-Boot glichen einer Achterbahnfahrt. Zweimal ließ sie die meisten Juniorinnen hinter sich, zweimal vermasselte sie eine Top-Platzierung durch zu viele Strafsekunden. "Im Finale am Sonnabend war ich endlich mal vom ersten bis zum letzten Tor voll konzentriert, aber heute war die Konzentration irgendwie weg", so die 22-Jährige: "Die beiden Wochenenden haben viel Kraft gekostet, das Ergebnis ist suboptimal."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.05.2014

Frank Schober

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