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Sport Regional Ice-Hockey, nur abgetau(ch)t
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13:41 03.12.2018
Wenn am Boden um den Puck gekämpft wird, ist von oben nur schwer zu folgen. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Das Wasser im Hallenbecken der Uni Leipzig spritzt in alle Richtungen. Mehrere Schatten tauchen mit schnellen Flossenschlägen am Boden entlang. Immer wieder kommt kurz ein Kopf an die Wasseroberfläche, schaut sich um, atmet tief ein und taucht wieder ab. Ausgerüstet mit gekürzten Hockeyschlägern verfolgen die Studenten einen Puck, der über den Beckenboden von Spieler zu Spieler geschlagen wird. Ohne Vorwarnung tauchen plötzlich alle acht Schatten aus dem Wasser auf. Vier jubeln, vier diskutieren über mögliche Abwehrfehler. Unterwasserhockey heißt der kuriose Sport, der hier jeden Freitag trainiert wird.

Übungsleiter Peter Fargas ist begeistert von der Sportart. Wenn ihm die Luft wegbleibt, gebe es kaum etwas besseres, als aufzutauchen und wieder tief einzuatmen. „Diese Ressourcenknappheit, die sich aber jederzeit in ,Luft’ auflösen kann – das finde ich magisch“, sagt der 36-Jährige, der den Kurs seit diesem Jahr anbietet. Schon 2017 fand das Training in dem kleinen Schwimmbecken an der Mainzer Straße statt, damals war Fargas aber noch ein Frischling.

Dieses Jahr hatte die Übungsleiter in ihr Studium beendet, ist weggezogen. Fargas zögerte nicht, hat einen Rettungsschwimmerschein gemacht und die Leitung übernommen. „Ich will diese Sportart so vielen Leuten wie möglich zeigen“, sagt er. Es sei keine Option gewesen, den Kurs nicht weiterzuführen. Jetzt erklärt er, zusammen mit zwei weiteren erfahrenen Teilnehmern, die Regeln, Tipps und Tricks den Neuankömmlingen. „Luft anzuhalten ist auch täglich praktisch. Sei es beim Müllrausbringen oder bei ungünstigem Verkehr“, erklärt Fargas.

Paul Hopperdietzel hat wie Fargas schon ein Jahr Erfahrung und hilft als Trainer aus. Quelle: Christian Modla

Die Regeln ähneln anderen Hockey-Arten – nur ohne Körperkontakt

Das Prinzip ist einfach: Es wird mit vier bis sechs Spielern pro Team gespielt. Der Puck liegt zum Anstoß in der Mitte. Nach dem Startschuss tauchen die Spieler von ihrer Seite des Feldes los und die Partie beginnt. Anders als im Hockey ist natürlich das Tauchen – und dass Körperkontakt verboten ist. Zur Sicherheit werden Handschuhe angezogen, die mit Sillicon bedeckt sind. „Der Puck wiegt etwa 1,3 Kilogramm, und mit Schlägern, die nur 30 Zentimenter lang sind, ist die Hand mittendrin im Geschehen“, erklärt Fargas. Gute Gründe für die Schutzausrüstung, und das, obwohl man im Wasser nicht besonders weit schlagen kann. „Ein Schuss gleitet über zwei Meter, mit einer guten Technik auch über drei Meter weit.“

Für das Training steht dem Kurs nur das Lernschwimmbecken zur Verfügung

In dem Lernschwimmbecken, das die Hobbysportler immer Freitags ab 21 Uhr nutzen, ist der Wettkampf allerdings nicht ganz regelkonform. Auf den meisten Turnieren wird sechs gegen sechs gespielt – das ist auf 8 Metern Breite, 10 Metern Länge und maximal 1,30 Metern Tiefe aber nicht möglich. Deswegen wird die kleinere Variante gespielt. Aber auch hier gibt es noch Schwierigkeiten: die Wassertiefe. Zwar biete sie den Anfängern ein Gefühl von Sicherheit, verkompliziere aber vieles, so Fargas. „Das Becken hat eine Schräge. An einer Seite sind es nur 70 Zentimeter Wassertiefe.“ Dadurch sei die Wassersäule so klein, dass man starken Auftrieb habe und nur mit viel Aufwand auf dem Beckenboden bleibe. Er erklärt weiter: „Es fehlt am Raumgefühl, an den mehreren Schwimmebenen und manchmal steht man mittendrin sogar ungewollt auf.“

Fargas und seine Schützlinge, für die er in dem Mini-Becken vermutlich nie seine Rettungsschwimmerausbildung brauchen wird, haben trotzdem viel Spaß. Ein Upgrade in das große Schwimmbecken der Universität sei für den Kurs zwar wünschenswert, aber magisch bleibt der Sport für viele Teilnehmer auch im Kleinen.

Von Tilman Kortenhaus

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