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KFC-Kämpfer Kai Wedekind beendet am Sonntag in der Arena seine Karriere

KFC-Kämpfer Kai Wedekind beendet am Sonntag in der Arena seine Karriere

KFC-Ringer Kai Wedekind sagt am Sonntag Tschüs. Der Freistiler beendet mit dem abschließenden Bundesliga-Fight dieser Saison in der Arena Leipzig (Beginn: 15 Uhr) gegen den SV Halbergmoos seine erfolgreiche Karriere.

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Anfang Oktober empfing Ringerclub KFC (in Rot kämpfend) die Gäste vom ASV Hof (blau). Hier: Kai Wedekind (rechts) gegen Matthias Hader.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. "Es ist ein Mischmasch der Gefühle", beschreibt er seine Stimmung drei Tage vor Ultimo, "Ich bin auch gespannt darauf, wie mein Leben nach dem Sport verläuft", meint der langjährige Leistungsträger der Mannschaft, der 70 Prozent seiner Kämpfe in der Bundesliga für sich entschied. Dass der KFC nun absteigt, ärgert den 30-Jährigen natürlich: "Ich bin aber froh, in meiner Laufbahn meist in der obersten Klasse gerungen zu haben. Tiefer wollte ich eigentlich nie kämpfen." Immerhin bestritt Wedekind bereits 1995 seinen ersten Bundesliga-Fight.

Jetzt freut er sich auf den Sport danach. "Bouncen" nennt sich sein neues Hobby. Auf Sprungstelzen, salopp auch Siebenmeilenstiefel genannt, will der 1,59-m-Mann nun übers Land jagen. Er ist bereits Mitglied beim SBC Leipzig. Was seinem Freistiltrainer Daniel Wilde gar nicht gefällt. "Kai ist über viele Jahre einer unserer besten Ringer. Der ist doch noch topfit. Er hätte noch ein, zwei Jahre für uns kämpfen können."

Doch der studierte Betriebswirt will nicht mehr. "Der Zeitaufwand ist zu groß. Wenn ich nur an unseren letzten Kampf in Anger denke. Wir sind Sonnabend früh um 11 Uhr losgefahren und waren am Sonntag, 4 Uhr, wieder in Leipzig." Sein Job als Angestellter bei einem Versicherungsdienstleister fülle ihn voll aus. Zudem möchte er mehr Zeit mit seiner fünfjährigen Tochter Ellen verbringen.

"Wickelkind", wie ihn einige Teamkollegen nennen, war immerhin zweimal Deutscher Meister (1999, 2004) in der Klasse bis 55 Kilogramm. Danach startete er bei den Europameisterschaften, wo er jeweils Neunter wurde. Der ganz große Durchbruch zum Nationalmannschafts-Dauerbrenner gelang Wedekind nicht. "Ich musste mir vieles erarbeiten und hatte nicht immer die nötige Zeit, entsprechend zu üben. Um international bestehen zu können, hätte ich unter Profibedingungen trainieren müssen. Ich habe jedoch mein Studium zum Betriebswirt nie vernachlässigt."

Wedekind erinnert sich gern an die drei Jahre, in denen er für den damaligen Spitzenklub Markneukirchen auf die Matte gegangen ist.

"Das war Weltklasse, allein die herrliche Stimmung dort. Wenn ich an unser Bundesliga-Halbfinale gegen Aalen vor 1000 Zuschauern denke, kriege ich noch heute Gänsehaut."

KFC-Vizepräsident Uwe Neumeister hätte den Routinier auch lieber weiter im Team gesehen. "Kai ist ein Klasse-Ringer, ideal für die Bundesliga. Kai gehört zur deutschen Spitze im Freistil und gilt zudem auch als ganz stark im klassischen Stil. Schade, dass er aufhört." Neumeister wird aber mit seinen Vorstandskollegen nichts unversucht lassen, den Freistilspezialisten zu überzeugen, vielleicht doch noch diesen oder jenen Kampf in der Klasse 60 kg in Liga zwei zu bestreiten.

Wedekind ist nicht der einzige, der aufhört. Auch Kapitän Tilo Türk hat am Sonntag seinen letzten Bundesliga-Auftritt. Mit diesen Lücken dürfte es dem KFC schwerfallen, schnell die Rückkehr in die Eliteklasse zu schaffen. Auch weil ein Spitzenmann wie Nico Graf, der wieder internationale Einsätze anstrebt, kaum für Liga zwei zu begeistern sein wird. Der Schwergewichtler schätzt Wedekind: "Ein Top-Sportsmann, der immer seine Leistung gebracht hat. Wir haben zusammen geweint und gelacht."

Norbert Töpfer

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