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Sport Regional Karsten Günther: „Wir müssen jetzt zusammenhalten“
Sportbuzzer Sport Regional Karsten Günther: „Wir müssen jetzt zusammenhalten“
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19:06 26.03.2018
Immer dicht bei der Mannschaft: Manager Karsten Günther. Quelle: Modla
Leipzig

Die Fans sind unruhig. Auch gegen den TVB Stuttgart lieferte der SC DHfK Leipzig eine schwache erste Halbzeit ab. Manager Karsten Günther appelliert jetzt an Mannschaft, Fans und Partner der Grün-Weißen.

Herr Günther, der SC DHfK hat ein Erste-Halbzeit-Problem. Die Mannschaft kommt schon seit Wochen nicht ins Spiel und muss sich dann mit großem Aufwand herankämpfen. Woran liegt das?

Uns fehlen im Augenblick ein bisschen die Leichtigkeit und das Selbstvertrauen, um Rückschläge wegzustecken. Wir haben dabei zwei Reaktionen festgestellt: Einige Spieler scheuen nach Misserfolgen weitere Entscheidungen, andere wollen die Panne zu schnell reparieren. So gehen in 10-15 Minuten gleich mal sechs bis sieben Tore weg von denen wir uns nur schwer erholen. Positiv ist jedoch, dass sich alle maximal mobilisieren und versuchen das gemeinsam zu reparieren. Darauf aufbauend müssen wir jetzt daran arbeiten, diese Phasen zu minimieren. Da sind im Zweikampf- und Entscheidungsverhalten noch Luft nach oben, doch alle arbeiten mit Nachdruck daran.

Für viele Fans liegt das Problem im Trainerwechsel.

Das ist doch völliger Quatsch. Michael Biegler arbeitet extrem akribisch und hat einen super Draht zur Mannschaft. Er versucht in enger Abstimmung mit André Haber das aktuelle Spielsystem so weiterzuentwickeln, dass wir uns perspektivisch weiter an die Bundesligaspitze heranarbeiten können. Dabei sollen die Jungs mehr Verantwortung übernehmen um ihre individuellen Fähigkeiten noch mehr auszuspielen und unausrechenbarer zu werden. Wenn uns das gelingt, sind auch neue Spieler leichter zu integrieren und wir fahren nicht auf Verschleiß. Doch dieser Prozess braucht Zeit und bringt sicher auch mal Rückschläge mit sich, doch wenn wir mittelfristig Richtung Platz fünf blicken, müssen wir die wegstecken und diesen Weg mit vereinten Kräften gehen.

Das ist der Grund für die Schwierigkeiten in der Rückrunde?

Nein! Wir waren deutlich über Plan und ziemlich euphorisch vor der EM. Dann fehlen erstmals in unserer Historie drei Leistungsträger durch die Nationalmannschaft und drei weitere verletzen sich, so dass die Saisonvorbereitung nicht wirklich zum einspielen genutzt werden konnte. Die EM-Fahrer kommen mit einen Sch… Turnier im Gepäck nach Hause und wir starten ohne Pitsche, Roje und Franz in ein Mörderprogramm. Melsungen und Berlin auswärts, Magdeburg zu Hause. Dazu das Pokalspiel bei den Rhein-Neckar Löwen. Dafür waren wir im Nachgang betrachtet einfach noch nicht reif und unser Selbstvertrauen ein bisschen angeknackst. Das gilt es jetzt durch harte Arbeit und Erfolgserlebnisse wieder aufzubauen. Und dabei brauchen die Jungs unsere volle Rückendeckung!

War der Zeitpunkt für die Veränderungen glücklich gewählt?

Natürlich! Wir stehen im gesicherten Mittelfeld und haben ein halbes Jahr Zeit uns aufeinander abzustimmen, Dinge zu analysieren und zu optimieren. Das gesamte Trainerteam, die Mannschaft und der Verein stehen hinter diesem Weg und es gibt auch keine Alternative dazu, wenn wir weiter nach oben wollen. Doch wichtig dabei ist: es geht um Nuancen, um Details, nicht um Grundsätzliches. Hier bringt der Coach seine Erfahrung aus über 30 Jahren Bundesliga ein und wir versuchen alle gemeinsam an kleinen Stellschrauben zu drehen.

Hat sich der Fanblick auf die Mannschaft verändert?

Ich denke schon. Und wir müssen auch Einzelleistungen kritisch hinterfragen, uns gerade bei der Wurfeffektivität deutlich verbessern. Doch wir sollten unsere Leistungsfähigkeit realistisch einordnen. Unser Anspruch ist jedes Spiel zu gewinnen, dafür kämpft jeder. Siege in Gummersbach oder auch zu Hause gegen Stuttgart sind aber keine Selbstverständlichkeiten. Wir sind keine Übermannschaft wie die Rhein-Neckar Löwen. Soweit sind wir noch nicht. Um dauerhaft oben mitzuspielen, müssen wir weiter auf allen Ebenen Gas geben: in der Mannschaft, in der Wirtschaftlichkeit und auch bei den Zuschauerzahlen. Wir waren immer der Underdog und konnten nur positiv überraschen. Jetzt ist eine gewisse Erwartungshaltung da, der wir uns gerne stellen, denn es ist ja ein Lob, wenn uns viel zugetraut wird. Erfüllen können wir sie aber nur, wenn Sponsoren, Fans und Mannschaft eng zusammenhalten und wir weiterhin alle hart daran arbeiten.

Das Restprogramm wird auch hammerhart, acht Spiele, davon nur noch drei zu Hause. Wann war die Saison für Sie am Ende erfolgreich?

Zufrieden bin ich, wenn wir gerade jetzt, wo noch nicht alles rund läuft, Geschlossenheit demonstrieren und uns gemeinsam da rausarbeiten. Wenn wir diese Phase nutzen, um weiter zusammenzuwachsen und zu lernen, bin ich sicher, dass wir das Vorjahresergebnis wieder erreichen oder vielleicht sogar toppen können und für die Zukunft bestens gerüstet sind.

Benjamin Meschke macht die Veränderungen in der neuen Saison nicht mehr mit und wechselt zu Balingen-Weilstetten. Wann wird sein Nachfolger präsentiert?

Mit der Veränderung auf der Kreisspielerposition wollen wir die Wechsel zwischen Abwehr und Angriff besser in den Griff bekommen. Mit einem neuen Spieler soll die Mannschaft einen externen Impuls erhalten. Es war eine schwierige und harte Entscheidung. Benjamin Meschke ist ein super Typ, der immer positiv aufgetreten ist und im Angriff wichtige Akzente setzt. Wir sind aber im Leistungssport und müssen das Team für den Erfolg weiter optimieren. Bei der Suche nach einem Nachfolger sind wir auf einem sehr guten Weg.

Werden im Sommer noch weitere Spieler die Mannschaft verlassen?

Zum aktuellen Zeitpunkt gehe ich nicht davon aus. Der Rest ist mit Verträgen ausgestattet. Mit diesen Spielern möchten wir auch gern weiterarbeiten.

Interview: Matthias Roth

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