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Sport Regional Katja Kramarczyk sagt mit Abschiedsspiel in Leipzig servus
Sportbuzzer Sport Regional Katja Kramarczyk sagt mit Abschiedsspiel in Leipzig servus
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22:52 09.08.2018
Torfrau Katja Kramarczyk verabschiedet sich mit Abschiedsspiel in Leipzig (Archivbild: Beim Jubel beim Spiel Deutschland (GER) vs Kamerun (CMR) bei der Handballweltmeisterschaft der Frauen) Quelle: Christian Modla
Leipzig

Am Freitag, 19 Uhr in der Sporthalle Brüderstraße, feiert Katja Kramarczyk, 34, mit einem Abschiedsspiel das Ende ihrer Leistungssport-Karriere. Die Handball-Torhüterin bestritt 140 Länderspiele, war 2004 (mit dem Frankfurter HC) sowie 2009 und 2010 (mit dem HC Leipzig) deutsche Meisterin. Nach fast neun Jahren in Leipzig wurde ihr Vertrag beim HCL im Februar 2017 in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Anschließend schloss sie sich Bayer Leverkusen an, wo sie unlängst ihre Karriere beendete.

 

Wird das Abschiedsspiel ein richtiges Handballmatch oder eher eine Party?

Ich will beides. Das soll nicht nur ein Show-Act werden, sondern auch die Sportart Handball in den Fokus rücken. Mit Bayer Leverkusen kommt ja ein Erstligist, ein Traditionsverein schlechthin der Frauen-Bundesliga. Gegner von Leverkusen ist der Amazonen Athletic Club, der jetzt mit einer komplett neuen Mannschaft an den Start gehen wird. Es gibt also ein Spiel siebte Liga gegen erste Liga. Dazu kommen noch von mir eingeladene Spielerinnen.

Wer zum Beispiel?

Zugesagt haben Ania Rösler, Anja Althaus, immerhin aktuelle Champions-League-Siegerin, Henrike Schuderer, Anne Ulbricht und Natalie Augsburg. Es ist wie ein Klassentreffen. Die eingeladenen Spielerinnen spielen bei den Amazonen mit. Neben dem Handballspiel geht es natürlich auch ein bisschen um Show.

In welchem Team spielen Sie?

Ich werde in beiden Mannschaften spielen. Mal sehen, was die Ausdauer noch hergibt.

Das Spiel ist der Schlusspunkt Ihrer Handballkarriere. Woran denken Sie am liebsten zurück?

Grundsätzlich ist ganz viel Dankbarkeit da. Dafür, dass ich das so viele Jahre miterleben und so viele Highlights erleben durfte. Es gab viele tolle Spiele, ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, dann die vielen Reisen... Da bleibt irgendwie eine extreme Fülle.

Gibt es diesen einen Moment, der unvergesslich bleibt?

Es gab schon ganz besondere Momente. Zum Beispiel das Einlaufen bei den Olympischen Spielen 2008, das war ein Riesen-Highlight. Wenn ich davon erzähle bekomme ich immer noch Gänsehaut. Und dann sicher die Meisterschaft 2009, das war etwas besonderes. Oder die Parade gegen Kroatien bei der EM 2012, das war ein ,best save’.

Und am unteren Ende der Skala?

Das Aus im Achtelfinale bei der Heim-WM letzten Dezember gehört sicher dazu. Dann die verpasste Quali für Olympia, das waren schon harte Niederlagen.

Die Insolvenz des HC Leipzig haben Sie jetzt nicht genannt...

Das Aus des HCL war für mich am Anfang extrem hart, Leipzig war ja meine neue Heimat. Am Anfang war ganz viel Wut im Bauch. Aber jetzt ist einfach nur ganz viel Dankbarkeit da, weil ich in Leipzig eine ganz tolle Zeit hatte. Das überlagert das andere.

Wie sehen Sie die Zukunft des Frauenhandballs in Leipzig?

Ich bin da eher abwartend. Man weiß nicht genau, wie die Entwicklung beim HCL jetzt weitergeht. Die jungen Spielerinnen haben sicher eine gute Saison gespielt, aber ich stecke jetzt nicht so tief drin um sagen zu können, wie es weitergeht oder wie die wirtschaftliche Lage aussieht. Da habe ich einfach keine Ahnung.

Was ist die Perspektive des Amazonen Athletic Clubs, der ja auch ein bisschen Ihr Baby ist?

Da sind wir ganz entspannt. Wenn man ein Startup fragt, weiß niemand so genau, wo man in sieben bis zehn Jahren landet. Wir können schon sagen, dass wir ein sehr gutes Team haben. Auch von der Organisation her hat alles gut geklappt. Jetzt lassen wir es erst einmal anlaufen.

Haben Sie eine offizielle Funktion im Verein?

Nein. Als es los ging habe ich gesagt, ich stehe als Beratungskraft zur Verfügung. Dabei bleibt es auch.

Werden Sie auch mal als Torhüterin einspringen?

Das lasse ich mir offen. Ich habe gesagt, lasst mich erst mal aufhören. Dann sprechen wir noch mal drüber, ob ich eventuell ein, zwei Highlight-Spiele mitmache.

Wie groß ist die Comeback-Wahrscheinlichkeit in der ersten oder zweiten Liga?

Es ist nicht ausgeschlossen. Das kommt ganz auf meinen körperlichen Zustand an und wie meine familiäre Lage ist. Aber es ist auf keinen Fall geplant. Meine neuen Projekte haben ganz klar Priorität.

Die Projekte wären…

Ich habe jetzt noch ein Jahr Studium der Sportpsychologie inklusive dem Master. Das befähigt mich dann im deutschsprachigen Raum als angewandte Sportpsychologin zu arbeiten. Gleichzeitig beginnt nach dem Abschiedsspiel die Arbeit an einem Konzept für meine Selbstständigkeit. Ich will auf jeden Fall mit Menschen arbeiten, die ihre Leistung steigern beziehungsweise optimieren wollen. 

Welche Überschrift würden Sie ihrer Karriere geben?

Da fällt mir jetzt keine spontane Antwort ein. Es war auf jeden Fall eine tolle Zeit. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich aufgrund des Sports zu einer tollen Persönlichkeit herangewachsen bin. Das inkludiert ja ziemlich viel.

Interview: Uwe Köster

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