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Sport Regional Keine Chance für den SC DHfK Leipzig gegen Kiel - Neuzugang bestätigt
Sportbuzzer Sport Regional Keine Chance für den SC DHfK Leipzig gegen Kiel - Neuzugang bestätigt
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21:51 26.04.2018
Alen Milosevic (m) des SC DHFK Leipzig im Spiel gegen THW Kiel. Quelle: Alexander Prautzsch
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Leipzig

Lehrstunde für den SC DHfK Leipzig: Die Handballer aus der Messestadt kassierten am Donnerstagabend vor 5283 Zuschauern in der Arena Leipzig eine 16:28-Niederlage (8:14) gegen den THW Kiel. Die Hanseaten, die um die Teilnahme am internationalen Geschäft in der kommenden Saison kämpfen, ließen von Beginn an keinerlei Zweifel an ihren Ambitionen und ihrer Favoritenrolle aufkommen.

Sie legten eine souveräne Vorstellung auf‘s Parkett. Die Hausherren wiederum offenbarten, dass ihnen zumindest momentan einen ganzes Stück fehlt, um mit Kontrahenten dieser Güteklasse mitzuhalten.

DHfK-Coach Michael Biegler wollte diese offensichtlichen Qualitätsunterschiede aber nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir können mit unserer Performance heute in keinster Weise zufrieden sein“, monierte er.

Man habe es dem THW mit zu vielen zu einfachen Fehlern leicht gemacht. „Das soll die starke Leistung der Kieler heute allerdings nicht schmälern.“ Sein Gegenüber Alfred Gislason war sichtlich erleichtert über den konsequenten und konzentrierten Auftritt seiner Jungs. „Das war heute extrem wichtig für uns.“

Wenig Wurfgewalt

Große Schwierigkeiten bereitete den Hausherren vor allem die offensive Abwehr der Gäste. Die Gislason-Sieben rückte mit drei Spielern bis vor den Neunmeterraum vor, versuchte die Grün-Weißen früh am Werfen zu hindern und Pässe an den Kreis zu unterbinden. Immer wieder zwangen sie den SC DHfK ins Zeitspiel.

Kein Heimerfolg für Leipzigs Handballer: Gegen den THW Kiel war der SC DHfK am Donnerstag chancenlos. Die Grün-Weißen konnten nicht mithalten.

Das gelang auch deshalb, weil sich die Gastgeber nach besserem Beginn bei ihren Angriffsbemühungen nicht ausreichend beweglich zeigten, um das Team um Kreisspieler Patrick Wiencek ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Mangels Wurfgewalt aus dem Rückraum wäre aber genau das der mögliche Hebel gewesen, um häufiger zum Erfolg zu kommen. So blieben in Halbzeit eins neben vereinzelten Tempogegenstößen einige wenige Versuche über Außen und die Siebenmeter.

Santos kommt

„Wir haben eine überragende Abwehr hingestellt“, lobte Gislason später. „Bei Leipzig hat man des Fehlen von Andreas Rojewski bemerkt. Ohne Linkshänder und mit drei Rechtshändern im Rückraum ist es dann schwer gegen die Abwehr, wie wir gespielt haben.“

Auf der gegenüberliegenden Seite agierte der SC DHfK in der Defensive zu passiv, ließ den starken Rückraum der Kieler zu häufig in Wurfdistanz kommen. Über Ole Rahmel zeigten sich die Hanseaten auch via schneller Mitte bestens aufgelegt.

Spaß machte auch das Spiel von Raul Santos. Der Linksaußen präsentierte sich pfeilschnell, sprunggewaltig und treffsicher. Auch wenn die Heim-Fans das an diesem Abend eher ungern zur Kenntnis genommen haben dürften.

Doch ab dem Sommer stellt der Österreicher seine Fähigkeiten in den Dienst der Leipziger. „Ich kann nur bestätigen, was die Spatzen schon von den Dächern gepfiffen haben“, sagte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther in der Halbzeitpause. „Santos wechselt zu uns. Danke an Kiel, dass sie ihm die Möglichkeit eingeräumt haben, ein Jahr vorher aus seinem Vertrag auszusteigen.“

Als Günther diese Worte sprach, lag seine Mannschaft 8:14 hinten. „Von der Körpersprache her kann man das Spiel gut mit dem vergangenen Jahr vergleichen. Nur dass es heute genau andersherum war“, kommentierte Lukas Binder. „Kiel ist mit breiter Brust rausgekommen. Wir haben uns ein bisschen einschüchtern lassen.“

Pause für Kiel in der Schlussphase

Auch wenn sich die Grün-Weißen redlich mühten. Der THW Kiel war eine Nummer zu groß und machte auch nicht den Anschein, in Halbzeit zwei schrumpfen zu wollen. Im Gegenteil: In der 41. Minute war der Rückstand auf 9:19 angewachsen.

Weder dem anfänglich eingesetzten Milos Putera noch dem nach Wiederanpfiff zwischenzeitlich ins Tor beorderten Jens Vortmann gelang es, entscheidenden Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Die DHfK-Torhüter waren an diesem Abend kein Faktor. Putera sagte später: „Man muss ehrlich sein, sie waren auf jeder Position besser. Es war unmöglich, gegen diese Mannschaft etwas zu holen.“

Kiels Niklas Landin, der begonnen hatte, machte einen soliden Job. In der zweiten Hälfte durfte auf Kieler Seite dann der „Wolff“ ran. Der Nationalkeeper schlich sich in gewohnter Weise zügig in die Köpfe der Leipziger Angreifer und trug so seinen Teil zum deutlichen Sieg des THW bei.

Als der klar war, gönnte Alfred Gislason einigen seiner Jungs eine Pause. Für Santos kam Emil Frend-Ofors, für Wiencek Sebastian Firnhaber. Der 24-Jährige war an diesem Abend der einzige Nicht-Nationalspieler im Kader der Kieler.

Auch DHfK-Coach Biegler brachte neues Personal. Lucas Krzikalla durfte auf Links für Peter Strosack ran. Yves Kunkel bekam eine Chance. Zuvor hatte sich bereits Benjamin Meschke versucht. Keine dieser Maßnahmen zeigte gegen das Starensemble aus dem hohen Norden eine ernsthaft zu spürende Wirkung. Zwar wuchs deren Vorsprung nicht mehr an. Er verringerte sich allerdings auch nicht.

Gute Stimmung auf den Rängen

Die Leipziger Zuschauer zeigten sich dennoch bester Stimmung, feuerten ihre Jungs unablässig an. Jedes grün-weiße Tor wurde frenetisch gefeiert. Und auch für das eine oder andere Kabinettstückchen der Gäste, wie den gehaltenen Siebenmeter von Andreas Wolff gegen Philipp Weber kurz vor Schluss, gab es zumindest anerkennende Reaktionen.

Raul Santos schien trotz des deutlichen Sieges ein wenig froh, als die Schlusssirene ertönte. „Es war schon speziell heute“, gab er zu. „Ausschlaggebend war für mich die Perspektive. Die Verhandlungen gingen ziemlich schnell über die Bühne. Kontakt hatten wir nicht lange.“

Die Jungs hätten ihm schon viel über Leipzig erzählt. „Es ist eine schöne Stadt, auch wenn wir sicher mehr Zeit in der Halle verbringen werden.“ Nun gilt die Konzentration des 25-Jährigen aber erst einmal der Champions League. „Wir nehmen viel für das Spiel in Skopje mit. So wie wir heute in der Abwehr gespielt haben, müssen wir am Sonntag rangehen.“

Leipzig: Vortmann; Putera; Jurdzs; Krzikalla; Binder; Janke; Pieczkowski; Kunkel; Roscheck; Weber; Rivesjoe; Strosack; Remke; Meschke; Milosevic.

Kiel: Landin; Wolff; Duvnjak; Firnhaber; Dissinger; Wiencek; Ekberg; Öfors; Rahmel; Zarabec; Vujin; Bilyk; Nilsson; Santos.

Siebenmeter: Leipzig 3/4; Kiel 2/2.

Strafen: Leipzig 1; Kiel 4.

Antje Henselin-Rudolph

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