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Sport Regional Kortschnoi gegen Uhlmann: Die Analyse der beiden Leipziger Partien
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14:48 30.03.2014
Wolfgang Uhlmann (links) gegen Viktor Kortschnoi. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

Für ihn sprang der ehemalige DDR-Weltklassespieler Wolfgang Uhlmann (79) ein. Beide Partien hat FIDE-Meister Manfred Schöneberg analysiert und für die LVZ kommentiert.

1. Partie am 28.03.14

Kortschnoi – Uhlmann

1.c4 Sf6 2.Sc3 g6 3.e4 d6 4.d4 Lg7 5.Le2 0-0 6.Lg5 (Kortschnoi wählt das Averbach-System im Königsinder. Eine Variante, die Uhlmann selbst unzählige Male mit Weiß spielte.)

6.... c6 7.Sf3 Sbd7 8.Dc1 (Das ist neu, üblich ist Dd2.) 8.... e5 9.d5 c:d5 10.c:d5 a6 11.a4 Sc5 (Eine Alternative war 11….a5, um später den Springer auf c5 zu stellen.

Auch 11. ...Da5 war möglich.) 12.Sd2 h6 13.Le3 Se8 14.b4 Sd7 (Weiß hat Raumvorteil, den Kortschnoi systematisch ausbaut.) 15. a5 f5 16.f3 f:e4 17.Sd:e4 Sdf6 18.0-0 S:e4 19.S:e4 Kh7 20.Ta3 (Ein interessantes Manöver, um den Turm auf der c-Linie zu plazieren.) 20.... Ld7 21.Tc3 Tc8 22.T:c8 D:c8 23.Db1 (Die Dame unterstützt  von hier aus den Bauernvorstoß b5, zielt aber auch nach g6.

Natürlich hätte auch der Damentausch nebst b5 den weißen Vorteil festgehalten.) 23.... Lf5 24.Tc1 Dd7 25.b5! Sc7 26.b:a6 (Der Beginn einer kleinen Kombination, die zu einer Gewinnstellung für Weiß führt. Kortschnoi überlegte hier etwas länger, spielte aber sonst sehr zügig.)

26. ...S:d5 (Nach längerem Überlegen. Auf 26....b:a6 folgt 27.Db7, auf 26....S:a6 27.Db6, beides mit klarem Vorteil für Weiß. Die Partie wurde mit einer Stunde Bedenkzeit für jeden Spieler gespielt. Uhlmann geriet in Zeitnot, ohne Bonus pro Zug eine zusätzliche Belastung.)

27.a:b7 Tb8 28.a6 S:e3 29.a7 (Schneller gewann Db3.) 29....T:b7 30.a8D (Hier rief Kortschnoi nach einer zweiten Dame. Da keine vorrätig war, half Organisator Dr. Köhler mit einem umgedrehten Turm aus.) 30.... Tb1 31.Tb1 L:e4 32.f:e4 Dc7 33.Da3 Sc2 34.Dc1 Da7 35.Kh1 Sd4 (Hat Schwarz aufgrund des  reduzierten Material noch Remischancen?) 36.Lc4 (Nein. Der Läufer geht nach d5 und dann kann Schwarz den Einbruch auf die siebente Reihe nicht mehr verhindern.) 36.... g5 37.Ld5 Se2 (Uhlmann war hier bereits in hoher Zeitnot.)

38.Df1 (sofort gewann 38.Dc8) 38.... Sf4 39.Tb7 De3 40.g3 De2 (Der Springer konnte wegen 41.Df5 nicht ziehen.) 41. D:e2 S:e2 42.Td7 h5 43. T:d6 (Der Rest ist einfach.) 43....h4 44.Kg2 h:g3 45.h:g3 Sc3 46.Le6 Lf6 47.Lf5 Kg7 48.Kh3 Sb5 49.Td7 Kf8 50.Kg4 Sd4 51.Kh5 Ke8 52.Tb7 Se2 53.Kg6 Le7  54.Ld7 Kd8 55.Lb5 (Schwarz gab auf).

2. Partie am 29.03.14

Uhlmann – Kortschnoi

1.c4 e5 2.Sc3 Sc6 3.Sf3 g6 4.e3 f5 (Kortschnoi wählt in der Englischen Eröffnung einen scharfen Aufbau, der seinen kompromißlosen Stil entspricht.). 5.d4 e4 6.Sd2 (In denw enigen Vorgängerpartien folgt häufig 6.d5 mit unklaren Verwicklungen.).

6.... d6 7.Le2 Sf6 8.b4 (Eine klare Kampfansage. Die Zuschauer freut es, dass auch diese Partie nicht in langweiligen Positionsmanövern dahin plätschert.) 8.... a6 9.f4 e:f3 10.L:f3 Lg7 11.0-0 0-0 12.Db3 Kh8 13.Lb2 Ld7 14.Tae1 g5?! (Das sieht hemdsärmlig aus. Aber Kortschnoi sucht Gegenspiel, auch auf Kosten eines Bauern.). 15.g3 f4 (Zu meiner Überraschung a-tempo gespielt.)

16.L:c6 L:c6 17.e:f4 g:f4 18.d5 Ld7 19.Sce4! (Der weiße Stellugnsvorteil ist offensichtlich. Kortschnoi überlegte in dieser Partie deutlich länger als in der ersten Partie.) 19....Sh5 20.L:g7 S:g7 21.T:f4 T:f4 22.g:f4 Df8 (Weiß hat einen glatten Bauern mehr und die schwarze Kompensation ist bescheiden.) 23.Tf1 Sf5 24.Dc3 Dg7 25.D:g7 K:g7 26.Kf2 h6 27.c5 a5! (Stellt bei beginnender Zeitnot bei Uhlmann noch die meisten Probleme.)

28.c:d6 c:d6 29.Tc1 Kg6 30.Tc7 Le8 (Erstaunlich wie es Kortschnoi noch gelingt, sich aus dieser mißlichen Lage zu befreien.) 31.b5 L:b5 32.T:b7 Ld3 33.Tb6 Te8 34.Sc3? (Gibt den Vorteil weitesgehend aus der Hand. 34.Sg3 mit der möglichen Folge 34....S:g3 35.Td6 Kf5? 36.h:g3 Te2 37.Kf3 gewinnt sofort. Der schwarze König muss auf die siebente Reihe zurück und Weiß sollte dann mit 2 Mehrbauern leicht gewinnen.) 34.... Kh5 35.Sf3 Tc8 36.Tc6 Tb8 37.Se1 Tb2 38.Kf3 Lf1 (Kortschnoi verzichtet auf den Qualitätsgewinn mit Sd4 sondern bringt den sich inzwischen wieder in starker Zeitnot befindlichen Uhlmann mit kleinen Nadelstichen weiter in Bedrängnis.)

39.a4 T:h2 40.Tc8 Kh4 41.Tf8 Lh3 42.Ke4 Sg3 43.Kd3 Th1 (Besser war Kg4, jetzt kann Uhlmann noch einmal ausgleichen. Aber die leidige Zeit...) 44.Sf3 Kg4 45.Sd2 Lf1 46.S:f1 T:f1 47.Tg8 Kf3 (Nicht 47....K:f4 wegen 48.Se2 und Weiß sollte noch gewinnen.) 48.Sb5 Td1 49.Kc4 Sf5 50.Sc3 Se3 51.Kb5 Td3  52.Tc8 S:d5 53.S:d5 T:d5 54.Kb6 K:f4 (Aus einem Mehrbauern sind 2 Minusbauern geworden.) 55.Th8 h5 56: Th6 Kg5 57.Th8 h4 58.Kc6 Td4 59.Kb5 Kg4 60. K:a5 h3 61.Th6 Kg3 62.Kb5 h2 (Weiß gab auf.)

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