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Sport Regional Kritik an schlechter Absprache der Stadt
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18:33 10.10.2018
Laufsport - 4. Leipziger Halbmarathon am 09.10.2016. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Ist Leipzig überlaufen? Fast jedes Wochenende können Sportler in der Messestadt an einem Marathon, Crosslauf oder vergleichbaren Sportevents teilnehmen. Nun fallen sogar gleich zwei große Laufveranstaltungen auf einen Tag: Sowohl der Halbmarathon Leipzig als auch der Mitteldeutsche Marathon (Leipzig-Halle) finden an diesem Sonntag statt. Eine breite Auswahl – doch einige Läufer sowie Halbmarathon-Organisator Ronny Winkler sind davon nicht begeistert.

„Das ist eine unglückliche und unnötige Überschneidung. So nehmen sich die Läufe gegenseitig die Aufmerksamkeit und bestimmt auch Teilnehmer weg. In Zukunft möchten wir das gerne vermeiden“, so der Geschäftsführer der Maximalpuls GmbH gegenüber der LVZ.

Für die nächsten Jahre denkt er über eine Verschiebung des Events nach. Eine Woche später könne dieser Lauf, der die Völkerschlacht von 1813 thematisiert, mit der Nachstellung der historischen Kämpfe in Markkleeberg auf das selbe Wochenende fallen.

Dieser Gedanke trifft beim ehemaligen Veranstalter auf große Zustimmung. „Unser Ziel war es, den Sportlern ein geschichtsträchtiges Wochenende anzubieten – der Gipfel sollte der Halbmarathon sein“, so Conrad Kebelmann. Der Berliner hatte den Lauf mit seinem Geschäftspartner Michael Rieß 2016 zum letzten Mal ausgerichtet – wirtschaftlich habe sich die Fortsetzung damals nicht gelohnt. „Ein Lauf allein macht nicht glücklich. Unsere Philosophie war schon immer, dass ein Erlebnis dazu geboten werden muss“, so Kebelmann. Für ihn sei das Event eine Herzenssache gewesen, weshalb es ihm schwer fiel, den Lauf nicht weiter anzubieten.

Der Gründer steht im engen Kontakt zum neuen Organisatoren-Team rund um Winkler und freut sich, dass sein „Baby“ weitergeführt wird. „Wir hatten damals richtig Bock auf diesen Lauf und wollen die Neuauflage natürlich unterstützen. Mein Kollege Michael Rieß wird mitlaufen und ich gucke mir – leider verletzt – das Spektakel von außen an.“

Der Gedanke, Sport und Geschichte zu vereinen, trifft auf viel Zustimmung.

Auch Jörg Matthé, Inhaber des Leipziger Laufladens und ehemaliger Sieger des Leipziger Marathons, ist ein Freund des Konzepts. „Das Völkerschlachtdenkmal und die Stadt Leipzig haben eine lange Historie mit sportlichen Großveranstaltungen. Schön wäre es, wenn die Stadt das mehr unterstützen würde“, so der Laufexperte und DHfK-Abteilungsleiter. Der Halbmarathon sei tolle Werbung für die Geschichte und Kultur der Region und locke damit Leute aus ganz Deutschland nach Leipzig. Dass die Stadt eine Überschneidung mit dem Mitteldeutschen Marathon zugelassen habe, sei für Jörg Matthé unverständlich.

Langfristig will Ronny Winkler mit dem gut 21 Kilometer langen Lauf mehr Sportler aus ganz Europa – insbesondere aus Schweden und Frankreich – anlocken.

Die gemeinsame Geschichte rund um die Völkerschlacht sei der Ankerpunkt.

Damit das Konzept in noch größeren Teilnehmerfeldern münde, müssten alle Beteiligten an einem Strang ziehen. „Wir hatten im Vorfeld einige Probleme mit der Organisation. Diese konnten von den Chefs des Ordnungsamtes zum Glück aus der Welt geschafft werden.“ Von den Behörden sei die Unterstützung in der heißen Phase der Vorbereitung, als wegen einiger Baustellen improvisiert und die Strecke angepasst werden musste, besser und sehr zielorientiert geworden.

Diese Rückendeckung hatten die Organisatoren zuvor mitunter vermisst. Dass die Streckenbesichtigung ohne Winkler oder seinen Kollegen Martin Koslik stattfand, empfanden beide nicht gerade als vertrauensbildende Maßnahme. Start und Ziel für eine andere Top-Veranstaltung – das Radrennen „Neuseenclassics“ – sehen Winkler und Koslik perspektivisch im Herzen der Stadt. Ob dies gewünscht ist, sollte möglicherweise der Stadtrat diskutieren und entscheiden. Für 2020 will Maximalpuls einen Antrag an die Stadt stellen.

Von Tilman Kortenhaus

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