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Kugelstoßer Peter Sack wechselt beim LAZ zu Trainerin Katja Schreiber

Kugelstoßer Peter Sack wechselt beim LAZ zu Trainerin Katja Schreiber

Kugelstoßer Peter Sack startet mit einer neuen Trainerin in die EM-Saison 2009/2010. Der WM-Zwölfte vom LAZ Leipzig wird seit einigen Wochen von Katja Schreiber betreut, die als Diskuswerferin ab 1996 acht Jahre lang zur Trainingsgruppe der Sack-Brüder bei Coach Lothar Tischendorf gehörte.

Leipzig. Im August saß Katja Schreiber auf der Berliner WM-Tribüne noch im Fanclub des Kugelstoßers. Sie freute sich am Vormittag über die geglückte Qualifikation des 30-Jährigen - und ärgerte sich beim Endkampf am Abend mit ihm über die fehlende Steigerung und den zwölften Platz. Zwei Monate später fragte Sack die 31-jährige Nachwuchstrainerin, ob sie sich vorstellen kann, ihn künftig mitzubetreuen.

"Wir haben im Oktober in Kienbaum alle Probleme auf den Tisch gepackt und ausdiskutiert", erzählt der zweifache Europacupsieger, der 2009 zwar sein Nahziel WM-Finale erreicht, seine Bestleistung von 21,19 m aus dem Vorjahr jedoch klar verfehlt hatte. In den vergangenen Jahren war er mehrfach in der Woche zwischen Leipzig und Magdeburg gependelt. An der Elbe gehörte er bei Bundestrainer Klaus Schneider zur Gruppe um Vizeweltmeisterin Nadine Kleinert. "Ich hatte absolut keine Probleme mit meinem Trainer", stellt Sack klar: "Aber ich wollte nicht mehr drei Stunden am Tag mit dem Auto unterwegs sein. Und ich bin aus dem Alter raus, bei einem Kumpel in Magdeburg im Keller zu übernachten." Die Pendelei hatte vor allem einen Haken: Sack ist Amateur, verdient sein Geld als Webdesigner, kann sich über mangelnde Aufträge nicht beklagen.

Da kommt der Wechsel in die Nachwuchsgruppe von Katja Schreiber wie gerufen. Dieser hat zugleich einige positive Nebeneffekte. "Ich genieße es, nicht mehr so oft allein zu trainieren." Wegen der Verletzung von Mara Dörner sind Sacks derzeitige Trainingskollegen zwar 15 Jahre jünger - doch das stört den dreifachen deutschen Meister nicht.

Katja Schreiber, die in den 90-er Jahren die Scheibe 60 Meter weit warf, ist seit Jahren die beste Freundin von Sacks Partnerin Jana Tucholke und versteht sich auch mit ihrem neuen Schützling bestens. "Manch einer meint sicher, wir müssen jetzt Privates und den Sport trennen. Aber ich finde das geht gar nicht", sagt die Diplomsportlehrerin, die den Kugelstoßer Peter Sack nicht neu erfinden will, jedoch einige Schwerpunkte anders setzt. So gibt der LAZ-Recke zu, die unbestritten wichtigen Dehnungsübungen oft nur halbherzig durchgeführt zu haben. Also kümmert sich die Ex-Werferin zwei Mal in der Woche selbst um die Dehnung. "Dabei komme ich ganz schön ins Schwitzen", bestätigt der Athlet, der sich heute als ausgeglichener bezeichnet als vor zehn Jahren. Auch deshalb hat es Katja Schreiber mit ihm sicher leichter als einst Lothar Tischendorf.

Mentale Probleme sieht die Trainerin nicht als Hauptursache, wenn bei Peter Sack mal die großen Weiten ausblieben: "Er war halt zu oft verletzt. Wenn Peter körperlich fit ist, kommt automatisch das Selbstvertrauen." Derzeit seien die Schmerzen an Ellbogen, Achillessehne oder Brustmuskel weg, bei der Planung nimmt sie Rücksicht auf das etwas höhere Trainingsalter ihres Schützlings.

LAZ-Geschäftsführer Knut Iwan begrüßt den Wechsel: "Das ist sicher ein mutiger Schritt, mit einer jungen Trainerin zu arbeiten. Aber Peter ist so motiviert wie lange nicht. Und unsere jungen Athleten profitieren davon, dass sie mit einem WM-Finalisten zusammen trainieren." Zur neuen Motivation passt auch das anspruchsvolle Ziel des Duos. "Wir haben uns für 2010 Bestleistung vorgenommen", so Katja Schreiber. Mit den angestrebten 21,20 m würde der Leipziger in der Weltspitze mitmischen.

Frank Schober

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