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L.E. Volleys: Signale einer verschworenen Truppe - Aufstieg bleibt vorerst ein Traum

L.E. Volleys: Signale einer verschworenen Truppe - Aufstieg bleibt vorerst ein Traum

Zweitliga-Meister sind sie schon seit drei Wochen. Am Samstagabend, nach dem letzten Saisonspiel gegen den Tabellenzweiten Herrsching (19.30 Uhr, Brüderstraße), erhalten die L.

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Die L.E. Volleys sind am Ziel, Jannik Kühlborn umarmt Kapitän Jan Günther.

Quelle: Alexander Bley

Leipzig. E. Volleys Pokal und Medaillen. Anschließend wird mit den Fans bis in die Nacht hinein gefeiert. Doch der Aufstieg bleibt auch für Trainer Steffen Busse vorerst ein Traum.

"Wir wollen es noch mal richtig krachen lassen", sagt der 38-Jährige. Seine Mannschaft ist zu Hause noch ungeschlagen und möchte sich diese Serie beim Abschied von der Brüder-Halle, die in den nächsten beiden Jahren grundsaniert wird, nicht verderben. Zumal Kontrahent Herrsching kommende Saison in der Bundesliga aufschlagen wird, als einziger Verein der Südstaffel die Lizenz beantragt hat. Fast 200.000 Euro werden für das Volleyball-Oberhaus gebraucht - zu viel für die Leipziger. Sie mussten zuletzt mit einem Viertel dieser Summe auskommen, riefen ein Jahr der Konsolidierung aus, reduzierten mit rigorosem Sparkurs ihre Schulden und strichen den Spielern die Aufwandsentschädigungen.

Steffen Busse, übrigens einziger Angestellter der L.E. Volleys, führte das verschworene Team trotzdem zum Titel. Er war Nationalspieler und Deutscher Meister, ist seit neun Jahren Trainer in Leipzig. 2006 schaffte er als Novize mit dem VVL in der Bundesliga-Relegation den Klassenerhalt, musste aber nach der Fusion mit Markranstädt zurück ins zweite Glied. Drei Jahre später war der neue VCL pleite und Profi-Volleyball in Leipzig Geschichte.

Seitdem kämpfen die 2009 gegründeten L.E. Volleys ums finanzielle Durchkommen in Liga zwei, wurden unter Amateurbedingungen und mit Busse als Coach Vierter, Dritter, zweimal Zweiter. "Die Meisterschaft bedeutet mir sehr viel, ist mein größter Erfolg", erklärt Busse, "wir haben in harter Arbeit über fünf Jahre eine super Mannschaft aufgebaut, die auch ohne Geld Top-Leistung bringt. Darauf bin in stolz."

Das ist auch Präsident Manfred Wiesinger, der den Leipziger Spitzenvolleyball mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern am Leben hielt und nun, mit dem Titel im Rücken, eine neue Sponsoren-Offensive starten will. Erste Signale gebe es bereits: "Drei Geldgeber stocken ihr Engagement um 20 Prozent auf, aber der Weg ist weit."

Die Spieler werden den heutigen Abend in vollen Zügen genießen. Die unverwüstlichen Jan Günther und Axel Roscher, beide 37, Erik Wichert, 25, ebenfalls von Beginn an dabei, aber auch Marvin Freese, der heute 23 wird, und Jannik Kühlborn, 21. Ihnen bescheinigt Busse einen Entwicklungssprung. Für Wiesinger aber heißt der Mann der Saison Ole Schwerin: "Er ist sportlich als Zuspieler und auch menschlich eine riesige Bereicherung."

Der 20-jährige frühere Kapitän der deutschen Juniorenauswahl kam im Sommer vom VCO Berlin nach Leipzig, nahm ein Sportstudium auf - und ist begeistert von den L.E. Volleys, dem Geist der leidenschaftlichen Truppe und den vielen Fans. "Ich hatte oft Gänsehaut auf dem Parkett", sagt Schwerin, "Spaß und Begeisterung sind für uns entscheidend. Dass es kein Geld gibt und wir nicht aufsteigen können, wussten wir ja vorher."

Busse geht davon aus, dass seine Mannschaft, die ab Herbst in der Grube-Halle spielt, zusammenbleibt und noch stärker wird. "Wir müssen weiter für den Volleyball werben und uns schrittweise verbessern", weiß der Trainer, "damit wir eines Tages, wenn die finanziellen Bedingungen stimmen, auch das sportliche Rüstzeug für die Bundesliga haben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2014

Steffen Enigk

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