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Sport Regional Leipzig feiert Super-Grand-Prix
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18:49 29.10.2018
Gabriele Goffredo und Anna Matus aus Moldawien rocken das Latein-Turnier beim Super-Grand-Prix. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Die Nacht war trotz der gewonnenen Zeit eine kurze. „Wir sind schon wieder am Räumen, am Abend muss die Halle besenrein übergeben werden. Es wird also nicht langweilig“, setzte Oliver Thalheim am Sonntag den Marathon-Takt fort. Der 40-Jährige – tags zuvor mit Tina Spiesbach Ausrichter des Professional Super-Grand-Prix vor 2200 Zuschauern auf der Leipziger Messe – hatte noch genug Adrenalin für den Nachklapp übrig.

Ehrentanz und Standing Ovations

Eingebettet in das 3. Tanzsportfestival inklusive Zumba-Party und Workshops sorgten die Profi-Paare für ein Feuerwerk der Emotionen. „Sensationell, ganz starke Leistungen“, befand Ex-Profi Thalheim zum temperamentvollen Latein-Turnier. Kurz nach Mitternacht wurden Gabriele Goffredo und Anna Matus vom Publikum beim Ehrentanz noch einmal mit Standing Ovations gefeiert. Die amtierenden Welt- und Europameister aus Moldawien setzten sich vor Marts Smolko und Tina Bazykina aus Lettland und den Chinesen Wang Jun und Jia Yiwen durch.

Lob aus Sieger-Mund

„Es war eines der besten Turniere der letzten Jahre, super organisiert und mit einem tollen Publikum“, freuten sich die Sieger, die bereits seit 1996 gemeinsam auf dem Parkett aktiv sind: „Die Zuschauer haben uns unglaublich nach vorn getragen. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung.“ Das frisch vermählte Ehepaar aus Moldawien – um ihre Hand hatte er im Vorjahr in Wien nach dem dritten WM-Titel vor laufender Kamera angehalten – war auch in der lukrativen Super-Grand-Prix-Serie nicht zu toppen.

Düsseldorfer verpassen Treppchen

Zwei Herzen im Dreivierteltakt: Die Traumhochzeit von Renata und Valentin Lusin fand im Mai 2014 statt. Seither tanzt das Paar vom TC Rot-Weiss Düsseldorf gemeinsam durch ein aufregendes Leben. Die beiden 31-Jährigen, bekannt durch ihre Let’s-Dance-Auftritte mit Schauspieler Jimi Blue Ochsenkecht und Moderatorin Charlotte Würdig, vertraten am Samstagabend die deutschen Farben. „Wir haben uns sehr, sehr gut gefühlt. Leider hat es nicht fürs Treppchen gereicht. Aber es war eine super Veranstaltung, die uns viel Spaß gemacht hat“, sagte Renata Lusin. Heute geht’s für die vierfachen Vize-Weltmeister im Showtanz nach Italien. Dort holen sie sich den letzten Schliff für die Zehn-Tänze-WM am Wochenende in Portugal.

Die Standard-Spezialisten Valentin und Renata Lusin. Quelle: Christian Modla

Zurück in den stimmungsvollen Leipziger Abend. Im Standard-Turnier setzten sich Donatas Vezelis und Lina Chatkeviciute aus Lettland mit großem Vorsprung vor Andrey Motyl und Ekaterina Kim (Russland) sowie Cheng Dan und Li Zhenni (China) durch. „Wir sind sehr zufrieden. Es waren viele richtig gute Paare dabei“, freute sich Lina Chatkeviciute nach dem Erfolg.

Schnelle Juroren-Hilfe aus Moldawien

Für etwas Unruhe im Vorfeld hatte die kurzfristige Absage von Wertungsrichterin Michelle Abildtrup gesorgt. Die Dänin, die 2014 mit Martino Zanibellato in der Muldentalhalle Grimma umjubelte Europameisterin wurde, musste wegen der Krankheit ihres Kindes daheim bleiben. Ersatz auf die Schnelle? Weltverbands-Präsidentin Verena Sulek „verpflichtete“ am Freitag ihren Gatten Drago – doch für den Flieger nach München war es für den lizenzierten Juror zu spät. Also blieb nur das Auto, mit dem er von Slowenien nach Leipzig düste und auf den letzten Drücker eintraf. Stunden später gratulierte WDSF-Chefin Sulek gemeinsam mit Schirmherrn Burkhard Jung den Gewinnern. Das Tanzen überließen der Oberbürgermeister und dessen Frau Ayleena den Profis. „Wir sind beide keine Tänzer. Auch ohne Babybauch hätten wir uns nicht aufs Parkett gewagt.“

2019 wieder im WM-Takt

Neues Jahr, nächster Tanz-Knüller in Leipzig, der zehnte in Folge. Am 12. Oktober 2019 finden auf der Leipziger Messe die Amateur-Weltmeisterschaften über zehn Tänze der Senioren und die Weltmeisterschaften der Standard-Profis statt.

„Da wird es garantiert die ganz große Show geben“, versprach Oliver Thalheim. Leipzig haben auch Renata und Valentin Lusin längst ins Herz geschlossen. „Wir kommen sehr gern wieder. Die Bühne für unseren Sport ist einfach großartig.“

Oliver Thalheim, Tina Spiesbach und Welttanzverbandspräsidentin Verena Sulek (v.l.) beim Super-Grand-Prix im Professional Standard und Latein auf der Messe. Quelle: Christian Modla

Leute beim Super-Grand-Prix, Bühne für LVZ-Leser

Live ist live in Leipzigs Tanztempel – musikalisch wieder begleitet von der Dresdner Galaband Fridtjof Laubner. Zwischen den Auftritten der Elite stand der beliebte Publikumstanz auf dem Programm. Für 15 Paare war es ein besonderes Vergnügen. Die LVZ-Leser hatten sich als Gewinner eines Workshops in der Kuppel unserer Zeitung den richtigen Schwung geholt. Dazu gehörten auch Sylvia und Thorsten Haubold sowie Gisela und Siegfried Jung. Ehepaar Haubold aus Zwenkau konnte seine gelernten Rumba-Schritte auf dem Super-Grand-Prix-Parkett präsentieren. Die Heimleiterin und der Hausverwaltungsleiter an der Leipziger Oper erinnerten sich gern an „ihre erfrischenden und ermutigenden Tanzlehrer Tina Spiesbach und Oliver Thalheim“. Letztere hatten nach dem Grand-Prix-Schlussakkord auch lobende Worte für ihr engagiertes Team parat. Hinter den Kulissen wirbelten 70 Leute, darunter jene Paare, die vor zwei Wochen den Leipziger Opernball eröffneten und erneut für ein hinreißendes Opening sorgten.

Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Anett Pötzsch schwingt Tanzbein

Kufenkünstlerin Anett Pötzsch ist auch mit Walzer und Cha-Cha-Cha vertraut. Die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin von 1980 gewann 2013 beim Star Dance Leipzig. „Damals habe ich mein Herz an das Tanzen verloren. Es ist ein unheimlich tolles Hobby“, schwärmte die 58-Jährige, die keine Gästerunde ausließ. Lange Zeit lebte sie in Dresden, coachte Talente ihrer Zunft und besuchte regelmäßig eine Tanzschule. „Einen Lieblingstanz habe ich nicht. Ich mag die körperliche Bewegung.“ Seit dem vergangenen Jahr arbeitet Anett Pötzsch als Trainerin am Olympiastützpunkt Mannheim und ist auch als Wertungsrichterin aktiv

Taktvoller Abend für Kanu-Slalom-Weltmeister Franz Anton (l.), Fußball-Torwart Perry Bräutigam mit Frau Kerstin (2.v.l.) und Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Anett Pötzsch . Quelle: Christian Modla

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Kanuslalom-Weltmeister Franz Anton auf Olympiakurs

Bei seinen Trainingseinheiten im Kanupark Markkleeberg muss sich Slalomkanute Franz Anton (28) derzeit sehr warm anziehen. Umso mehr genoss der frischgekürte Weltmeister den Messe-Besuch im feinen Zwirn. Nach WM-Gold Ende September in Rio de Janeiro startete das LKC-Canadier-Ass vergangene Woche mit der Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikation für 2020 in Tokio – im April 2019 wird es ernst. Dafür sind Trainingslager in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Spanien geplant. Ungeduldig wartet der Polizeiobermeister auf ein neues Arbeitsgerät. Sein WM-Boot war beim Rückflug aus Brasilien kaputtgegangen.

Weitere Ehrengäste waren die Paddel-Artisten Mandy und Jan Benzien (er im Anzug, aber wie im LVZ-Interview angekündigt ohne Krawatte), Moderatorin Kamilla Senjo und US-Generalkonsul Timothy Eydelnant.

Leipzigs Oberbürgermeister und Schirmherr Burkhard Jung (l.) mit Frau Ayleena und US-Generalkonsul Timothy Eydelnant (r.). Quelle: Christian Modla

Let’s-Dance-Star Massimo Sinato am Mikro

Let’s-Dance-Star Massimo Sinato (37) moderierte gemeinsam mit Tina Spiesbach (38) und gab fachkundige Tipps. „Ich achte ganz akribisch auf die Körperspannung der Tänzerinnen und Tänzer. Das war schon immer so. Als kleiner Junge war ich beim Ballett, während mein Bruder beim Fußball war“, erzählte der gebürtige Mannheimer. Am Sonntag leitete er ebenso wie Markus Schöffl (56) Workshops in der Gohliser Tanzschule von Thalheim/Spiesbach.

Tina Spiesbach und Massimo Sinato führen unterhaltsam durch den Tanzabend. Quelle: Christian Modla

Messepreis an Rolf Herrmann verliehen

Nostalgie schwingt mit. Leipzig präsentierte sich bereits vor gefühlt ewigen Zeiten auf dem Parkett mustergültig, hatte von 1969 bis 1989 beim Einladungsturnier um den Messepreis der Stadt für die besondere Note gesorgt. In der Kongresshalle, immer im Frühjahr, tanzten Weltklasse-Paare an. Deshalb musste die Weißt-du-noch-Schwärmerei unweigerlich ans Ohr der aufstrebenden Tanz-Generation gelangen. Messepreis, auf ein Neues, für verdienstvolle Menschen. 2015 wurde Turnier-Initiator Horst Galle als erster geehrt. Danach folgte der kultige Juror Joachim Llambi. Und im vergangenen Jahr konnte sich Latein-Spezialistin Marta Arndt zugleich über WM-Titel und Zuschauerpreis freuen. Aktuell gebührt Rolf Herrmann (80) die Anerkennung für sein Lebenswerk. Der Präsident des STK Impuls forderte und förderte stets den Nachwuchs. Zahlreiche Paare schafften es bis in die Weltspitze. 2015 sorgten Claudia Köhler/Benedetto Ferruggia in Leipzig fürs WM-Herbstmärchen, holten Gold vor den Augen ihrer Trainer Rolf und Sabine Herrmann.

Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner und Messepreis-Gewinner Rolf Herrmann (STK Impuls). Quelle: Christian Modla

Von Kerstin Förster

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