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Sport Regional Leipziger GP3-Pilot Marvin Kirchhöfer in Sotschi gefeiert
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20:21 12.10.2014
Hoch den Pott: Marvin Kirchhöfer genießt den Erfolg in Sotschi. Quelle: Ph.Paolo Pellegrini

"Ich habe ihn nicht gesehen", sagte GP3-Pilot Marvin Kirchhöfer aus der Olympiabewerber-Stadt Leipzig und vermisste den staatlich geprüften Händedruck in keiner Weise. Vielmehr freute sich der 20-Jährige über das zahlreiche Händeschütteln der Fans nach seinem erfolgreichen Rennwochenende unter Palmen.

Kirchhöfer, der für das französische Team ART Grand Prix auf Kurs ist, feierte zwei Podestplätze und raste im Gesamtklassement von fünf auf drei mit nur einem Punkt Rückstand auf den Silberplatz. "Ich habe die Rennen auf einer der schönsten Strecken genossen, es waren super Zweikämpfe dabei und generell herrschte eine Wahnsinnsstimmung. Das war das Beste, was ich in dieser Saison erlebt habe", schwärmte der Förderpilot der Speed-Academy.

Die Top-Bedingungen im Olympiapark hatte Kirchhöfer bereits im Vorfeld testen dürfen. Zwar saß er da statt im GP3-Dallara (400 PS) in einem Formel3-Wagen (210 PS), aber die Stippvisite brachte wichtige Erkenntnisse. "Die Strecke schon mal gefahren zu sein, war sicher kein Nachteil. Auch das Umfeld ist mir so vertrauter gewesen", bekannte der Überflieger aus Sachsen.

Nachdem Kirchhöfer am Sonnabend - von Position drei gestartet - hinter dem Engländer Dean Stonemann (Koiranen GP) auf den zweiten Platz fuhr, gelang ihm gestern eine Aufholjagd vom Feinsten. Als Siebter setzte er seinen Boliden in Gang, absolvierte im Rennen die schnellste Runde und kam als Dritter im "Sochi Autodrom" an. "Das war ein absolut klasse Durchgang. Ich habe noch um den Sieg gekämpft. Leider hat mich das Safety Car etwas ausgebremst", schilderte Kirchhöfer den zweiten Podest-Streich. Das Punktekonto füllte sich. Enteilt scheint der Gesamtführende Alex Lynn (185/Carlin), doch dahinter liefern sich Stoneman (138) und Kirchhöfer (137) ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Nach liebgewonnener Jubel-Pose und obligatorischer Sekt-Dusche konnte sich der Sachse in aller Ruhe bei spätsommerlichen 23 Grad den ersten "Großen Preis von Russland" anschauen. Ausnahmetalent Kirchhöfer hatte zuvor für das Königsklasse-Ergebnis prophezeit: "Hamilton ist vorn, wenn das Auto hält." Es hielt. Und über allem schwebte die Sorge um den verunglückten Kollegen Jules Bianchi. WM-Spitzenreiter Hamilton widmete seinen Sieg dem Franzosen und dessen Familie.

Für Marvin Kirchhöfer sollte das Sotschi-Wochenende gleichwohl der gelungene Auftakt zum Gaststart am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring sein. Geplant war der Auftritt für sein altes Team Motopark beim Formel3-EM-Finale. Doch gestern kam die Absage. "Für das Auto fehlen wichtige Performance-Teile, um wettbewerbsfähig um die ersten Plätze zu fahren", begründete Uwe Baade den Rückzug, besser Aufschub. 2015 ist im Gespräch. Aktuell freute sich Vater und Hauptsponsor Baade riesig über den Vormarsch des Juniors. "Wir haben immer daran geglaubt. Der Vize-Titel ist drin, auch wenn er von vielen Faktoren abhängig ist." In Abu Dhabi wird's geklärt, das Saisonfinale steigt in sechs Wochen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.10.2014

Kerstin Förster

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