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Leipziger Turn-Talente mit Lichtblicken und Fragezeichen

Leipziger Turn-Talente mit Lichtblicken und Fragezeichen

Die bunten Gehhilfen lehnten an der Sprossenwand. Kurz zuvor hatte Turn-Talent Jolina Feige auf dem Stuhl im "Präsidium" der sächsischen Meisterschaften Platz genommen.

Eigentlich wollte die Zehnjährige in ihrer Heimhalle Leplaystraße um Gold kämpfen, doch daraus wurde nichts. Ihr rechter Fuß steckte in Gips. Passiert war das Malheur unmittelbar vor dem Titelkampf, bei einem Sturz vom Balken. Die unfreiwillige Pause nervt die Club-Hoffnung, zumal der Saisonstart mit Platz sechs beim bundesoffenen Pre-Olympic-Youth-Cup in Bergisch-Gladbach vielversprechend verlief.

Die bunten Gehhilfen lehnten an der Sprossenwand. Kurz zuvor hatte Turn-Talent Jolina Feige auf dem Stuhl im "Präsidium" der sächsischen Meisterschaften Platz genommen. Eigentlich wollte die Zehnjährige in ihrer Heimhalle Leplaystraße um Gold kämpfen, doch daraus wurde nichts. Ihr rechter Fuß steckte in Gips. Passiert war das Malheur unmittelbar vor dem Titelkampf.

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"Ich hoffe, dass der Gips bald abkommt", sagte Jolina Feige, die am Sonnabend gemeinsam mit Katja Nekrasova die Tontechnik bediente. Die zwölfjährige Teamkollegin hatte tags zuvor in Chemnitz ihr Können demonstriert, Platz vier belegt und sich für den Deutschlandpokal (Sachsenauswahl) sowie die deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert. Ursprünglich sollte die Landesmeisterschaft in der höheren Altersklasse auch in Leipzig stattfinden, doch der Bodenteppich weist schon seit Längerem Qualitätsmängel auf.

"Wir sind dran, einen neuen zu besorgen. Aber dafür müssen auch die Finanzen her, die wir als Verein nicht stemmen können", erklärte TuG-Vizepräsidentin Kerstin Schlegel zur Problematik. Immerhin sei die einstige Turn-Hochburg ein aufstrebendes Talentzentrum, "für das mehr Fördermittel bereitgestellt werden müssten".

Weitsicht ist angebracht. Denn wer die gute Grundausbildung absolviert hat, dann aber doch nicht die Leistungskurve im Kunstturnen kriegt, wohl aber weiter motiviert ist "wird von anderen Sportarten mit Kusshand genommen", weiß die promovierte Sportwissenschaftlerin Schlegel. Dabei liegt der Wechselwille manchmal auch in den eigenen Reihen, vom Turnen zur Rhythmischen Sportgymnastik, zu den Akrobaten oder im städtischen Rahmen zur Leichtathletik oder zu den Kanuten.

57 Mädchen aus Sachsen, darunter Wettkampfneulinge der AK7, zeigten ihr Können. Gleichwohl war die Aufregung manchmal so groß, dass die positive Energie in einem Fehler endete. Dann gab es besonderen Zuspruch durch das zumeist elterliche Publikum. Zu den gut 100 Gästen zählten auch Turn-Weltmeisterin Erika Zuchold (67), deren Namen das Talentzentrum beim TuG trägt, und die langjährige Vereins-Präsidentin Kristina Graupner.

Den Sachsenmeistertitel errang mit einer überzeugenden Leistung Vi Anh Duong in der Altersklasse 9. Weiter erkämpften Rosalie Röber (AK8, 3. Platz), Jessica Schlegel (AK9, 3.) sowie Chiara Schmidt (AK10, 2., Quali Sachsenauswahl Deutschlandpokal) Medaillen für den Gastgeber. Lichtblicke im Nachwuchs. Ein Anfang, mehr nicht. Groß müssen sie werden und ein starkes Team. Gelang jüngst nicht. Für die neue Saison haben die Leipziger ihr Startrecht für die zweite Bundesliga zurückgegeben und müssen nun am Jahresende über den Umweg Qualifikation Regionalliga wieder versuchen, eine neue Liga-Mannschaft aufzubauen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2014

Kerstin Förster

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