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Sport Regional Nach dem Geisterspiel: Dynamo Dresden und die Fans zwischen Frust und Jubel
Sportbuzzer Sport Regional Nach dem Geisterspiel: Dynamo Dresden und die Fans zwischen Frust und Jubel
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21:28 12.03.2012
Wie das gesamte Stadion musste der K-Block am Sonntag leer bleiben. Einzig die Zaunfahnen erinnerten daran, dass hier sonst die lautesten Fans stehen. Quelle: Stephan Lohse
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Dresden

Wohl bundesweit einmalig versammelten sich mehrere Tausend Anhänger vor dem Stadion und sangen so laut, dass die Gesänge auch auf dem Rasen gut zu hören waren.

Frust auf der anderen Seite, da die Atmosphäre im Stadion trotz des Engagements der Fans eher an ein geheimes Testspiel erinnerte, bei dem jedes Wort und jede Ballberührung im leeren Stadion für die handverlesenen Anwesenden zu hören war. Dresdens verletzter Torhüter Dennis Eilhoff, der die Partie von der Pressetribüne aus beobachtete, nahm es noch mit Humor. „Es fehlen nur noch drei Ecken und ein Elfmeter. Spaß beiseite, so ein Spiel braucht wirklich kein Mensch. Es herrscht eine Atmosphäre wie im Freundschaftsspiel", sagte der Schlussmann der Schwarz-Gelben.

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„Der letzte Kick hat heute einfach gefehlt. Dennoch ist die fehlende Kulisse überhaupt keine Entschuldigung für das nicht befriedigende Ergebnis heute. Wir sind Fußball-Profis und müssen damit umgehen können", meinte Dynamo-Profi Sebastian Schuppan nach Abpfiff.

Während es auf dem Rasen nur für einen Punkt reichte, spülten die Fans wenigstens jede Menge Geld in die Club-Kasse. 34.638 Geistertickets wurden binnen einer Woche verkauft, Dynamo kann sich über rund 200.000 Euro Einnahmen freuen. Damit sind die Ausfälle durch die DFB-Strafe etwa zur Hälfte ausgeglichen. „Als Präsident kann ich stellvertretend für alle Gremienmitglieder, Mitarbeiter und Freunde unseres Vereins sagen, dass diese Welle der Sympathie jeden von uns emotional ergriffen und sehr stolz gemacht hat", kommentierte Präsident Andreas Ritter. Erreicht Dynamo in der nächsten Saison die zweite Runde im Pokal, dürften die Dresdner finanziell mit einem Blauen Auge davon kommen.

Nach der Partie bedankten sich die Spieler bei den Fans vor dem Stadion, wo sie euphorisch gefeiert wurden. „Was draußen abgegangen ist, kann ich gar nicht beschreiben. Ich habe eine riesige Horde Menschen gesehen, die aus der tiefsten Kehle geschrien haben und man hat ihnen in den Augen angesehen, dass Dynamo alles für sie ist", sagte Schuppan nach dem Ausflug zu den Fans.

Die freuten sich zwar über die rege Teilnahme - bereits am Vortag hatten Hunderte Schwarz-Gelbe das Abschlusstraining besucht - kritisierten aber noch einmal harsch den Deutschen Fußballbund (DFB), der in den Augen vieler Dynamos nicht fair urteile, sondern noch immer die Dresdner benachteilige. Ein Ehepaar bemerkte: „Das ist unsere Mannschaft, unser Stolz. Und deshalb sind wir heute hier. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen den DFB, weil das Urteil nicht gerecht ist. 50 Chaoten dürfen nicht darüber bestimmen, was 30 000 Fans heute verpassen."

Allerdings wurden auch am Sonntag wieder Journalisten bedroht, neben den von den Fans geforderten Bengalischen Feuern und Rauchtöpfen gingen auch Unmengen von Böllern hoch, die nach öffentlichen Aussagen auch von den Fans nicht gewollt sind. Die Polizei hielt sich allerdings im Hintergrund. Es blieb friedlich, die Fans feierten schließlich ihr Team und sich selbst.

Kapitän Cristian Fiel zeigte sich hinterher beeindruckt von den Szenen vor dem Stadion. „Das war Gänsehaut pur. Es ist einfach schwer, wenn man sich im Stadion umguckt und niemand da ist, der einen unterstützt. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Vor dem Stadion war es unglaublich, phänomenal, abartig, geil. Man muss es gesehen haben", sagte Fiel.

Zumindest in der kommenden Woche müssen Fiel und Co. aber noch einmal auf akustische Unterstützung verzichten. Denn auch zum Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt darf Dynamo keine Fans mitnehmen, diese können aber beim Public Viewing im heimischen Stadion mitfiebern. Beim darauf folgenden Heimspiel soll dann wieder richtig Stimmung unter dem Dach des Glücksgas-Stadions sein. Gegen 1860 München hofft Dynamo auf ein volles Haus. 41. 738 „Geister" werden dann zwar nicht ins Stadion dürfen. Spielern wie Offiziellen werden 30.000 Fans aus Fleisch und Blut aber noch viel lieber sein.

Stephan Lohse / Tina Hofmann, dpa

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