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Sport Regional Neustart geglückt: Bad Boys und Christian Prokop besiegen Serbien gemeinsam
Sportbuzzer Sport Regional Neustart geglückt: Bad Boys und Christian Prokop besiegen Serbien gemeinsam
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10:23 05.04.2018
Handballländerspiel in Leipzig Quelle: dpa
Leipzig

Alles zurück auf Start und los in Richtung Zukunft. Zurückblicken mochte am Mittwochabend niemand mehr beim Deutschen Handballbund (DHB) in der Arena in Leipzig. Hauptfrage des Spiels war dennoch: Bundestrainer Christian Prokop und die Nationalmannschaft - funktioniert das nach den Querelen bei der Europameisterschaft im Januar? Das Ergebnis spricht dafür, die Art und Weise wie das Team auftrat auch. 26:19 (12:7) hat die deutsche Mannschaft gegen Serbien vor 5723 Zuschauern gewonnen. Es war für die Bad Boys ein erster Schritt genau 228 Tage vor Beginn der Heim-WM.

Das sagen Spieler und Trainer zum Länderspiel-Erfolg

"Gemeinsam sind wir stark", stand auf einem Button hinter der Windschutzscheibe des einbiegenden Mannschaftsbusses. Diese Gemeinschaft wurde schon vor dem Spiel mit einer Entscheidung erweitert. Teammanager Oliver Roggisch sitzt künftig bei der Mannschaft mit auf der Bank.

"Er bekommt eine koordinierende Funktion, wie auch schon bei den Rhein-Neckar Löwen", betonte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Roggisch sei keinesfalls ein weiterer Co-Trainer und auch nicht fürs Coaching zuständig. "Sein Wirken wird uns gut tun", so Kromer. Er habe das Gespür für die Situation und könne einem Spieler auch einmal Mut zusprechen oder mit den Schiedsrichtern kommunizieren, wenn das Trainerteam mit der Taktik beschäftigt sei. Für Roggisch muss Mannschaftsarzt Kurt Steuer künftig hinter der Bank sitzen. Er habe dieser Änderung aber sofort zugestimmt.

Prokop testet Abwehrvarianten

Prokop musste gleich auf sechs seiner Stammspieler verzichten. Tim Kneule passte am Spieltag mit einer Oberschenkelverletzung. Der angeschlagene Finn Lemke wackelte von Anfang an, war aber für die Trainingseinheit am Dienstag angereist. Auch dieses Detail darf nach den Diskussionen um den Abwehrchef bei der EM als Zeichen für den Neubeginn gewertet werden. Außerdem nicht dabei: Hendrik Pekeler (Infekt), Steffen Fäth und Tobias Reichmann (beide verletzt). Die Serben spielten ohne ihre großen Stars wie Petar Nenadic, Marko Vujin oder Zarko Sesum. Interimscoach Ljubomir Obradovic hatte sie gar nicht erst nominiert.

Prokop ließ Abwehrvarianten und Spielzüge in der Offensive testen. War in der Anfangsphase vor allem der Rückraum mit Julius Kühn gefragt, dominierte anschließend das Spiel über den Kreis. Mit Erfolg, wie die fünf Tore in der ersten Hälfte von dieser Position zeigten. Einziges Manko: Die deutsche Mannschaft nutzte ihre Chancen nicht konsequent genug aus. Hinten ließ der Bundestrainer den Leipziger Niclas Pieczkowski längere Zeit neben Abwehrturm Patrick Wiencek ran. Der DHfK-Profi machte seine Sache gut, vor allem mit seiner offensiven Interpretation der Rolle. Der serbische Rückraum war nahezu ausgeschaltet.

In der zweiten Halbzeit wechselte Prokop durch und gab auch Spielern wie Marian Michalczik, Matthias Musche oder Tim Hornke eine Chance. Für Serbien war auch diese Formation zu stark.

Strategiegespräch vor der Partie

Am Nachmittag vor der Partie trafen sich Prokop und DHB-Vertreter mit Trainern der Bundesliga im Lindner Hotel zum Strategiegespräch. "Es gab keine Tabus. Wir haben wirklich alles angesprochen", sagte Kromer. Es sei ein richtig guter Austausch gewesen, nur gemeinsam könne die Sportart voran gebracht werden. "Wir haben aber keine Vereinbarungen getroffen oder einen Pakt geschlossen", so Kromer weiter.

Details wollte er nicht verraten, sprach mit Blick auf die Vergangenheit dann aber doch das Thema Kommunikation an. "Zwischen Bundes- und Vereinstrainern läuft künftig noch mehr intern ab", erklärte Kromer. Im Mittelpunkt hätten aber sportliche Fragen gestanden. "Die Bundesligatrainer haben Ideen unterbreitet, die wir wohlwollend aufgenommen haben", sagte der Sportvorstand.

Allerdings war die Gruppe aus der Bundesliga nicht vollzählig. Ein gutes Drittel der  Übungsleiter musste aus beruflichen oder persönlichen Gründen absagen. Wer dazu gehörte, sagte Kromer nicht. "Wir waren heute nicht vollzählig, aber sehr zufrieden mit dem Besuch. Die Absagen haben sehr ehrlich begründet geklungen", meinte Kromer. Schon zeitnah solle ein weiteres Treffen stattfinden.

Der Anfang ist also gemacht. Prokop und der Mannschaft bleiben nun gut neun Monate Vorbereitungszeit für die Heim-WM im kommenden Januar. Am Sonnabend folgt Teil zwei des Neustarts gegen denselben Gegner, dann aber in Dortmund.

Statistik:

Deutschland: Heinevetter, Wolff - Gensheimer 3/2, Wiencek 4, Wiede 2, Weinhold 2, Weber 2, Schmidt 1, Michalczik 1, Groetzki, Häfner 1, Hornke 1, Kühn 3, Musche 2, Pieczkowski 1, Kohlbacher 3

Zeitstrafen: Deutschland 4 Minuten, Serbien 0 Minuten

Siebenmeter: Deutschland 2/2 Serbien 3/4

Zuschauer: 5723

Matthias Roth

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