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Präsident Lesse tritt beim SC Magdeburg zurück

Präsident Lesse tritt beim SC Magdeburg zurück

Mit einem Alleingang hat der von allen Ämtern zurückgetretene Eckhard Lesse den Handball-Bundesligisten SC Magdeburg erneut in die Bredouille gebracht. Der 61-Jährige legte am Montagabend nach einer Aufsichtsratssitzung seine Ämter als Präsident des Gesamtvereins und als Geschäftsführer der Handball Magdeburg GmbH zum 31. Januar nieder.

Magdeburg. Dies teilte der Verein lapidar mit einer Vier-Zeilen-Meldung auf seiner Internetseite mit. Als Gründe wurden gesundheitliche und familiäre Probleme des früheren Leichtathleten angegeben.

Über die weitere Vorgehensweise will der Erstligist in den nächsten Tagen beraten. Das Präsidium, das selbst von der Kurzschlussreaktion ihres Vorsitzenden überrascht war, tagt erst am Donnerstag und will dann einen kommissarischen Nachfolger aus dem Kreis der Vize-Präsidenten bestimmen. Die geplante Mitgliederversammlung mit Neuwahlen ist erst für den 3. Juni terminiert. „Vielleicht werden wir aufgrund der Ereignisse zuvor eine Außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen“, sagte Vize- Präsident Martin Sanne am Dienstag.

Lesse, der erst im Juni vergangenen Jahres in das Präsidentenamt gewählt wurde, gab als ehemaliger Langstreckenläufer nur ein kurzes Intermezzo, nachdem bereits im Sommer 2008 Rolf Oesterhoff das Handtuch als Präsident geschmissen hatte. Der EM-Zweite von 1974 im Marathon war bei den Handballern wie auch sein Vorgänger Holger Kaiser, der zur SG Flensburg-Handewitt gewechselt ist, als Geschäftsführer umstritten. Dennoch soll die Erkrankung seiner Frau der ausschlaggebende Punkt für seinen Rückzug gewesen sein. Lesse selbst wollte sich nicht weiter dazu äußern und verwies auf den Pressesprecher des Vereins.

Anfang Juli 2009 berief der Aufsichtsrat der Handball Magdeburg GmbH Lesse auch noch zum Geschäftsführer. Die Doppelfunktion war so nicht geplant. „Daraus entstanden natürlich auch Schwierigkeiten. Doch nachdem ein Kandidat kurzfristig abgesagt hatte, musste man diesen Weg zunächst gehen“, betonte Sanne, der am 12. November 2009 eine Absage von Holger Schneider bekommen hatte. Der derzeitige Sportdirektor des HC Empor Rostock sollte bei den „Gladiators“ neuer Cheftrainer werden. Doch Schneider favorisierte wohl eher die Position des Geschäftsführers.

Diese verwaiste Position soll nun zum 1. Juli neu besetzt werden. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Marc-Henrik Schmedt, der als Manager bereits die SCM-Youngsters in der 2. Handball-Bundesliga begleitet. Das Bundesliga-Team wird bis Ende dieser Saison vom ehemaligen Spieler Sven Liesegang betreut, der zuletzt den Regionalligisten SG Eintracht Glinde trainiert hatte. Im Sommer kommt dann der 48-jährige Frank Carstens, derzeitiger Trainer des Bundesliga-Aufsteigers TSV Hannover-Burgdorf an die Elbe.

„Es war immer mein Ziel, einen Top-Verein zu trainieren. Demnach musste ich das Angebot des SCM annehmen“, sagte Carstens bei seiner Vorstellung Ende Dezember. Er unterschrieb beim Champions-League-Sieger von 2002 einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2013. Sein bis Saisonende 2011 laufender Vertrag in Hannover wurde einvernehmlich aufgelöst.

Am 31. August 2009 hatte Magdeburgs Handball-Idol und Sportdirektor Stefan Kretzschmar seinen Hut genommen. Obwohl der ehemalige National-Linksaußen „persönliche Gründe“ für seinen Rücktritt nannte, schienen Unstimmigkeiten zwischen Kretzschmar und der Chefetage unüberbrückbar zu sein. Ausschlaggebend für diesen Schritt war auch die Trennung des SCM von Cheftrainer Michael Biegler, der ab 1. Januar zum Liga-Rivalen TV Großwallstadt wechselte. Kretzschmar hat inzwischen beim SC DHfK Leipzig in der Oberliga Sachsen angeheuert. Als Mitglied des Aufsichtsrats will er Türen zu Sponsoren öffnen und mit dem Verein innerhalb der nächsten fünf Jahre den Durchmarsch bis in die Bundesliga schaffen.

Ob die Abschieds-Welle in Magdeburg nach dem Wechsel von Nationaltorhüter Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) und Rechtsaußen Christian Sprenger (THW Kiel) nun auch auf die Mannschaft wieder übergreift, bleibt abzuwarten. Nationalspieler Christoph Theuerkauf, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, wird derzeit mit dem TBV Lemgo in Verbindung gebracht.

Matthias Roth/Frauke Sievers, dpa

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