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Rekord-Kanutin Fischer will mit 50 Jahren zu Olympia - „Es macht immer noch Spaß“

Rekord-Kanutin Fischer will mit 50 Jahren zu Olympia - „Es macht immer noch Spaß“

Mit 50 Jahren startet Deutschlands Rekord-Kanutin Birgit Fischer tatsächlich das vierte Comeback ihrer Karriere. Großes Ziel der Ausnahmeathletin: Bei den Olympischen Spielen in diesem Sommer in London nach der neunten Goldmedaille zu greifen.

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Birgit Fischer wird bei den Qualifikationsläufen für die London-Spiele starten.

Quelle: Jens Wolf

München. Die Brandenburgerin hat fristgerecht ihre Meldung für die Olympia-Qualifikationsläufe des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) abgegeben und wird bei den insgesamt vier nationalen Ausscheidungswettkämpfen in Duisburg jeweils Anfang und Ende April antreten.

„Kanu macht mir immer noch total viel Spaß - egal welches Ziel man verfolgt“, sagte Fischer am Donnerstag. „Ich habe jetzt noch zwei Wochen Zeit bis zum ersten Lauf in Duisburg, da ist im Training noch viel zu tun.“

Bis zuletzt hatte die achtmalige Olympiasiegerin und 27-malige Weltmeisterin offen gelassen, ob sie die vierte Rückkehr wirklich in Angriff nimmt. Sechseinhalb Jahre Wettkampfpause liegen hinter Fischer, eine unendlich lange Zeit im Profisport - auch für eine solche Erfolgsgarantin.

Nach zwei Babypausen und einer Laufbahnunterbrechung im Anschluss an Olympia 2000 war sie jeweils stark zurückgekehrt. Ein so gewaltiger Zeitraum wie jetzt lag jedoch nie zwischen dem Ende eines Karriereabschnitts und dem nächsten Neustart. Zuletzt drängte auch die Zeit: Die Meldefrist für Duisburg wäre an diesem Sonntag abgelaufen.

Bundestrainer Reiner Kießler ist auf die Leistungsfähigkeit der einstigen Vorzeige-Kanutin und PR-Maschine des Verbands gespannt: „Ich lasse mich einfach überraschen, was sie auf dem Wasser zeigt“, betonte Kießler, der den Eingang von Fischers Meldung bestätigte.

Ob Fischer im August am Dorney Lake westlich der britischen Hauptstadt wirklich ihre großen Auftritte haben wird, ist aber noch immer alles andere als ausgemachte Sache. Bei den nationalen Ausscheidungen am Niederrhein vom 5. bis 7. April sowie vom 27. bis 29. April zählt nur die Leistung. Auch die Bundestrainer um Kießler haben sich bei ihrer Kaderauswahl für Olympia allein an den knüppelharten sportlichen Nominierungskriterien zu orientieren.

Fischer wird sich mit einer ganzen Reihe von Sportlerinnen messen müssen, die locker ihre Töchter sein könnten. Einen Bonus wegen ihrer früheren Erfolge oder ihres Alters kann sie kaum erwarten. Stattdessen qualifizieren sich nur die besten DKV-Athleten für das Großereignis in England. „Wir wollen in London in der Weltspitze mitfahren. Man hat Birgit Fischer über Jahre nicht im Kanu gesehen. Es wird sich zeigen, ob sie das schafft“, meinte Kießler.

Die Grundlage fürs mögliche Comeback hatte Fischer vor rund einem halben Jahr mit ihrer Meldung für das Trainingskontrollsystem der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) geschaffen. Um sich in Form zu bringen, trainierte sie Anfang des Jahres zehn Wochen lang in Australien - auf eigene Kosten und ohne Zuschüsse des Verbandes. Dort reiften die ersten ernsthaften Gedanken, die sportliche Laufbahn tatsächlich wiederbeleben zu wollen.

„Diese Zeit hat mir gut getan“, beteuerte Fischer. Öffentlich äußerte sie sich bis zuletzt nicht zu ihren Gedankenspielen. Jetzt hat sie sich erklärt. „Auch, wenn es letztlich nicht klappt: Verloren ist nicht eine Sekunde der Zeit, die ich trainiert habe.“

Mit Kießler und Verbandspräsident Thomas Konietzko hielt sie in den vergangenen Monaten losen Kontakt, sie schrieben sich die ein oder andere Mail - ansonsten herrschte Funkstille. „Ich trainiere nach meinen eigenen Plänen“, hatte Fischer immer verdeutlicht.

Auch Kießler hatte jüngst klare Worte gefunden - weniger in Richtung Fischer, sondern eher an seine anderen Schützlinge: Schaffe Fischer mit 50 Jahren die Olympia-Qualifikation wirklich, dann „spricht das nicht für die Stärke der jungen Sportlerinnen“. Die Nachwuchsgarde dürfte Birgit Fischer kaum mit offenen Armen empfangen.

Michael Brehme, dpa

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