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11:12 21.05.2018
Bierdusche zum Abschied: Lukas Binder erfrischt Benjamin Meschke und Manager Karsten Günther freut sich. Quelle: PICTURE POINT
Leipzig

Das muss man sich erstmal trauen. Als DHfK-Trainer André Haber im vergangenen Sommer ins kalte Wasser geworfen wurde und die Mannschaft als Chefcoach übernahm, beäugten den 31-Jährigen viele Fans und Experten aus der Bundesliga aufmerksam. Kann er das? Ist er schon so weit? Hört die Mannschaft auf so einen jungen Trainer? Die Antworten heißt dreimal Ja!

Der Pakt von Köln

Was aber erst an diesem Pfingstsonntag bekannt wurde: Haber hat sich um diese Fragen gar nicht geschert und mit seinem Team im vergangenen Juli im Trainingslager in Köln bereits ganz selbstbewusst einen Geheimplan geschmiedet. Der hatte es in sich. Nach der sensationellen Vorsaison mit 35 Punkten wollten sie noch besser abschneiden. „Wir haben mit mindestens 36 eine genaue Punktzahl festgelegt“, verriet der inzwischen wieder als Co-Trainer tätige Haber. Offen kommuniziert hat das bisher so niemand. Alle hielten dicht, auch um Druck vom Team und vor allem von Haber zu nehmen.

Fernduell mit Melsungen

Gegen die HSG Wetzlar hat es der SC DHfK nun geschafft. Mit einem 23:21-Arbeitssieg haben die Grün-Weißen ihren Plan bereits übererfüllt und verbuchen nun schon 37 Zähler auf der Habenseite. Zwei Spiele stehen noch aus. Auswärts warten Hannover-Burgdorf und der schon fast sichere neue Deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen. Sollte noch ein weiterer Zähler dazukommen, dann könnten die Leipziger die punktgleichen Melsunger noch von Platz sieben verdrängen. Die Hessen haben mit Mannheim, Berlin und Magdeburg ein hammerhartes Schlussprogramm vor der Brust, aber im Vergleich zu den Konkurrenten aus Sachsen auch das bessere Torverhältnis. „Ich hätte nichts dagegen“, so Haber zu einem erfolgreichen Fernduell mit Melsungen.

Comeback von Semper

Obwohl die Spielzeit noch nicht zu Ende ist, feierten die Leipziger die Saison schon nach der Wetzlar-Partie ausgiebig. Die Begegnung geriet da fast schon in den Hintergrund, obwohl sie einiges zu bieten hatte. An erster Stelle stand die Rückkehr von Franz Semper aufs Parkett. Der Linkshänder bestritt nach seiner Hüft-Operation mit fünfmonatiger Pause sein erstes Spiel. Eigentlich sollte Semper noch einen Monat länger Aufbauzeit bekommen. Auf seiner Position besteht derzeit aber der größte Bedarf. Andreas Rojewski und Gregor Remke sind angeschlagen. „Ich habe mit der Mannschaft wieder voll trainiert, an der Hüfte nichts mehr gespürt, sonst würde ich auch nicht spielen“, so der 20-Jährige. Bitter allerdings für die Leipziger: Aivis Jurdzs und Maximilian Janke gingen dafür mit schmerzhaften Blessuren gegen Wetzlar vom Spielfeld. „Es sieht nicht so gut aus“, sagte Chefcoach Michael Biegler.

Heimspiel für Pöter

Bejubelt wurden später nicht nur mit Benjamin Meschke, Peter Strosack, Tobias Rivesjö und Yves Kunkel die Spieler, die den SC DHfK verlassen werden. Mit Wetzlar zurück in der Arena kam auch Philipp Pöter. Für ihn war es der letzte Auftritt in Leipzig. Er schließt sich aus familiären Gründen im Sommer dem Düsseldorfer Zweitligisten Rhein Vikings an. Als ob Pöter niemals weg gewesen wäre, genoss er die Sympathien in der Arena. „Ich bin kaum in die Kabine gekommen, weil mich schon so viele Leute umarmt haben. Es waren zwei unfassbar schöne Jahre hier“, schwärmte der 32-Jährige.

Manager Günther warnt

Nach den schon erreichten 37 Punkten freut sich DHfK-Manager Karsten Günther, blickt aber auch auf die ersten Monate unter Biegler zurück, der im Januar als Chefcoach zu den Leipzigern stieß und gemeinsam mit Haber eine zuvor nicht gekannte Durststrecke zurücklegte. „Wir müssen uns immer bewusst sein, wenn man den Berg hochklettert wird oben die Luft dünn. Da kann es sein, wir rutschen mal ein Stück zurück, um dann wieder Anlauf zu nehmen und die nächsten Schritte vorwärts zu gehen“, formulierte Günther bildhaft. Die Messlatte hat der SC DHfK nun selbst wieder ein Stück nach oben gelegt. Das nächste Trainingslager folgt im Sommer. Eine neue Geheimabsprache dürfte schon in Arbeit sein.

Von Matthias Roth

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