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Sport Regional Schlamm statt Schnee - Mehr als 400 Schlittenhunde rennen im Harz
Sportbuzzer Sport Regional Schlamm statt Schnee - Mehr als 400 Schlittenhunde rennen im Harz
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17:28 05.01.2013
80 Starter mit 400 Hunden trafen sich am Wochenende in Hasselfelde im Harz zum ersten Schlittenhunderennen des Winters. Quelle: dpa
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Hasselfelde

Sechs Kilometer geht es auf die Hatz, einige Schlittenhundegespanne erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 35 Kilometern pro Stunde. Schnee gibt es allerdings keinen. Es regnet, es ist windig und der Schlamm spritzt den Startern bis ins Gesicht.

Gastgeber des ersten Schlittenhunderennens des Winters im Harz ist an diesem Wochenende die Westernstadt Pullman City Harz in Hasselfelde. 100 Starter mit 500 Hunden waren erwartet worden - 80 Starter aus dem In- und Ausland mit rund 400 Hunden sind trotz des widrigen Wetters tatsächlich angereist, darunter Huskys, Samojeden, Malamutes und Grönlandhunde. Rennleiter Wolf-Dieter Polz vom veranstaltenden Sportverein Reinrassige Schlittenhunde (Berlin) ist zufrieden. „Ein bisschen Schwund ist immer und für das Wetter sind wir gut dabei.“ Allein 21 Kinder sind unter den Teilnehmern.

Willy Stange steht mit seinem neongrünen Laufrad am Start und haut bei jedem „Go!“ auf seinen Lenker. Willy ist in seinem Element. Der Vierjährige aus Hohenbocka (Brandenburg) ist selbst ein Musher. So werden die Gespannlenker genannt. Der Knirps mit den großen, braunen Augen setzt eine Familientradition fort. Auch Papa Peter und sein sechsjähriger Bruder Chris fahren Schlittenhunderennen - egal, ob auf Schlamm oder Schnee. „Ich stehe noch mit Willy zusammen auf dem Wagen und gebe die meisten Kommandos“, sagte Peter Stange, der seit mehr als zehn Jahren Musher ist. „Aber Willy schreit natürlich herum und treibt die Hunde an.“ 500 Meter beträgt seine Renndistanz in der kleinsten Kinderklasse, der Papa geht auf die große Runde.

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Am Wohnwagen der Stanges sitzen Kima, Jack und Ice unter einem Planendach auf Stroh und schauen bedröppelt. „Dieses feuchte Wetter ist nichts für die drei“, sagt Stange, der sein Geld als Forstwirt und Kettensägenkünstler verdient. Er tätschelt Kima den Kopf. Die bullige Hündin ist ein Alaskan Malamute und die Leithündin. Jack und Ice gehören derselben Rasse an und sind junge Hitzköpfe. Willy geht am liebsten mit Kima auf den Kurs, Bruder Chris gern mit Jack.

Willy bereitet sich auf sein Rennen vor. Im warmen Wohnwagen sitzt er in kurzer Hose am Tisch und spielt mit Holzklötzen. Draußen jaulen die Hunde. „Sind die nicht cool?“, fragt Willy und schaut durch die beschlagene Scheibe. „Er nimmt gern seine Medaillen und Urkunden von den Rennen mit in den Kindergarten“, sagt sein Vater. Der Wagen, mit dem Vater und Sohn an den Start gehen, hat drei Räder. Willy bekommt einen Helm und Gelenkschützer. „Vor dem Matsch schützt uns keiner“, sagt Stange und lacht. Der Wagen muss unter anderem mit verschiedenen Bremsen und einer Klingel ausgerüstet sein. Auch Verbandsmaterial und eine Transportmöglichkeit für ein verletztes Tier müssen da sein.

Rennleiter Polz schickt erst Stange senior auf die Strecke. Die beiden Junioren sind später dran. Beide werden vom Vater begleitet. Polz kennt zu jedem der 80 Teilnehmer eine humorige Geschichte und gibt sein Wissen über den Schlittenhundesport an die Zuschauer weiter. „Ein Siberian Husky kann zum Beispiel das Vierfache seines eigenen Körpergewichts ziehen“, sagt Polz. „Wenn man bedenkt, dass ein Hund etwa 25 Kilogramm wiegt, ist das ordentlich.“

Zweimal geht es für die Gespanne auf den Kurs um die Westernstadt im Harz. „Wir fahren jeweils ein Rennen am Samstag und Sonntag“, sagt Polz. „Beide Zeiten werden addiert. Der Schnellste hat gewonnen.“ Auf der Starterliste für Willys und Chris’ Klasse stehen sieben Namen. Ob es für den Sieg reicht? Die Antwort ist ein cooles Schulterzucken.

Sabrina Gorges, dpa

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