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Sport Regional Schleppende Arbeit der Justiz: Knapp ein Jahr nach Brandis erst fünf Täter verurteilt
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10:15 04.11.2010
Leipzig

Einige der Opfer leiden unter dauerhaften gesundheitliche Schäden. Roter Stern hat vornehmlich politisch linksorientierten Anhang.

Der Fall schlug deutschlandweit hohe Wellen, ein Teil der mutmaßlichen Täter konnte ausfindig gemacht und vor Gericht gestellt werden. Bislang wurden fünf der Übeltäter verurteilt, zuletzt fast genau zum Jahrestag der traurigen Ereignisse der 21-jährige Chris. R. Der Landwirt aus Wurzen muss nach dem Prozess vor dem Landgericht Leipzig für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Die Strafen für die zuvor Verurteilten bewegten sich ebenfalls zwischen zwei und drei Jahren Haft.

Insgesamt konnten 24 Neonazis dingfest gemacht werden. Es stehen also noch 19 Verfahren zu den Brandiser Vorfällen an, eines davon vor dem Amtsgericht Leipzig, die restlichen Prozesse vor dem Amtsgericht Grimma. Vier Verdächtige sitzen wegen Fluchtgefahr sowie der mutmaßlichen Schwere der Vergehen in Untersuchungshaft. Einer von ihnen allerdings wegen einer weiteren Straftat. Voraussichtlich wird es bis weit ins nächste Jahr dauern, ehe sämtliche Verfahren zu dem Überfall abgeschlossen sind. Das Grimmaer Gericht ist offenbar stark beschäftigt und kommt nur langsam zur Abarbeitung der Fälle.

Roter Stern zieht bis heute Provokateure aus dem politisch rechten Lager auf sich, vor allem, wenn das Team aus Leipzigs Süden in ländlichen Gegenden Nordsachsens aufläuft. Am vergangenen Wochenende wollten das Spiel bei Wacker Dahlen 615 Zuschauer sehen, eine überdurchschnittliche Kulisse in dieser Spielklasse. Interesse am Sport ist offenkundig nicht der einzige Grund, wie der Maskerade zahlreicher Besucher zu entnehmen war. Die Sterne brachten selbst fast 200 Fans mit, die sich als gewissen Schutz für ihre Mannschaft verstehen.

Unterdessen geht auch die Polizei routiniert mit der brisanten Situation um und ist bei den Auswärtspartien der Leipziger stark präsent. RSL-Trainer Thomas Knopf ist einerseits froh darüber, stellt aber auch andererseits fest: "Normal ist das natürlich nicht, dass wir mit Polizeischutz zu unseren Spielen fahren müssen", sagt der Coach. "Wir wollen doch eigentlich nur unserem Hobby nachgehen."

Frank Müller

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