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Sport Regional Stadt Leipzig greift Neuseenclassics unter die Arme
Sportbuzzer Sport Regional Stadt Leipzig greift Neuseenclassics unter die Arme
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23:23 29.02.2016
Die Neuseenclassics werden wohl auch in diesem Jahr wieder stattfinden können. (Archivbild) Quelle: Christian Modla
Leipzig

Etwas Luft ist schon entwichen, aber ein Platten lässt sich wahrscheinlich noch vermeiden. Die Leipziger Neuseenclassics, mit knapp 2000 Teilnehmern das größte Hobby-Radrennen Mitteldeutschlands, rollen nach derzeitigem Stand weiter. Nachdem der kurzfristige Rückzug der Sparkasse Leipzig als Titelsponsor die Planungen kräftig durcheinander gewirbelt hatte, wird Cheforganisator Ronny Winkler in Kürze einen potenten Geldgeber präsentieren.

„Es ist kein neuer Namenssponsor, aber das Unternehmen leistet einen erheblichen Beitrag, um die Etatlücke von 80 000 Euro zu schließen“, verriet der 39-Jährige. Er stellte zugleich klar: „2017 muss ein neuer Titelsponsor her. Noch einmal ist das Rennen unter diesen Bedingungen nicht zu stemmen.“

Eine Crowdfunding-Kampagne, ein Spendensammeln im Internet, soll bis Ende März weitere 30 000 Euro in die Taschen spülen. Zudem beteiligt sich eine bekannte Baumarktkette mit einem höheren vierstelligen Betrag. Auch die Stadt Leipzig hat ihre Unterstützung bekräftigt und will ihre Förderung auf 50 000 Euro aufstocken. „Wir sehen für die Neuseenclassics großes Potenzial, insbesondere für das Jedermannrennen“, sagte Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes der LVZ.

„Es wäre wünschenswert, dass sich weitere neue Sponsoren finden.“ Bürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) habe persönlich potenzielle Geldgeber angerufen. Den Verantwortlichen im Sportamt sowie im Neuen Rathaus ist bewusst: Für den Tourismus im Neuseenland nehmen derartige breitensportliche Veranstaltungen eine wichtige Leuchtturmfunktion ein: Allein 1000 auswärtige Teilnehmer übernachteten 2015 in Leipzig und Umgebung. Bislang liegen rund 800 Anmeldungen vor.

Aufgrund der Sparmaßnahmen werden die Radsportler bei der 13. Ausgabe des nach der Wende wiederbelebten Rennens „Rund um die Braunkohle“ am 19. Juni auf einer einheitlichen Runde in die Pedale treten. Im 120-km-Rennen, der längsten Strecke von der Alten Messe zum Markkleeberger und Störmthaler See, müssen die Jedermänner diesmal den 60-km-Kurs doppelt zurücklegen.

Damit können die Straßensperrungs- und Sicherungskosten erheblich gesenkt werden. Auch das Rahmenprogramm wird sich in einer verschlankten Form präsentieren. Nicht gespart wird bei den Annehmlichkeiten für die Teilnehmer: Starterparty, gut gefüllter Starterbeutel, Verpflegung nach dem Rennen.

Für Ex-Radprofi Robert Förster aus Markkleeberg, der im Vorjahr im Eliterennen zum Sieg spurtete, ist entscheidend, dass es überhaupt weitergeht. „Für den Radsport in Leipzig und Umgebung wäre das Aus ein falsches Signal“, sagt der zweifache Etappensieger beim Giro d’Italia. „Aktuell fehlen leider entscheidende Impulse aus der Wirtschaft für den Radsport.“ Selbst die großen Cyclassics in Hamburg oder der Velothon in Berlin hätten Probleme mit ausreichend Sponsoren.

Ob es im Rahmen der Neuseensclassics jemals wieder ein Profi-Radrennen geben wird, ist vor diesem Hintergrund völlig offen, auch wenn sich Cheforganisator Winkler ein Comeback gut vorstellen kann. Derzeit hat er mit seinen Mitstreitern ohnehin andere Sorgen: Er will keine weitere Luft aus der 2016er Ausgabe rauslassen.

Thomas Fritz

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