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Sport Regional Stadtrat sagt Ja zur Red-Bull-Arena
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15:33 17.07.2015
Leipzig

Die Stadt Leipzig hätte nur ein Veto-Recht gehabt, wenn ein Verstoß gegen die guten Sitten vorläge. Wäre der Fall, wenn die 45 000-Mann-Immobilie beispielsweise unter Beate-Uhse-Arena firmieren würde.

RB-Geschäftsführer Dieter Gudel will dennoch warten bis alles geklärt ist, bis auch der Vertrag mit Kölmel geschlossen ist. Erst danach werden Logen vermietet (Gudel: "Die Nachfrage ist unerwartet groß"), wird die neue Bestuhlung bestellt. In der Diskussion sind auch nach amerikanischem Vorbild elektronische Werbebanden, die erst unlängst in Deutschland erlaubt wurden. Borussia Dortmund ist in dieser Hinsicht Vorreiter.

Fußballer denken lebenslang nur von Spiel zu Spiel, diverse Anhänger gucken zuweilen um drei Ecken und voraus. Wir erst jetzt bekannt wurde, bekam das Zentralstadion in der Nacht zum Dienstag unliebsamen Besuch, wurde inmitten der englische Woche bunt angesprüht. Die Graffitis beschäftigen sich mit dem künftigen Hauptmieter Red Bull, sind von Ideenreichtum geprägt. Beispiele: "Die Bullen kommen" - "Geld stinkt nicht".

Stadion-Betreiber Winfried Lonzen hat für die nächtlichen Dichter und Denker wenig übrig, ließ die Parolen entfernen (kostete über 3000 Euro) und erstattete Strafanzeige. Die Ermittlungen gegen unbekannt dürften wie fast immer in diesen Fällen "im Sande verlaufen", weiß Lonzen aus Erfahrung. Weil keine Bekennerbriefe auftauchten, rätseln die Beamten nun, ob die RB-freundlichen Hinterlassenschaften tatsächlich von RB-Sympathisanten stammen. Aber besudelt ein wahrer RBLer freiwillig sein neues Wohnzimmer und schießt sich damit ins eigner Knie?

Möglicherweise gehören die Sprüher der blau-gelben (Lok) oder grün-weißen Fraktion (FC Sachsen). Wären dann echte Querdenker.

Winfried Lonzen packt seine WM-Arena vor dem Derby zwischen den 1. FC Lok und RB Leipzig (Sonntag, 14 Uhr) in Watte, lässt Sicherheitsleute patrouillieren und die an der Stadionhaut installierten Videokameras rund um die Uhr im Einsatz. Guido Schäfer die Abschaffung mittragen, verteidigte Wolfgang Fiedler das Umschwenken. Die Polizei habe zugesichert, die neue Lage jederzeit beherrschen zu können. Für die Abgeordneten selbst sieht Fiedler keine Auswirkungen: „Wir haben noch nie vor Demonstranten Angst gehabt.“

gs/M.O./dpa

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