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Waltraud Kretzschmar ist im Alter von 70 Jahren gestorben

Handballerin des SC Leipzig Waltraud Kretzschmar ist im Alter von 70 Jahren gestorben

Waltraud Kretzschmar ist tot. Die ehemalige Handballerin des SC Leipzig und Mutter von Stefan Kretzschmar starb im Alter von 70 Jahren.

Peter und Waltraud Kretzschmar beim Abschiedsspiel von Sohn Stefan im Jahr 2007 in Magdeburg.

Quelle: dpa

Leipzig. Trauer in der Handball-Welt: Die ehemalige Weltklasse-Spielerin Waltraud Kretzschmar ist tot. Wie ihre Familie bestätigte, starb sie bereits am vergangenen Mittwoch überraschend kurz nach ihrem 70. Geburtstag.

Kretzschmar spielte von 1964 bis 1980 beim SC Leipzig. Ihre größten Erfolge feierte sie 1971, 1975 und 1978 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels mit der DDR-Nationalmannschaft. Mit dem SCL wurde sie zweimal Europapokalsieger der Landesmeister und holte zehn DDR-Meistertitel.

"Großer Respekt"

"Ich bin sehr traurig über diese Nachricht. Eine Handball-Legende ist nicht mehr", sagte die ehemalige Nationalspielerin Kerstin Mühlner. "Was Traudel mit dem Ball konnte, war Wahnsinn, wie von einem anderen Stern."

"Als ich jungsches Huhn mit 17 Jahren zum Probetraining zum SCL kam, nahmen mich die Kretzschmar, Rost, Uhlig und Zober super auf", erinnert sich die heute 54-Jährige. "Ich hatte großen Respekt vor der großen Handball-Welt, machte meine Sache aber nicht schlecht. Denn ich durfte gleich mit nach Kienbaum zur Nationalmannschaft."    

So kannte sie die Sportwelt: Waltraud Kretzschmar beim Wurf. Hier erzielt sie am 10. September 1978 gegen den TSC Berlin den Ausgleich zum 11:11. Das Spiel endete 15:15.

Quelle: Archiv

Auch Kretzschmars ehemaliger Trainer Klaus Franke erinnert sich, wie die damals 16-jährige Waltraud aus Damsdorf bei Potsdam zum SC Leipzig kam - und schnell in die erste Frauen-Mannschaft aufstieg. "Sie gehörte tatsächlich zu den weltbesten Handballerinnen - sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff", erzählt der 76-Jährige. "Sie hatte einen tollen Fernwurf und eine erstklassige Spielübersicht. Sie war in der ganzen Welt geachtet und von den Gegnerinnen gefürchtet."

Franke erinnert sich

Franke arbeitete von 1977 bis 1981 als Co-Trainer der Nationalmannschaft unter ihrem Ehemann Peter Kretzschmar (heute 85) sowie als verantwortlicher SCL-Trainer mit der Weltklasse-Spielerin zusammen. Auch heute ist er noch eng mit der Familie befreundet, reiste wenige Tage vor Kretzschmars Tod zum 70. Geburtstag seines ehemaligen Schützlings nach Schöneiche bei Berlin.

2007 sang er gemeinsam mit dem Ehepaar Kretzschmar in Magdeburg vor 7000 Zuschauern beim Abschiedsspiel von Sohn Stefan den auf "Kretzsche" umgedichteten Schlager "O Champs Elysee". Für Franke steht fest: "Pit war der Vater des Erfolges der DDR- und SCL-Mannschaft. Nun, da Waltraud leider nicht mehr ist, mache ich mir Sorgen um ihn."

Beisetzung in Leipzig

1973 heiratete Waltraud Kretzschmar ihren damaligen Trainer Peter. Das Paar hat zwei Kinder. Sohn Stefan wurde wie seine Mutter ein erfolgreicher Handballer und spielte lange Zeit beim SC Magdeburg. Heute ist er Aufsichtsrat beim SC DHfK Leipzig und arbeitet als Kommentator bei Sky.

Waltraud und Peter Kretzschmar lebten bis zuletzt in ihrem Haus in Schöneiche bei Berlin. Anfang März soll sie in einem Familiengrab in Leipzig ihre letzte Ruhestätte finden.

LVZ

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