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16:53 28.02.2017
Die Bremerhavener haben in dieser Saison oft Grund zum Feiern: Cody Lampl (v.l.), Jack Combs und Jeremy Welsh. Quelle: imago sportfotodienst
Bremerhaven

Es war eine enge Geschichte – am Ende haben die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven ein Eishockeywunder vollbracht: Trotz einer 2:3-Pleite am letzten Spieltag der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen den amtierenden Meister Red Bull München schlitterte das Team auf Tabellenplatz zehn in die Pre-Play-offs. Dort geht es ab Mittwoch gegen den ERC Ingolstadt (Best of three) um den Einzug ins Viertelfinale. „Ich bin stolz“, sagt Trainer Thomas Popiesch. Bremerhaven in den Pre-Play-offs – was ist daran besonders? Eigentlich alles. Die Pinguins spielen ihre erste Saison in der DEL, haben wenig Geld, dafür umso mehr Leidenschaft. Wir erklären die Reise der Pinguine.

Die Lizenz: Vor dieser Saison sicherten sich die Pinguine (zweimal Zweitligameister) die DEL-Lizenz von Pleiteklub Hamburg Freezers. Ein sportlicher Aufstieg in die DEL ist nicht möglich, die Fischtown Pinguins bewarben sich als DEL2-Klub um die frei gewordene Lizenz. „Das war eine riesengroße Erleichterung“, sagte Geschäftsführer Hauke Hasselbring. 17 neue Spieler kamen – dann ging es los. Mit „Spielern, die woanders keine Chance bekommen haben“, erklärte Kapitän Mike Moore in der NDR-Reportage „Das gallische Dorf in der DEL“.

Der Etat: „Dass es so gut läuft, kommt überraschend. Wir sind der Underdog, haben den geringsten Etat der Liga“, sagte Manager Alfred Prey der „taz“. Geschätzt haben die Fischtown Pinguins 3,5 Millionen Euro in ihrer ersten DEL-Saison zur Verfügung. Die kommen, na klar, aus der Region. Mehr als 150 Sponsoren zählen zum Fischtown-Netzwerk – vom Autohaus bis zum Zahnarzt ist alles dabei. Zum Vergleich: Red Bull München soll einen Etat von 12,5 Millionen Euro haben. Prey betonte: „Es gibt noch eine andere Seite, die Seele. Unser Team hat sich mit Charakter einige Meriten erworben.“

Der Manager: Hätten Alfred Prey und die Fischtown Pinguins sich zu Beginn der Beziehung Eheringe angesteckt, müssten sie Silberhochzeit feiern: Seit 25 Jahren sind Klub und Manager unzertrennlich. „Bremerhaven ist eine Eishockeystadt“, sagte er dem „Eishockey Magazin“. Daran hat der ehemalige Marineflieger aus der Oberpfalz wesentlichen Anteil. Scouting, Marketing, Medien – Prey kümmert sich um alles. „Unser Ziel ist es, nicht abzusteigen. Genießen wir einfach jedes Spiel“, meinte er im Dezember. Da war das Team längst auf Play-off-Kurs.

Der Trainer: Thomas Popieschs Karriere startete holprig. Der Ost-Berliner wurde mit 17 Jahren bei einem Fluchtversuch erwischt. Vier Jahre saß er in der DDR ein. 1990 startete seine West-Karriere in Duisburg, er spielte 141-mal DEL, 365-mal zweite Liga. Als Trainer hielt er sieben Jahre lang die Dresdner Eislöwen trotz geringen Etats in der zweiten Liga, führte sie ins Halbfinale – mit Erfolg trotz schwieriger Finanzen ist er vertraut.

Die Fans: 2011 wurde der Grundstein für eine neue Halle gelegt: 4425 Fans passen rein, regelmäßig ist die Bude voll. Als die Verkündung des Gangs in die DEL erwartet wurde, standen die Fans vor dem Hauptquartier des Klubs – die frohe Botschaft erwartend. Zum Spiel in Köln reisten 1500 Eishockeyverrückte aus dem Norden an. Prey zum NDR: „Die Fans gehen für ihre Pinguins durchs Feuer.“

Von Eric Zimmer und Philipp Schaper

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