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Sportmix DSV-Athleten kämpfen um WM-Medaillen
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16:18 21.02.2017
Eric Frenzel Quelle: dpa
Lahti

Pünktlich zur Eröffnung der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften soll es ab Mittwoch schneien. Über 150 000 Tickets sind bereits verkauft. Es ist also alles angerichtet für ein außergewöhnliches Skifest im finnischen Lahti, bei dem das deutsche Team bis zum 5. März wieder jede Menge Grund zum Lachen haben möchte. So wie vor zwei Jahren, als Deutschlands nordische Skiasse bei den Weltmeisterschaften Platz zwei in der Medaillenwertung hinter Norwegen belegten.

„Die Messlatte von Falun hängt sehr hoch. Die WM 2015 mit insgesamt fünfmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze war die erfolgreichste nordische Weltmeisterschaft in der Geschichte des Deutschen Skiverbandes (DSV). Da ist wirklich fast alles aufgegangen. Aber wir sind auch dieses Mal sehr gut vorbereitet und wissen, was wir können“, sagt Karin Orgeldinger. Die Sportdirektorin des DSV hat gerade eine historisch gute Bilanz bei den Biathlon-Weltmeisterschaften mitverantwortet, bei der das deutsche Team mit Laura Dahlmeier an der Spitze gleich sieben Goldmedaillen abgeschossen hat.

Nordische Kombination

Genau die richtige Steilvorlage für das 29-köpfige deutsche Team für Lahti, aus dem zumindest die Nordischen Kombinierer Hoffnungen auf einen ähnlichen Goldregen machen. Mit 19 Siegen in 21 Weltcup-Wettbewerben in diesem Winter wurden Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Co. zu „Nordischen Dominierern“. Vier Goldmedaillen in ihren vier WM-Wettbewerben sind möglich. Zumal beim Weltcup-Test im Januar in Lahti durch Eric Frenzel und Fabian Rießle beide Siege und fünf der sechs Podestplätze an Schwarz-Rot-Gold gingen.

„Wir sind in der Pflicht zu liefern. Und wir sind in der Lage zu liefern“, sagt Eric Frenzel. Er gewann bei den letzten drei Weltmeisterschaften jeweils eine Goldmedaille. Bei der WM 2015 gab es für die Winterzweikämpfer zwei Titel. Seitdem ist die Mannschaft noch stärker geworden. „Wir sind sehr gut vorbereitet und treten durch die letzten Erfolge mit breiter Brust in Lahti an. Wir haben eine starke Mannschaft, wie ich es in der Form noch nie erlebt habe“, sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch. Neben Frenzel und Rießle haben Falun-Doppelweltmeister Johannes Rydzek und Routinier Björn Kircheisen in diesem Winter Weltcups gewonnen.

Prognose: bis zu sechs Medaillen, davon bis zu dreimal Gold

Skispringen

Ebenfalls sehr optimistisch gehen die bei der WM 2015 mit dreimal Gold überragenden deutschen Skispringer in die Wettbewerbe auf den oft windumtosten Schanzen von Lahti – obwohl mit Severin Freund die Vorzeigefigur wegen einer Knieverletzung fehlt. Freund war vor zwei Jahren mit zweimal Gold und einmal Silber der überragende Flieger. Diesmal soll Andreas Wellinger für ihn in die Bresche springen. Er trägt einen lila Helm wie einst Martin Schmitt – der gewann bei der WM in Lahti im Jahr 2001 zweimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze. Wellinger kann zumindest auf Medaillen hoffen, denn in sieben der acht letzten Einzel-Weltcups stand der 21-Jährige auf dem Podest. Die Schanzen in Lahti findet er „cool“: „Ich mag beide gern. Es wird halt bisschen finnisch werden mit dem Wind. Klar würde ich gern eine Medaille mitnehmen, schließlich sind wir auch mit den Teams konkurrenzfähig.“

Speziell im Mixed-Wettbewerb gehört Titelverteidiger Deutschland zu den Topfavoriten. Das hängt auch damit zusammen, dass die fliegenden Frauen aus Deutschland zum Saisonhöhepunkt top in Form gekommen sind. Zuletzt gab es – in Abwesenheit der japanischen Überfliegerinnen – sogar einen historischen Dreifacherfolg im Weltcup. Skisprung-Olympiasiegerin Carina Vogt, die vor zwei Jahren neben dem Mixed-Titel auch Einzel-Gold gewann, geht jedenfalls optimistisch in ihre doppelte Mission Titelverteidigung: „Ich habe ja schon ein paar Großereignisse ganz gut abgeschlossen. Es wird schon passen.“

Prognose: ein bis zwei Goldmedaillen, drei bis vier Medaillen insgesamt

Skilanglauf

Nicht so rosig sind die Aussichten für die deutschen Skilangläufer, die schon bei den letzten beiden Weltmeisterschaften ohne Edelmetall geblieben waren. „Im Langlauf wird noch einige Zeit ins Land gehen, ehe wir wieder an die erfolgreichsten Zeiten anknüpfen können. Wir haben sehr viel umstrukturiert, aber bis die Maßnahmen greifen, werden noch zwei, drei Jahre vergehen. Um bei der WM in den Podestbereich vorzudringen, muss an einem Tag wirklich alles passen“, sagt Orgeldinger. Nur die Frauen-Staffel, die in diesem Weltcup-Winter schon einmal auf Platz zwei landete, hat Außenseiterchancen auf eine Medaille.

Prognose: null Medaillen

Stimmungsmäßig wird die insgesamt siebte Nordische Ski-WM in Lahti im Jahr des 100. Geburtstags von Finnland ganz sicher ein Highlight. „Wir erwarten von Lahti eine Nordische Ski-WM mit großer Begeisterung und Herzlichkeit. Die Stadien sind sehr kompakt zusammen, es wird eine Riesenstimmung herrschen“, sagt Orgeldinger. Zumal alle Teams im Trainingszentrum Vierumäki des finnischen Verbandes untergebracht sind. So entsteht fast schon ein Olympisches Dorf als kleiner Vorgeschmack auf die Olympischen Winterspiele in einem Jahr in Pyeongchang. Orgeldinger: „Natürlich machen wir uns auch schon über Olympia Gedanken, aber jetzt zählt erst mal nur ein gutes Ergebnis bei der WM.“ Fünfmal Gold wie bei der letzten WM in Falun scheinen durchaus möglich ...

Von Lars Becker

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